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Hamburgs Frauenkultur bald am Bettelstab
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Die GAL hakt nach Hamburgs Frauenkultur bald am Bettelstab
Der Senat hat angekündigt, die Zuwendungen für die Frauenkultur in Hamburg erheblich zu reduzieren und 2004 einzustellen. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass "die Partizipation von Frauen am Kulturleben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert (hat), insbesondere im Bereich Musik" (Drs. 17/1447). Die Förderung von Frauen sei "auch von diesen nicht mehr in dem Maße gewünscht und nach gefragt" und die Kulturszene werde "durch eine derartige Sonderförderung gespalten und nicht integriert" (Protokoll Haushaltsausschuß 28.8.02).
Die frauenpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, Dr. Verena Lappe, hält die Argumente des Senats für falsch. Vielmehr scheint es sich um einen politischen Richtungswechsel in der Hamburger Kulturpolitik zu Lasten der Frauen zu handeln. Die Abgeordnete hat sich mit einer kleinen Anfrage an den Senat gewandt. Schriftliche Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Verena Lappe (GAL) Betrifft: Partizipation von Frauen in der Kultur Der Senat beabsichtigt 2003 seine Zuwendungen im Bereich der Frauenkultur erheblich zu reduzieren und 2004 einzustellen. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass "die Partizipation von Frauen am Kulturleben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert (hat), insbesondere im Bereich Musik" (Drs. 17/1447). Außerdem sei "in Gesprächen, unter anderem mit Alice Schwarzer, deutlich geworden, dass die Förderung von Frauen - aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen seien - zum einen von diesen nicht mehr in dem Maße gewünscht und nach gefragt sei und zum anderen die Kulturszene durch eine derartige Sonderförderung gespalten und nicht integriert werde" (Protokoll Haushaltsausschuß 28.8.02). Der Senat hält die Arbeit des Frauenmusikzentrums zwar für erfolgreich, schließt aber eine Ansiedlung im Bereich der Musik wg. angeblich wirtschaftlicher Schwächen für ausgeschlossen.
Ich frage den Senat: 1. Auf welchen Untersuchungen und empirisch belegbaren Erkenntnissen basiert die Einschätzung, die Partizipation von Frauen in der Musik sei in den letzten Jahren verbessert worden? Wie lässt sie sich quantifizieren?
2. Alice Schwarzer dementierte in einer Stellungnahme vom 30.9.2002 entschieden Gespräche mit dem Senat über die Förderung von Frauenprojekten. Mit wem hat der Senat tatsächlich zu dieser Frage Gespräche geführt?
3. Mitarbeiterinnen des Vereins Frauenmusikzentrum erhoben den Anteil von Frauen und Männern als InterpretInnen auf den Bühnen Hamburger Live Musik- Clubs in der Zeit vom 15.9.-15.10. 2002. Ausserdem erfassten sie entsprechende Zahlen für das Philharmonische Staatsorchester und das NDR-Sinfonie- Orchester, sowie jeweils die Verteilung auf Instrumente bzw. Funktionen (Zusammenfassung s. Anlage 1).
3.1. Geht der Senat davon aus, dass diese Zahlen zutreffend sind?
3.2. Wie sahen diese Zahlen vor 5, 10, 15 und 20 Jahren aus?
3.3. Geben diese Zahlen nach Auffassung des Senats eine angemessene Repräsentanz der Geschlechter in diesen Musikbereichen wieder? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
3.4. Sieht der Senat einen Handlungsbedarf? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
4. Wie viele Frauen bzw. Männern nutzen Rockbüro und Rockcity im Jahr? Wie sahen die Zahlen pro Jahr seit Gründung bis heute aus?
4.1. Wie sind die Kapazitäten dieser Einrichtungen ausgelastet? Was hat sich bei der Auslastung pro Jahr seit Gründung verändert?
4.2. Frauenmusikzentrum und RockCity verfügen gemäß der Stellungnahme des Kulturausschusses an den Haushaltsausschuss (Sitzung 28.8.2002) über eine sehr ähnliche Einnahmenstruktur: fast identische Zuwendung, fast identische Eigenleistung aus Mitgliedsbeiträgen einerseits (fm:z) und Kfz-Vermietung andererseits (RockCity). Dennoch vertritt der Senat nur in Bezug auf das fm:z die Auffassung, die Arbeit "fände (...) unterhalb der wirtschaftlich relevanten Strukturen statt". Welche Begründung gibt es dafür?
5. Seit 1979 fördert "bildwechsel" Frauen/ Kunst und Kultur in den audiovisuellen Medien. In diesen Jahren entstand dort ein umfangreiches Film- und Videoarchiv. Nach Auffassung der Senatsvertretung im Kulturausschuss am 28.8.2002 handelt es sich hierbei um einen "Schatz", der erhalten bleiben soll.
5.1. Wie kann dies sichergestellt werden, wenn die Förderung dieses Projekts 2004 eingestellt wird?
5.2. Was wird der Senat unternehmen, um zu verhindern, dass dieses Archiv in eine andere Stadt abwandert?
6. Wo, seit wann bzw. ab wann und in welcher Weise wird in der Kulturbehörde Gendermainstreaming (hier ist keinesfalls die Umsetzung des Hamburgischen Gleichstellungsgesetzes gemeint) angewandt?
Pressestelle der GAL-Bürgerschaftsfraktion (PM Lappe - 08/11/02)
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