 |
|
 |
 |
 |
 |
Wirtschaftsbehörde gefährdet 450 Arbeitsplätze
|
|
|
Wirtschaftsbehörde gefährdet 450 Arbeitsplätze
Massive Vorwürfe gegen das Verhalten der Wirtschaftsbehörde haben das Diakonische Werk Hamburg und die zum Verband der Diakonie gehörende Harburger GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH heute mittag auf einer Pressekonferenz erhoben. Unterstützt wurden sie von Andreas Buß, Vorstandsmitglied der Laurens Spethmann-Holding AG & Co. und Aufsichtsrat bei GATE sowie dem Harburger Propst Jürgen Bollmann.
Die Wirtschaftsbehörde plant die Einführung einer Fallkostenpauschale für Träger arbeitsmarktpolitischer Projekte zum 1. Januar 2003. Aber noch immer fehlen konkrete Informationen zur Umsetzung.
Diese Pauschale bedeutet für die GATE GmbH ein Minus von rund 45 % gegnüber der bisherigen Finanzierung. GATE muss voraussichtlich zwischen 10 und 17 Personalstellen sowie erhebliche Sach- und Mietkosten einsparen. Betriebszusammenlegungen und Schließungen wären unvermeidlich. Entsprechende Umstrukturierungen und Auflösungen sind nicht innerhalb von vier Wochen zu bewerkstelligen, so dass das gesamte Unternehmen durch die auftretende Finanzierungslücke gefährdet ist. Gisela Beck, Geschäftsführerin der GATE GmbH: "Ich kann bis jetzt keine wirtschaftlichen Planungen vornehmen, da ich keine Anhaltspunkte dafür habe, wie die Fallkostenpauschale umgesetzt werden soll. Wir brauchen Zeit, um auf diese Einsparungen zu reagieren."
Gefordert wird, dass die Wirtschaftsbehörde die Einführung der Fallkostenpauschale verschiebt, um den Trägern die nötige Anpassungszeit zu geben, genauso wie es die Behörde für Soziales und Familie tut, die das neue System erst zum 1.1.2004 plant. Gisela Beck: "Wir werden dafür kämpfen, um diese Zusage zu erhalten."
"Gerade von der Wirtschaftsbehörde erwarten wir eine professionellere Arbeit und mehr Verständnis für betriebswirtschaftliche Erfordernisse," so Stefan Rehm, Vorstand Finanzen und Personal im Diakonischen Werk Hamburg. Spethmann-Vorstand Andreas Buß zieht den Vergleich mit der Wirtschaft: "Wir sind es gewöhnt, als erfolgreiches Unternehmen rechtzeitig zu planen, um die notwendigen Veränderungsprozesse zu managen." Er kritisiert Uldall scharf: "Gerade der Senator, der 1997 den Deutschen Mittelstandspreis gewonnen und als Unternehmensberater gearbeitet hat, ist dafür verantwortlich."
Der Vorwurf: Erst hatte nach dem Regierungswechsel die Wirtschaftsbehörde die Zuständigkeit für Teile der Arbeitsmarktprojekte an sich gezogen, so dass ein großer Träger wie GATE in den Behördenwirrwarr geriet, ständig mit zwei Behörden verhandeln zu müssen, jetzt treibt eben diese Behörde die Projekte durch ihr unprofessionelles Verhalten in den Ruin. Andreas Buß bezeichnet die unterschiedlichen Vorgehensweise der Sozialbehörde und der Wirtschaftsbehörde unter einem Dach des Senats "als Führungsfehler Nummer 1".
Propst Jürgen Bollmann prangerte die fehlende Abstimmung zwischen den Behörden an: "Wenn GATE Insolvenz anmeldet, dann werden auch die von der Sozialbehörde gewollten Projekte kaputt gehen." Er warnte vor den Folgen für die soziale Stadtteilentwicklung wie Verslumung und Kriminalität.
Die GATE Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung mbH ist ein Unternehmen für Beschäftigung, Qualifizierung, berufliche Bildung und Information mit Schwerpunkt in Hamburg-Harburg. Insgesamt arbeiten bei der GATE GmbH rund 450 Menschen.
Der Unternehmensbereich Arbeit, Qualifizierung und Vermittlung beschäftigt und qualifiziert auf befristeten Stellen in neun Betrieben und in der Verwaltung zuvor langzeitarbeitslose Menschen, um ihnen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bessere Chancen zu ermöglichen. Gleichzeitig werden von diesen Projekten Dienstleistungen in benachteiligten Stadtteilen angeboten. Rund 300 Personen arbeiten in diesem Bereich.
Fünf der Betriebe (Kleiderkammer Wilhelmsburg, KochKunst, Freibad Neugraben, JobShop Süderelbe und Dienstleistungszentrum Kirchdorf- Süd) werden gefördert durch Mittel der Bundesanstalt für Arbeit und der Behörde für Soziales und Familie der Freien und Hansestadt Hamburg. Die restlichen vier Betriebe dieses Unternehmensbereiches werden neben der Bundesanstalt für Arbeit finanziert durch die Behörde für Wirtschaft und Arbeit.
Des weiteren besteht bei der GATE GmbH noch der Bereich Berufsbildung mit 10 Projekten, die durch die Bundesanstalt für Arbeit, verschiedene Fachbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg, den Europäischen Sozialfonds und Bundesmittel finanziert werden. Über 300 Menschen nutzen die Angebote zu Berufsorientierung, Ausbildung, Ausbildungsvorbereitung und -begleitung, Information und Ausbildungsvermittlung.
Diakonisches Werk Hamburg Information und Öffentlichkeitsarbeit Königstraße 54 22767 Hamburg
4.12.02
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
DIPLOMVORTRÄGE ARCHITEKTUR | UNI-Hamburg: Master of International Taxation
|
|