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GEW zur neuesten OECD-Studie:
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GEW zur neuesten OECD-Studie: Grundlegende Reform des Bildungswesens, Schulstruktur verändern, Integration ausbauen
Die OECD hat in ihrem neuesten Bericht dem bundesrepublikanischen Bildungswesen ein weiteres Mal ein miserables Zeugnis ausgestellt.
Die soziale und herkunftsbedingte Benachteiligung von SchülerInnen wird kaum ausgeglichen. Leistungsschwache SchülerInnen werden im Vergleich zu anderen OECD-Staaten höchst mangelhaft gefördert.Viel zu wenig SchülerInnen machen Abitur bzw. Fachabitur und viel zu wenig junge Menschen absolvieren ein Hochschulstudium. Die Ursachen für diese Misere hat die PISA-Studie im letzten Jahr zweifelsfrei aufgezeigt: Schulsysteme, die auf Integration und individuelle Förderung setzen, sind leistungsfähiger als das dreigliedrige Schulwesen in den SchülerInnen frühzeitig aussortiert und ausgegrenzt werden. Die GEW verwahrt sich gegen Tendenzen, die Lehrerschaft zu Sündenböcken zu machen für die erheblichen Mängel im deutschen Schulwesen. Selbstverständlich geht es auch darum, die Methodenkompetenz zu erweitern und die Unterrichtsqualität zu verbessern. Für einen guten Unterricht sind aber auch Rahmenbedingungen erforderlich, wie z.B. deutlich kleinere Lerngruppen und moderne Lehr- und Lernmitteln. Daran hapert es gerade auch in Hamburg. In diesem hochselektiven Schulsystem haben LehrerInnen kaum eine Chance ein Arbeitsklima zu schaffen, das SchülerInnen vor der Erfahrung des Scheiterns und Versagens bewahrt. Das prägt sowohl die Lernkultur als auch das Unterrichtsklima. Daher ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass deutsche SchülerInnen sich negativer über Unterricht äußern als ihre AltersgenossInnen in z.B. Finnland und Schweden, die bekanntlich ein integriertes Schulsystem haben.
Auch mit den jüngsten bildungspolitischen Maßnahmen geht der Senat diese Probleme nicht an, sondern trägt zu ihrer Verschärfung bei. - Statt in Bildung zu investieren werden Lehrerstellen weggekürzt, Klassenfrequenzen erhöht, Teilungs- und Förderstunden abgebaut. - Statt die integrative Erziehung auszubauen, wird den Gesamtschulen der Geldhahn zugedreht, werden im Grund-, Haupt- und Realschulbereich erfolgreiche integrative Maßnahmen abgebaut. - Statt die Quote der SchulabgängerInnen mit Abitur oder Fachabitur zu erhöhen, wird die 2-jährige Fachoberschule abgeschafft.
Ein Jahr mitte-rechts Senat: Aus PISA nichts gelernt. Mit überholten Bildungskonzepten aus der Mottenkiste der 50er Jahre mit Volldampf in den Bildungsnotstand.
Ilona Wilhelm Pressesprecherin der GEW Landesverband Hamburg 30. Oktober 2002
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