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"Stadt - Wald": Ausgewählte Einzelinformationen
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Ausgewählte Einzelinformationen aus dem Buch "Stadt - Wald" von Hans Walden, gegliedert nach Gebietsteilen
Bezirk Hamburg-Mitte
Hamm
Zu den untergegangenen Wäldern gehört der 1319 erstmals urkundlich erwähnte Wald Hamme. Er kam 1383 in den Besitz Hamburgs. Nach einer alten, bis heute nicht widerlegten These hat nicht nur der Stadtteil Hamm, sondern auch die Stadt Hamburg ihren Namen von diesem Wald erhalten. 1699 erließ der Hamburger Rat 1699 ein "Mandat, die Hamm- und Hörner Hölzung nicht ferner zu ruiniren" - die Vernichtung konnte jedoch nicht mehr abgewendet werden.
Neustadt/St. Pauli
Die Straße Eichholz in der Nähe der Landungsbrücken erinnert mit ihrem Namen an einen Wald, der direkt vor den mittelalterlichen Stadtmauern lag und Teile des Hamburger Bergs bedeckte. Seit 1566 musste jeder Reepschläger, der hier auf den Bahnen zwischen den Bäumen Tauwerk herstellte, jährlich sechs Jungeichen nachpflanzen. Im Eichholz fand bis 1623 auch das Hamburger Vogelschießen statt. Dann wurde dieser Wald zugunsten des neuen Festungsrings, mit dem sich Hamburg vor möglichen Attacken schützte, abgeholzt.
Die Reepschläger besaßen auch auf ihrem neuen Arbeitsterrain, von dem die heutige Reeperbahn ihren Namen ableitet, einen beachtlichen Baumbestand. In diesem Lustwäldchen gingen viele Hamburger im 18. Jahrhundert gerne spazieren. Kurz nach 1882 wurde die grüne Oase der Bebauung geopfert.
Bezirk Wandsbek
Die Walddörfer
Von 1437 bis 1576 brachte Hamburg in mehreren Schritten waldreiche Exklaven auf holsteinischem Boden an sich. Zu diesen Walddörfern gehörten Wohldorf, Ohlstedt, Volksdorf, Farmsen, Großhansdorf, Schmalenbeck und eine Hälfte des Dorfes Hoisbüttel. Die vier zuerst genannten Dörfer liegen heute im Bezirk Wandsbek, die anderen gehören zum Bundesland Schleswig-Holstein (zu diesen s. unten Rubrik "Frühere Gebiete Hamburgs").
Wohldorf-Ohlstedt
Vor 300 Jahren hieß der heutige Wohldorfer Wald noch Ohlstedter Wald. 1733 wurden die Waldnutzungsrechte der Ohlstedter Bauern auf Betreiben des Wohldorfer Gutspächters weitgehend aufgehoben - weshalb man amtlicherseits nun vom "Herrenholz zu Wohldorf" sprechen konnte. 1765/66 initiierte die Patriotische Gesellschaft auf einer Blöße im Wald die Anlage einer "Tannenkoppel" - es war der erste gelungene Nadelholzanbau auf Hamburger Boden. Seit den 1770er Jahren entwickelte sich der "Große Zuschlag" im Wohldorfer Wald mehr und mehr zu einem "Lustgehölz" für die im Herrenhaus amtierenden Waldherren und andere Vertreter der Hamburger Führungsschicht. 1804 ließ die Senatorengattin Elisabeth Hudtwalcker - nicht, wie man bisher glaubte, die Dichterin Christine Westphalen - zwischen den Bäumen eine romantische Waldhütte errichten, die jahrzehntelang ein Hauptanziehungspunkt für Waldbesucher war.
