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ISSN 1610-0611
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Horáková mäht Frauenkultur nieder

(PM Lappe / 02-09-02)
Ende der Frauenkulturförderung
Horáková mäht Frauenkultur nieder

"Per Handstreich und ohne sich vor Ort kundig zu machen, fegt die Kultursenatorin eine in 20 Jahren mit viel Engagement aufgebaute Kultur aus der Hamburger Landschaft", kommentiert die GAL-Abgeordnete Dr. Verena Lappe die bekannt gewordenen Senatspläne, im kommenden Haushalt mehreren Frauenkultureinrichtungen die staatliche Förderung zu streichen und damit den finanziellen Boden zu entziehen. Besonders betroffen sind das Frauenmusikzentrum, das Medienzentrum "bildwechsel", die Frauenprojekte-förderung und das Frauenkulturhaus Harburg.
Ein Aus dieser bundesweit anerkannten Institutionen würde unter anderem das Ende für exzellente mädchenspezifische Musikförderung und für das europaweit einzigartige Künstlerinnenarchiv bedeuten.

Lappe: "Die Kulturbehörde passt sich perfekt in die Senatslinie ein: Hamburg treibt immer mehr ins Abseits - auch frauenpolitisch: Während auf EU-Ebene
Chancengleichheit und Gender Mainstreaming zunehmend an Bedeutung gewinnen, übt sich die Senatorin in Rückständigkeit."

Besonders erschreckend sei die fehlende Gesprächsbereitschaft und mangelnde Sachkenntnis, mit der die Senatorin Entscheidungen fälle und vertrete, so die GAL-
Abgeordnete weiter: "Frau Horáková kennt weder die Menschen noch die Orte, über die sie ihr Urteil fällt." Als "entsprechend perfide" bezeichnet die grüne Frauenpolitikerin die Senatsbegründung für die Kürzungen: "Die Behauptung, die Partizipation von Frauen am Kulturleben habe sich so sehr verbessert, dass keine Förderung mehr nötig sei, ist falsch. Das Ziel ist längst nicht erreicht. Die ersten Verbesserungen stehen jetzt wieder auf dem Spiel."

In der dem Haushaltsausschuss am 28. August 2002 zugeleiteten Drucksache 17/328 hatte der Senat mitgeteilt, dass Umschichtungen in der Höhe von 632.000
Euro zu Lasten der Zielgruppenarbeit "Frauen", der Kunst im öffentlichen Raum und durch eine Umwandlung von Investitionsmitteln in Betriebshaushaltsmittel (261.000 Euro) vollzogen werden.
Dem Frauenmusikzentrum wurde mitgeteilt, dass die Förderung (rund 67.000 Euro) gänzlich eingestellt werden soll, ebenso die Projekteförderung in Höhe von 52.000 Euro. Der Etat von "bildwechsel" wird von 202.000 Euro im Jahr 2003 halbiert und 2004 ganz eingestellt. Das Frauenkulturhaus Harburg wird möglicherweise in die bezirkliche Verantwortung übergeben - die Finanzierung ist unklar.



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fon 040.42831.2175
fax 040.42831.2557


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