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ISSN 1610-0611
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Alice Schwarzer u. d. Kürzungen i. d. Frauenkultur

Alice Schwarzer und die Kürzungen in der Frauenkultur

Haushaltsausschuss berät Kürzungen in der Frauenkultur
Alice Schwarzer distanziert sich von Horákovás Äußerungen

In der Sitzung (1.10.02) des Haushaltsausschusses beschäftigen sich die Abgeordneten der Bürgerschaft mit dem Haushalt der Kulturbehörde 2003. Unter anderem sieht der Entwurf massive Kürzungen im Bereich der Frauenkultur vor. Dr. Verena Lappe, frauenpolitische Sprecherin der GAL-Fraktion verweist auf Unstimmigkeiten in der Argumentation der Kultursenatorin.

In der letzten Sitzung des Kulturausschusses am 12. September 2002 begründete die Kultursenatorin Kürzungen in der Frauenkultur mit der schwindenden
Bedeutung dieser Art der Förderung. Als Gewährsfrau für diese Sicht der Dinge führt sie Alice Schwarzer an, die ihr erklärt habe, dass die Förderung von Frauen als Frauen von diesen selbst nicht mehr gewünscht und nachgefragt werde. Alice Schwarzer dementiert das in einem Brief: "Nein, ich habe noch nie in meinem Leben mit Frau Horáková über die Förderung von Frauenprojekten gesprochen." Dazu Dr. Verena Lappe: "Der Versuch der Kultursenatorin, Alice Schwarzer vor ihren frauenpolitischen Kürzungskarren zu spannen, ist gründlich daneben gegangen. Es gibt keine Sachargumente, gewünscht wird ein politischer Richtungswechsel. Und das soll mit erfundenen Zitaten einer führenden Frauenpolitikerin gerechtfertigt werden."

Die geplanten Kürzungen sind für das Frauenmusikzentrum existenzbedrohend. Abgelehnt wurde nicht nur die weitere institutionelle Förderung. Zeitgleich mit der
Sitzung des Kulturausschusses am 12. September 2002 lehnte die Kulturbehörde einen Antrag auf Projektförderung ab. Bemerkenswert ist die Begründung: Während die Senatorin erklärte, es gebe immer weniger Anträge auf Förderung aus dem Referat Frauenkultur, heißt es im schriftlichen Ablehnungsbescheid der Behörde: "Ich bitte Sie, dies nicht als prinzipielle Ablehnung zu verstehen, da sich eine Vielzahl interessanter Projekte um eine Förderung beworben hat, von vorn herein jedoch nur eine begrenzte Anzahl berücksichtigt werden konnte." Dazu Dr. Willfried Maier, kulturpolitischer Sprecher der GAL-Fraktion: "Welche Version stimmt denn nun: Gibt es zu viele oder zu wenige Anträge auf Förderung durch das Referat Frauenkultur? Und wenn der Bedarf offensichtlich da ist, warum wird die Projektförderung für Frauenkultur komplett gestrichen?"

Lexi von Hoffmann
GAL-Fraktion
1. Oktober 2002


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