Volksdorf
Volksdorf zeichnete sich durch wertvolle Eichenbestände aus. Seit 1740 verging fast kein Jahr, in dem die Hamburger Waldherren nicht einzelne Volksdorfer oder das ganze Dorf wegen Holzdiebstahls zu Geldstrafen verurteilten. Die Entdeckung versteckter Holzvorräte auf dem Hof des Volksdorfer Bauernvogts Heins veranlasste 1762 eine scharfe Untersuchung. Die ganze Dorfschaft wurde damals mit einem Strafgeld von 160 Mark belegt, und dem Waldreiter Greve wurden "wegen schlechter Aufsicht auf der Volcksdorffer Waldung" 30 Mark vom Salär abgezogen - immerhin ein Zehntel seines jährlichen Grundgehalts. Durch die Verkoppelung von 1799/1800 wurden die Grenzen des städtischen Forstgebiets Volksdorfer Wald verbindlich festgelegt. Von 1835 bis 1937 befand sich in Volksdorf an der Farmsener Landstraße der Hauptsitz der Hamburger Forstverwaltung.
Farmsen-Berne
Die Geschichte Farmsens bietet eines der krassesten Beispiele für die Waldvernichtung im Hamburger Raum. Noch im 16. Jahrhundert war der Wald von Farmsen so groß, dass in ihm mehrere hundert Schweine gemästet werden konnten. Doch Streitigkeiten zwischen dem Farmsener Gutspächter und der Stadt Hamburg führten zwischen 1555 und 1576 zu schweren Einbußen am Wald. 1745 konnten in Farmsen noch 60 Eichen für den Bau des Gymnasiums und der Stadtbibliothek in Hamburg geschlagen werden. Am Ende des 18. Jahrhunderts gab es hier nur noch zwei kleine Eckerkoppeln, die die Stadt 1808 an einen Wandsbeker Privatmann verkaufte.
Berne, heute mit Farmsen vereint, befand sich ab 1375 im Besitz des Hamburger Hospitals St. Georg, das in den dortigen Gehölzen u.a. Brennholz für die Siechen schlagen ließ. Hier ist bereits seit 1444 die Tätigkeit eines Holzvogts nachweisbar.
Marienthal - Wandsbeker Gehölz
Zu einem bei den Bewohnern Hamburgs äußerst beliebten Ausflugsziel entwickelte sich im späten 18. Jahrhundert der Wandsbeker Waldpark des Großkaufmanns Heinrich Carl von Schimmelmann, der als Berater des dänischen Königs über großen Einfluss verfügte. Der Wandsbeker Schlossgarten mit seinen abgezirkelten Bosketts wurde ab 1780 unter dem Einfluss des berühmten Gartenschriftstellers Hirschfeld um waldreiche Teile vergrößert. Schon in den Jahren zuvor hatte der "Wandsbecker Bothe", Matthias Claudius, in Gedichten die schlichte Schönheit des hiesigen Waldes gepriesen. Während der von Schimmelmann zuerst angelegte Teil des Schlossparks zusammen mit dem Schlossgebäude um 1860 vernichtet wurde, blieben Teile des erweiterten Waldparks in Gestalt des heutigen Wandsbeker Gehölzes erhalten.
Wellingsbüttel
Die Wellingsbüttler Waldgebiete wurden im Dreißigjährigen Krieg durch marodierende Truppen stark in Mitleidenschaft gezogen. Nur auf menschliches Eingreifen war es zurückzuführen, dass es später hier überhaupt noch einzelne Waldpartien gab. 1792 berichtete ein Zeitgenosse, in Wellingsbüttel würden "bei gutem Wetter eine Menge Menschen in dem schönen schattigten Gehölze einhergehen". Dieses heute vergessene Spaziergehölz Grevenau hatte, wie der Autor herausgefunden hat, der Reichshofrat Theobald Joseph von Kurtzrock in den 1760er-Jahren in der Nachbarschaft seines Gutshauses anlegen lassen. Später kam das Gut mit dem Gehölz nacheinander in den Besitz verschiedener Hamburger Kaufleute.
