Überproportionale Kürzungen für benachteiligte Jugendliche in den Beruflichen Schulen geplant
Wieder zeigt sich, dass in der Hamburger Bildungspolitik dort gestrichen wird, wo es um benachteiligte Jugendliche geht. Im Rahmen der geplanten Umstrukturierung der Beruflichen Schulen zu Berufsbildungszentren (BBZ) sollen die Bedarfsgrundlagen hauptsächlich bei den Berufsvorbereitungs- und Fördermaßnahmen für benachteiligte Jugendliche gekürzt werden.
Bisher musste der Unterricht in den Beruflichen Schulen mit einer pauschalen Minderzuweisung von 13 % organisiert werden. Nun erfolgte die Konkretisierung, dass sowohl bei den Berufsvorbereitungskursen wie auch bei der Förderung der Benachteiligten im dualen System Einschränkungen von 10 – 45 % erfolgen sollen. Unter anderem sind die zweijährigen Berufsvorbereitungskurse für MigrantInnen betroffen. Vor dem Hintergrund, dass Jugendliche aus Immigrantenfamilien überproportional ohne Schulabschluss sind und es auf dem Ausbildungsmarkt außerordentlich schwer haben, ist diese Kürzung besonders schwerwiegend.
Die GEW-Vorsitzende Dr. Stephanie Odenwald äußert sich dazu: „Unter der Regie des Bildungssenators Lange wird überall dort eingeschränkt, wo es um die Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen geht. Damit vertieft er die soziale Ungleichheit, die im bundesdeutschen Bildungswesen laut Pisa besonders ausgeprägt ist. Wenn benachteiligte Jugendliche nicht besonders gefördert werden, um ihren Weg ins Arbeitsleben zu finden, ist die Ausgrenzung vorprogrammiert. Die geplanten Kürzungen bei den Berufsvorbereitungskursen und Fördermaßnahmen für Benachteiligte im dualen System sind verantwortungslos und ignorant gegenüber den Folgen für die Einzelnen und die Gesellschaft.“
Ilona Wilhelm Pressesprecherin der GEW Landesverband Hamburg 19.12.02