GEW fordert: Statt Pensionäre an die Schulen – mehr JunglehrerInnen einstellen!
Hamburgs Schulen sind in Not und nun sollen es, nach dem Willen der FDP, die Pensionäre richten – und zwar unentgeltlich. Die GEW erteilte diesem Ansinnen eine klare Absage. Die Unterrichtsversorgung ist vielerorts nicht mehr gesichert, weil der Lehrerstellenbestand so weit heruntergefahren worden ist. Im Laufe dieses Schuljahres werden nach dem Willen des Senats sogar weitere 274 LehrerInnenstellen abgebaut. Das wird die Versorgungslage der Schulen, die jetzt schon deutlich unter 100 % liegt, weiter verschlechtern.
Doch damit nicht genug: Gleichzeitig wird die Ausbildungskapazität für LehramtsreferendarInnen am Studienseminar zurückgefahren. Vom 1. Februar 2003 an werden innerhalb eines Jahres 410 ReferendarInnenstellen gestrichen! Des weiteren ist beabsichtigt im kommenden Jahr von den 660 fertig ausgebildeten JunglehrerInnen nur 400 einzustellen. Diese Maßnahmen sind nicht nur ein schäbiger Umgang mit dem Lehrernachwuchs. Angesichts des enormen Bedarfs an qualifizierten Lehrkräften – in Hamburg gehen innerhalb der nächsten 10 Jahre rund 8.000 Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand – handelt der Bildungssenator höchst unverantwortlich.
Die Misere an den Schulen ist offenkundig. Das machen auch die nicht abreißenden Proteste von Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen nur allzu deutlich. Die GEW fordert den Senat auf, die Kürzungsmaßnahmen im Bildungsbereich zurückzunehmen und eine zukunftsweisende Personalpolitik zu entwickeln statt auf die Pensionäre zurückzugreifen. Es müssen deutlich mehr LehrerInnen eingestellt und die Ausbildungskapazitäten für den Nachwuchs erhöht und nicht abgebaut werden.
Statt Pensionäre für lau zu beschäftigen sollte sich der Mitte-Rechts-Senat ein Beispiel an dem Spitzenkandidaten der CDU-Niedersachsen Christian Wulff nehmen. Der will nämlich nach einem Wahlsieg 2.500 Lehrkräfte zusätzlich einstellen!
Ilona Wilhelm Pressesprecherin der GEW Landesverband Hamburg 55/2002 vom 25. November 2002