Poppenbüttel
Die Poppenbüttler Holzbestände befanden sich seit dem 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1803 unter der Kontrolle des Hamburger Domkapitels. 1781 ergab eine Zählung, dass 3.754 Stämme, vorwiegend Eichen, den vorangegangenen Raubbau überstanden hatten. Eine Rieseneiche am Poppenbüttler Dorfeingang, deren hohler Stamm einen Umfang von 12 Metern gehabt haben soll, wurde 1819 gefällt.
Bergstedt - Rodenbeker Quellental
Die Bergstedter scheinen in früheren Zeiten gute Geschäfte mit dem Holzhandel gemacht zu haben. Die Kombination von Wald und Wasser bei der Rodenbeker Wassermühle lockte besonders nach Eröffnung von Weckers Gasthaus "Rodenbeker Quellental" im Jahr 1885 stadtmüde Besucher in Scharen an.
Bezirk Hamburg-Nord
Fuhlsbüttel/Langenhorn
Zwischen Fuhlsbüttel und Langenhorn lag einst der Wald Horn. Eine Urkunde von 1283 bezeugt, dass die Bauern beider Dörfer im Horn zur Viehweide und Schweinemast berechtigt waren. Eine schwache Erinnerung an diesen Wald existiert noch im Fuhlsbüttler Straßennamen Hornkamp. Seit dem 16. Jahrhundert nutzte das Hospital St. Georg die Langenhorner Waldgebiete - bis zum bitteren Ende: 1765 wurden die letzten verbliebenen Holzbestände zum Fällen verkauft. Einen neuen Wald schuf Hamburgs Förster Brinckmann ab 1803 auf der Langenhorner Heide, die sog. "Tannenkoppel". Diese Revierfläche blieb der Forstverwaltung jedoch nicht erhalten: 1891-93 wurde hier die "Irrenanstalt Langenhorn" errichtet.
Groß Borstel
Das Holz von Groß Borstel gehörte seit 1325 dem Kloster Harvestehude, seit 1530 dem Hamburger Kloster St. Johannis. Nach der Franzosenzeit 1813/14 war dort nur eine kleine Eckerkoppel übrig. Neben dieser Eckerkoppel forsteten Hamburger Forstbeamten ab 1822 einen Nadelwald auf. Das so entstandene kleine Forstgebiet ging 1836 in den Privatbesitz des Jägers Wehling über, der hier mit wachsendem Zuspruch eine Gastwirtschaft betrieb. Der "Borsteler Jäger" entwickelte sich zu einem äußerst beliebten Ausflugsziel der Hamburger.
Barmbek/Dulsberg
Barmbek kam 1355 mit seinen Waldgebieten an das Hamburger Hospital zum Heiligen Geist. Der Name der Dulsberger Straße Kiefhörn leitet sich von dem erstmals 1365 erwähnten Gehölz Kyfhorn ab, das damals zu Barmbek gehörte, allerdings auch von den Hinschenfelder Nachbarn beansprucht wurde. Als Barmbeks letzter Waldrest wurde die kleine Eckerkoppel in der Franzosenzeit 1813/14 komplett abgeholzt.
Winterhude/Stadtpark
Adolph Sierich, der bedeutendste Grundbesitzer von Winterhude, begann um 1880 damit, ein Ackergelände mit Eichen, Birken und Fichten aufzuforsten. 1902 kaufte die Stadt Hamburg dieses Sierichsche Gehölz auf. Aus ihm wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg der Westabschnitt des neuen Hamburger Stadtparks.
Ohlsdorfer Friedhof
Unter der Leitung von Hamburgs Förster Leopoldt wurde 1875 mit den ersten Pflanzungs- und Saatarbeiten für den neuen Friedhof in Ohlsdorf begonnen. Seit 1885 wurden im Waldgürtel auch Grabstätten für vermögende und prominente Familien errichtet. Gorch Fock schrieb 1914, Hamburgs große Kaufleute würden in Ohlsdorf "wie alte germanische Helden im Waldesdunkel" ruhen.
