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ISSN 1610-0611
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Geplanter Abbau der Ausbildungskapazitäten

Die GEW ist in großer Sorge. Der geplante Abbau der Ausbildungskapazitäten für LehramtsanwärterInnen am Studienseminar um 34 % gefährdet die künftige Versorgung Hamburger Schulen mit LehrerInnen.
Deshalb hat sich die Vorsitzende der GEW Hamburg, Dr. Stephanie Odenwald, in einem Schreiben an Senator Lange gewandt und ihn gebeten diese Entscheidung zurück zu nehmen.

Diesen Brief geben wir Ihnen hiermit zur Kenntnis.



Ilona Wilhelm
Pressesprecherin der GEW
Landesverband Hamburg
57/2002 vom 10. Dezember 2002






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An den Präses
der Behörde für Bildung und Sport
Herrn Senator Rudolf Lange

Postfach 76 10 48
22060 Hamburg



Nachrichtlich an :

Frau Knipper, Leiterin des Amtes für Schule,
Frau Zeidler, Direktorin des Staatl. Studienseminars,
Seminarrat der Referendare,
die interessierte Öffentlichkeit

06. Dezember 2002

Sehr geehrter Herr Senator Lange,



wir möchten Ihnen unsere erheblichen Bedenken über die geplante Reduzierung der Referendarszahlen in den nächsten Jahren mitteilen. Ihr Plan, die Ausbildungsplätze von derzeit 1220 auf 810 im Jahr 2004 zurückzuführen, vermindert die Ausbildungskapazität des Studienseminars um 34%. Gleichzeitig soll die Anzahl der Stellen für SeminarleiterInnen um 40 % gekürzt werden, auf Kosten der Qualität der Ausbildung. Beides halten wir für eine Fehlentscheidung mit klar ersichtlichen fatalen Folgen. Wir richten an Sie die dringende Bitte, diese Entscheidung zu überdenken und zu revidieren.

Aus der Modellrechnung der BBS über den LehrerInnenersatzbedarf, veröffentlicht im Info des Studienseminars Nr. 7/ 2002, geht hervor, dass die Hälfte aller LehrerInnen in den nächsten 10 Jahren ersetzt werden muss. Allein in den nächsten drei Jahren werden gemäß Modellrechnung der BBS 1860 LehrerInnen in den Ruhestand gehen. Bisher wurden 1220 Referendare ausgebildet, sodass pro Semester durchschnittlich 305 ausgebildete LehrerInnen aus dem Studienseminar entlassen werden. Bei einer Verkürzung des Vorbereitungsdienstes müssen insgesamt 915 ReferendarInnen ausgebildet werden, damit ebenso viele Berufsanfänger zur Verfügung stehen. Schon diese Zahl liegt unter dem Ersatzbedarf, der dem hohen Altersdurchschnitt an Hamburgs Schulen geschuldet ist. Wie auch der Seminarrat der ReferendarInnen beantragt hat, darf die Zahl auszubildender ReferendarInnen nicht weiter gesenkt werden.





Schon jetzt haben wir an Hamburgs Schulen beklagenswerte Zustände hinsichtlich Klassen- und Kursgrößen, Unterrichtsausfall, Mangel an LehrerInnen für wichtige Fächer, allen voran Englisch. Die Situation an Hamburger Schulen löst bei vielen BürgerInnen große Besorgnis für die Zukunft ihrer Kinder aus, das zeigt die hohe Zahl der Unterschriften für die Volkspetition „Menschenrecht auf Bildung“. 43 000 BürgerInnen dieser Stadt weisen auf die Mängel in den Schulen hin und wollen, dass diese abgestellt werden. Die Meldungen über Notsituationen in den Schulen häufen sich, wie dass Eltern in die Schule geholt werden, um Unterricht und Betreuung der Kinder zu übernehmen. Und wie kann es angehen, dass aus einer der Regierungsparteien, nämlich aus der FDP heraus, Überlegungen die Runde machen, dass demnächst Pensionäre eingesetzt werden sollen.

Die Verantwortung für die Qualität der Bildung in Hamburg beinhaltet, dass jetzt und in den nächsten Jahren ausreichend junge LehrerInnen ausgebildet und eingestellt werden. Die Ausbildungsquote darf nicht abgesenkt werden. Das muss durch entsprechende haushaltspolitische Entscheidungen abgesichert werden. Wenn dies nicht geschieht, sind die Konsequenzen für alle Beteiligten hinsichtlich der Lern- und Arbeitsbedingungen in Hamburgs Schulen offensichtlich und schwerlich zu ertragen.



Mit freundlichen Grüßen


(Dr. Stephanie Odenwald)











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