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Aufruf u. Bericht
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Am Abend des 18. November 2002 hat nach dem Heimspiel des FC St. Pauli eine spontane Demonstration gegen die Räumung des Bauwagenplatzes "Bambule" in unseren Strassen stattgefunden. Ca 1000 Menschen wollten friedlich Ihren Protest gegen die Vertreibung Ihrer Nachbarn, gegen die Politik des Senat im allgemeinen und den Innensenator Schill im besonderen deutlich machen. Die Antwort der Innenbehörde und der von Ihr eingesetzten Polizei auf die Demonstration lässt uns zunächst in Entsetzen stehen:
Die Demonstration wurde von der Feldstrasse Ecke Budapester Strasse mit massiven Polizeikräften in das Wohn- und Kneipenviertel St. Pauli Nord abgedrängt und letzten Endes dort eingekesselt. Fast auf jeden Demonstranten kam ein martialisch ausgerüstete/r Polizeibeamte/r; zudem wurden Wasserwerfer und Räumpanzer aufgefahren. Auf den Strassen hielten sich zudem viele Menschen auf - normale Gastronomiebesucher aber auch viele Fans, die Ihren Frust nach der erneuten Heimniederlage durch Klönen und Trinken eines Bieres abbauen wollten. Die Wasserwerfer, die alleine aufgrund Ihres Gewichts von weit über 30 Tonnen und des schlechten Sichtfelds für die Fahrer eine lebensbedrohliche Gefahr für PassantInnen, DemonstrantInnen und sogar für die PolizeibeamtInnen darstellen, wurden ohne Rücksicht auf Verluste in die engen Strassen gezogen. Jagdszenen, spielten sich im Viertel ab: Die Wasserwerfer, die schwere Knochenbrüche hervorrufen können, wurden fast wahllos eingesetzt; Menschen wurden mit Polizeiknüppeln brutal zusammengeschlagen, ein Angestellter eines Restaurants sogar so, dass er mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ein Vorgang, der inzwischen sogar von der Polizei selbst bestätigt wurde und der in der kompletten Hamburger Medienöffentlichkeit Widerhall fand.
Die 269 "Ingewahrsamnahmen" stellen einen groben Rechtsbruch dar, der durch nichts zu rechtfertigen ist. DemonstrantInnen wurden mit Kabelbindern gefesselt und dann bis zu 6 Stunden festgehalten - teilweise ohne dass Ihnen mitgeteilt wurde weswegen, fast allen wurden verweigert, mit einem Anwalt zu telefonieren, anderen sogar der Gang zur Toilette. Dies sind Zustände gegen die wir etwas unternehmen müssen. Wir müssen versuchen zu dokumentieren wie die Einsatzkräfte der Hamburger Polizei instrumentalisiert werden, um ein fragwürdiges politisches Konzept durchzusetzen Deswegen möchten wir Euch / Sie zu einer Veranstaltung einladen, auf der wir Augenzeugenberichte sammeln wollen über die Ereignisse dieser Nacht; auf der wir besprechen wollen, welche Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit es gegen die Wiederholung eines derartigen brutalen Einsatzes es gibt und welche Möglichkeiten es gibt, auch juristisch dagegen vorzugehen.
P.S.: Wir bitten alle herzlich, die über diese Nacht etwas zu berichten haben, Ihre Beobachtungen in einem Gedächtnisprotokoll festzuhalten und falls Ihr/Sie nicht in die Friedenskirche kommen könnt, es uns schriflich zukommen zu lassen.
Liebe Nachbarn, liebe Freundinnen und Freunde. Veranstaltung zum Polizeieinsatz in der Nacht vom 18. auf den 19.11.2002 am Freitag, den 22.11.2002 ab 18:00 Uhr in der Friedenskirche am Brunnenhof / Otzenstrasse (Eingang Spielplatz).
Aufrufer: Friedrich Brandi (Friedenskirche), Ermittlungsausschuss Hamburg, Ariane Dandorfer, Martin Wittmaack
Kontakt: Friedenskirche | Am Brunnehof 38 | 22767 Hamburg | stpauli-wehrt-sich@nadir.org V.i.S.d.P.: M.Wittmaack • Neuer Kamp 25 • 20359 Hamburg
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