Bezirk Eimsbüttel
Rotherbaum/Harvestehude
Der Grindel, von dem die Grindelallee und das Grindelviertel ihren Namen haben, war ein erstmals im 14. Jahrhundert erwähntes Waldgebiet, das im Laufe der Jahrhunderte nach und nach verschwand.
Die Idylle der ehrwürdigen Eichenwaldpartie an der Krugkoppel in Harvestehude wurde 1810 in einem Gedicht von Theodor von Haupt gepriesen, und Otto Speckter hielt sie 1860 auf einem romantischen Gemälde fest. In der Nachfolge existiert noch heute der Eichenpark.
Eimsbüttel
In der Gegend der heutigen Straße "Im Gehölz" und der Alardusstraße existierte früher das Eimsbüttler Holz. Im 18. Jahrhundert gehörte es der reichen Familie Lastrop und wurde deswegen Lastroper Holz genannt. Im Jahr 1772 versprach ein Reiseführer seinen Lesern, bei einem Mai-Spaziergang dorthin würden "unzählige Nachtigallen sich bemühen , Ihre müden Füße zu beseufzen". Zu den Lustwandlern im Eimsbüttler Holz gehörte um 1800 auch der Maler Philipp Otto Runge.
Niendorf
Das früher dänisch-königliche Forstgebiet Niendorfer Gehege kam 1912 in den Privatbesitz des Chefs der Albingia-Versicherung, Hermann F.M. Mutzenbecher, blieb aber der Öffentlichkeit weiter zugänglich.
Bezirk Altona
Flottbek
Das Flottbeker Holz war im 18. Jahrhundert einer der wenigen verblieben Eichenwaldreste der gesamten Umgebung. Der wohlbekannte Hamburger Kaufmann und Flottbeker Gutsbesitzer Caspar Voght setzte das Eigentumsrecht an dem Waldstück gegen die dänische Forstverwaltung durch und machte es zum Bestandteil seines Parks, der später den Namen Jenisch Park erhielt.
Bahrenfeld/Altonaer Volkspark
Caspar Voght war auch der erste Privatmann im Hamburger Raum, der durch Aufforstungen in Bahrenfeld schon vor 1800 die Möglichkeiten des Nadelholzanbaus aufzeigte. Über ein Jahrhundert später dienten die Bahrenfelder Nadelwaldbestände dem Altonaer Gartendirektor Ferdinand Tutenberg als Ausgangsmaterial für die Anlage des großen Altonaer Volksparks.
Blankenese/Rissen/Iserbrook
Der Klövensteen in Rissen ist ein reiner Kunstwald. 1790 legten dänisch-königliche Beamten fest, welches Gebiet aufgeforstet werden sollte. Es kostete unendliche Mühen, in auf Moor- und Heideboden einen geschlossenen Nadelwald aufwachsen zu lassen.
Die größten Privataufforstungen im Gebiet der Elbvororte gehen auf den Hamburger Großkaufmann Johann Cesar VI Godeffroy zurück, der wegen seiner Handelsbeziehungen zum Pazifik auch den Titel "ungekrönter König der Südsee" trug. Kurz nach 1840 begann er mit dem Nadelholzanbau in Iserbrook. In Rissen verwandelte er ab 1850 Sanddünen und Bauernfelder in Wald. Auch im westlichen Blankenese schuf er auf sandigen Hügeln ein Forstgebiet, das er mit Bezugnahme auf das Godeffroysche Familienwappen Falkenstein nannte.
