Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
Hamburg:
Hamburg und Region


Themen:
Soziales • Bürgerrecht • Asyl
  Kinder u. Jugend
  Flüchtlinge 2002
  Bambule
Bildung • Schule • Beruf
Kultur
  Literatur
  Film
Datenschutz
Stadt-PR
  GAL
  SPD
  JuLis
  Wirtschaft
  Städt. Pressestellen


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Novellierung des Schulgesetzes

Keine Mittelkürzung für Integrierte Haupt- und Realschulen!

LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen protestieren gegen die faktische Abschaffung dieser Schulform.


Der Senat will mit der Novellierung des Schulgesetzes die Mittel der Integrierten Haupt- und Realschulen (IHR-Schulen) streichen und auf diesem Wege diese Schulform abschaffen. Dagegen machen die 16 IHR-Schulen mobil! Seit Anfang Dezember werden von LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen Unterschriften für den Erhalt der IHR-Schulen und ihre bedarfsgerechte Ausstattung gesammelt. In den letzten beiden Wochen haben schon einige IHR-Schulen ihre Unterschriftenlisten der Behördenleitung übergeben.

AM Donnerstag, dem 19.12.2002, wollen nun VertreterInnen der Schulen Theodor-Haubach und Arnkielstraße ihre zahlreichen Listen in einer gemeinsamen Aktion Senator Lange übergeben. Sie werden ca. 15.30 Uhr in der Hamburger Straße vor dem Eingang der Behörde für Bildung und Sport sein und sich dann auf den Weg zum Bildungssenator begeben.

Der Schulversuch Integrierte Haupt- und Realschule leistet ausgesprochen erfolgreiche Arbeit – das weist eine behördeninterne Studie nach!
Die zentralen Ergebnisse sind:HauptschülerInnen in IHR-Schulen erreichen größere Lernfortschritte als in reinen Hauptschulklassen.SchülerInnen mit ungünstigen Lernvoraussetzungen (Bildungshintergrund, Lernschwäche) erreichen an IHR-Schulen im Vergleich zu anderen Schulformen einen besonders hohen Lernzuwachs. Die Leistungsstarken haben keine Nachteile.Die Wiederholerquoten liegen an IHR-Schulen mit 9,3 % deutlich niedriger als an Hauptschulen (15,1 %) und Realschulen (21,7 %).Darüber hinaus hat eine umfangreiche Fragebogenerhebung ergeben, dass dieser Schulversuch sowohl bei Eltern als auch bei SchülerInnen eine hohe Akzeptanz erfährt. Das Schulklima hat sich positiv entwickelt. Gewalt und Vandalismus, das sog. "Hauptschulsyndrom", haben die meisten Schulen überwunden.
Daher ist es völlig unverständlich und inakzeptabel, dass diese Schulform nun auf kaltem Weg abgeschafft werden soll, indem ihr der Geldhahn zugedreht wird. Dies ist um so absurder, weil die IHR-Schulen sich aufgrund ihrer niedrigen Wiederholerquote und der damit verbundenen Vermeidung zusätzlicher Lehrzeiten quasi selbst finanzieren.
Hier zeigt sich erneut, dass die Leitung der BBS, allen voran Schulsenator Lange, nicht bereit ist, ihre ideologischen Scheuklappen abzulegen. Trotz gegenteiliger Erkenntnisse nationaler und internationaler Untersuchungen wie PISA und LAU wird weiterhin Integration abgebaut und Auslese verschärft. Opfer dieser rückwärtsgewandten Bildungspolitik sind einmal mehr die SchülerInnen, deren Bildungs- und Lebenschancen erheblich beeinträchtigt werden.


Ilona Wilhelm
Pressesprecherin der GEW
Landesverband Hamburg
18.12.02


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

"Wir brauchen eine andere Schule!" | Kürzungen für benachteiligte Jugendliche