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ISSN 1610-0611
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Horakovas Rache für den Bratling?

(PM Maier 040902)

'Kunst im Öffentlichen Raum' wird auf Halbmast gesetzt

Horakovas Rache für den Bratling?

In der heutigen Bürgerschaftsdebatte werden die Koalitionsfraktionen unter Führung der Schill-Partei versuchen, eine öffentliche Empörung über das Kunstprojekt "Aussendienst" zu inszenieren. Viel zu teuer sei es gewesen und statt einer dauerhaften Statue à la Bismarck-Denkmal gab es nur vorübergehende Installationen. "Die Koalition weiß offenbar nicht, dass bei der "Kunst im öffentlichen Raum" das Moment des zeitlich Begrenzten und Vergänglichen der aktuelle Trend in der internationalen Kunstwelt ist," bemerkt der kulturpolitische Sprecher der GAL-Fraktion, Dr. Willfried Maier. Selbst die Kultursenatorin huldigt dem Hang zum Temporären in Gestalt von Christo und Jean Claude. Trotzdem kürzt die Senatorin im Haushalt 2003 die Mittel für Kunst im Öffentlichen Raum um mehr als die Hälfte auf 250.000 Euro.

Auf der Internet-Seite ihrer Behörde verkündet Senatorin Horáková noch stolz zur 'Kunst im öffentlichen Raum': 'In seiner Kontinuität und Konsequenz ist das
Hamburger Programm einmalig in Deutschland ... Ausgestattet mit einem konstanten Jahresbudget können nun grundsätzlich alle Möglichkeiten der bildenden Kunst berücksichtigt werden, auch temporäre Projekte sind möglich.' Willfried Maier: "Damit soll jetzt wohl Schluss sein. Ab 2003 setzt die Kulturbehörde die dauerhafte und die temporäre Kunst im öffentlichen Raum auf Halbmast. Schade, denn bisher konnte Hamburg mit seiner Kunst im öffentlichen Raum glänzen."

Willfried Maier vermutet hinter den Kürzungsabsichten eine alte Rechnung: "Horakovas Rache für den Bratling hat groteske Züge: Weil die Kultursenatorin im
Zusammenhang mit dem viel diskutierten Bratlingprojekt nicht besonders gut aussah, muss nun die gesamte Kunst im Öffentlichen Raum leiden", konstatiert Willfried Maier.

Tina Fritsche
Pressesprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion


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