Bezirk Harburg
Von allen Hamburger Bezirken weist der Bezirk Harburg die größten Waldflächen auf; sie gehören allerdings erst seit 1937/38 zur Hansestadt. Haake und Emme, Hoop und Stuck, Heisterhope, Borstel, Hausbruch, Betenbrock, Waseberge, Eißendorfer Holz, Heimfelder Holz und Osterholz – so lauten die alten Namen der dortigen Waldgebiete, die alle ihre eigene Geschichte haben. Aus ihnen wurden beträchtliche Mengen Blaubeeren nach Hamburg geliefert – Hamburger Weinhändler nutzten sie, um Weißweine rot zu färben. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erlebte der Hamburger Ausflugsverkehr in die Wälder bei Harburg einen gewaltigen Aufschwung. Naturhungrige Städter kamen zu Zehntausenden hierher; Haake und Emme wurden von Gaststätten und Hotels regelrecht eingekreist.
Bezirk Bergedorf
Bergedorf
1780 erwogen die Vertreter des Hamburger und Lübecker Rats in Bergedorf, die Bergedorfer Holzung mit ihren gut 3.300 Eichen zu roden. Zwar nahm man wieder Abstand von dieser Idee, doch in der Franzosenzeit verwüsteten nacheinander die verschiedensten Truppenverbände die Holzbestände. Der Bergedorfer Amtsverwalter Lindenberg, der botanisch sehr interessiert war, setzte sich nachdrücklich für die Wiederherstellung des Gehölzes und die 1818 erfolgte Umwandlung in ein kleines Forstrevier ein. Als Hamburg 1842 durch die Eröffnung der Bahnstrecke nach Bergedorf in das Eisenbahnzeitalter eintrat, wurde das Bergedorfer Gehölz schlagartig von der großstädtischen Bevölkerung als Erholungsgebiet entdeckt. Die Attraktivität des Waldgebiets wurde für Bergedorf zu einem ökonomischen Faktor erstes Ranges. Lauter Protest regte sich, weil die Forstleute bei ihren Verjüngungsmaßnahmen im Gehölz keine Rücksicht auf romantische Altbestände nahmen. Die Bergedorfer beschwerten sich so lange über "die Verunzierung des Bergedorfer Gehölzes durch forstwirtschaftliche Maßnahmen", bis sie den Wald in Selbstverwaltung übernehmen konnten.
Wer kennt heute noch den Altengammer Zuschlag? So bezeichneten Hamburgs Förster im späten 19. Jahrhundert den Kiefernforst, der ab 1857 im Nordosten von Altengamme entstanden war. Das Gebiet, das heute den Ostzipfel des Hamburger Staatsgebiets bildet und als Polizeiübungsgelände genutzt wird, ist vor kurzem in das neue Naturschutzgebiet "Borghorster Dünen/Elbwiesen" einbezogen worden.
Frühere Gebiete Hamburgs
Großhansdorf
Großhansdorf und Schmalenbeck besaßen von allen Hamburger Walddörfern die größten Waldgebiete. Dort wurden 1698 die ersten Unregelmäßigkeiten in der Waldwirtschaft entdeckt, die in Hamburg für große politische Turbulenzen sorgten und einem Ratsherrn das Amt kosteten. Dem Großhansdorfer Müller durch Schraubenfolter abgepresste Aussagen wurden als Beleg dafür gewertet, dass der Waldherr sich durch Korruption bereichert hatte. In Großhansdorf entstand 1701 Hamburgs erstes Forsthaus - für den neuen Waldreiter Plate. Aufgrund der 1806 abgeschlossenen Verkoppelung bekam Großhansdorf-Schmalenbeck zwar ein immerhin 160 Hektar großes Forstrevier, doch es wurden auch sehr große und wertvolle Waldgebiete zur Abholzung freigegeben.
Hoisbüttel
Seit 1437 gehörte eine Hälfte von Hoisbüttel zu Hamburg. Eigentlich sollten sich die Stadt und der holsteinische Gutsbesitzer die Nutzung des Waldes gleichberechtigt teilen, doch richteten ihn beide Seiten in der ständigen Furcht, übervorteilt zu werden, zu Grunde - 1778 war er "total ruinirt".
