Diakonie-Resolution: Pflegedienste geraten in die Insolvenz
Diakonie fordert Kassen zum Umdenken auf Befürchtung: Pflegedienste werden 2003 in die Insolvenz geraten
Die Mitglieder des Diakonischen Werks Hamburg haben auf ihrer gestrigen Mitgliederversammlung eine Resolution zur Zukunft der ambulanten Pflege verabschiedet:
Die Mitgliederversammlung beobachtet mit großer Sorge die Entwicklung in der Pflege und befürchtet, dass aufgrund der dramatisch abgesenkten Kostensätze in der häuslichen Krankenpflege im Jahr 2003 viele Pflegedienste in die Insolvenz geraten werden. Die Krankenkassen besitzen faktisch eine Monopolstellung gegenüber den Pflegediensten und nutzen diese, um existenzbedrohende Preissenkungen umzusetzen. So werden vorgeschriebene Leistungen der Kranken- und Pflegekassen weder kostendeckend noch leistungsgerecht vergütet. Die Kosten für die notwendige persönliche und soziale Betreuung der Menschen werden von den Kassen nicht ausreichend anerkannt.
Wir wollen, dass Pflegebedürftige in ihrem Wert und ihrer Würde respektiert und vor allem ganzheitlich betreut und gepflegt werden können.
Da die Kranken- und Pflegekassen in erster Linie an Ausgabenminderung und Budgetsicherung interessiert sind, ist zu erwarten, dass es in Zukunft zu immer stärkeren Leistungseinschränkungen kommen wird. Leistungsgerechte Vergütungen sind vor diesem Hintergrund kaum verhandelbar. Dies ist ein unhaltbarer Zustand. Vor dem Hintergrund der Reformen im Gesundheitswesen und insbesondere im Blick auf die Veränderungen in der Krankenhausversorgung, in deren Gefolge die häusliche Versorgung eine immer größere Bedeutung erhalten wird, fordern wir die Kassen zum Umdenken auf.
Darüber hinaus ist es notwendig, dass die Bundesregierung gesetzgeberisch aktiv wird und für die häusliche Krankenpflege eine Schiedsstelle als Konfliktregelungsinstrument in das Sozialgesetzbuch V aufnimmt.
Katharina Weyandt Diakonisches Werk Hamburg Information und Öffentlichkeitsarbeit Königstraße 54 22767 Hamburg