Geesthacht
1736 wurde über den "großen Abgang des Holzes zu Geesthacht" geklagt. Die letzten Eichenbestände in Geesthacht wurden 1812 von den eigenen Bewohnern gefällt und zu Geld gemacht. Darauf wurde der bisher dort beschäftigte Holzwärter von der Obrigkeit eingespart. Um 1830 entschied man sich, in Geesthacht durch Kiefernaufforstungen jungen Wald zu begründen. Das neue Revier machte ab 1844 wieder die Einstellung eines Geesthachter Forstbeamten (Vollradt) erforderlich. Das spätere Absterben eines Teils der Kiefern hing mit den Emissionen der Geesthachter Glasfabrik zusammen.
Bilsen
Das Dorf Bilsen in der Nähe von Quickborn mit dem großen Bilsener Wald bildete im 17. und 18. Jahrhundert einen speziellen Zankapfel zwischen Hamburg und dem dänischen König. Der Wald stand eigentlich dem Hamburger Kloster St. Johannis zu, doch eigener Raubbau und die ständigen Übergriffe der dänischen Untertanen ließen ihn bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf einen kleinen Rest zusammenschrumpfen. 1803 tauschte das Johanniskloster Bilsen gegen Alsterdorf ein.
Amt Ritzebüttel (bei Cuxhaven): Brockeswald und Wernerwald
Der Hamburger Ratsherr Barthold Heinrich Brockes, der große Berühmtheit als Dichter erlangte, begeisterte sich ab in seiner Naturpoesie ab 1721 auf ganz neuartige Weise für die Schönheit des Waldes. Als Amtmann in Hamburgs Außengebiet an der Elbmündung gestaltete er einen kleinen Wald ab 1737 in ein „Lustrevier“ um – der Brockeswald existiert noch heute. Auch der Wernerwald an der Nordseeküste bei Sahlenburg ist ein Werk Hamburgs. Die Hansestadt ließ dort ab 1880 über 300 Hektar Heide und Dünen mit Nadelholz aufforsten. Benannt ist der Wald nach dem damaligen Ritzebüttler Amtsverwalter Werner.
Sachsenwald
Mehrere Jahrhunderte lang versuchte Hamburg zusammen mit Lübeck, sich einen Zugriff auf das wirtschaftliche Potential des Sachsenwaldes, des bei weitem größten Waldgebiets der Umgebung, dauerhaft zu sichern. Hierzu bringt das Buch viele neue Informationen und zahlreiche Korrekturen bisheriger Darstellungen. Den 1420 durch eine Militäraktion gegen den Herzog von Sachsen-Lauenburg gewaltsam erworbenen Nutzungsanspruch übten beide Städte über ein Jahrhundert faktisch aus, wozu sie "Warsmänner" und "Waldgreven" einsetzten. Als der Herzog die Städte immer stärker aus der Mitnutzung des Waldes herauszudrängen suchte, reichten Hamburg und Lübeck 1549 Klage beim Reichskammergericht ein. Obwohl das Gericht den Städten immer wieder das Recht auf den halben Sachsenwald bestätigte und obwohl ein beiderstädtisches Militärkontingent 1671 zeitweilig ein Lager mitten im Wald einrichtete, konnten sich die Städte am Ende nicht durchsetzen. Weil Friedrichsruh beim Bau der Eisenbahnstrecke Hamburg-Berlin 1846 einen eigenen Bahnhof erhielt, kamen nicht mehr nur Kutschen mit Gästen aus besseren Kreisen und romantische Einzelwanderer hierher, sondern auch Angehörige anderer Schichten. Später wurde Bismarck, seit 1871 Besitzer des Sachsenwaldes, zum prominentesten Waldspaziergänger seiner Zeit. Der Autor schildert, wie der Bismarck-Kult und die wilhelminische Waldbegeisterung seit etwa 1890 eine merkwürdige Verbindung eingingen.
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Literatur | Hans Walden: Stadt – Wald
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