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Keine Acrylamid-Tests in Hamburg

Keine Acrylamid-Tests in Hamburg
GAL: Senator Rehaag verweigert die Arbeit


Die GAL-Bürgerschaftsfraktion kritisiert Umwelt- und Gesundheitssenator Rehaag für seine Politik im Umgang mit Acrylamid in Lebensmitteln.

In einer Kleinen Anfrage (Drs. 17/1828) wollte der Verbraucherschutzexperte der GAL-Fraktion Christian Maaß wissen, welche Lebensmittel
und welche Lebensmittelhersteller von den hamburgischen Behörden auf Acrylamid überprüft wurden und was für Ergebnisse die Untersuchungen erbracht haben.

In seiner Antwort sagt der Senat, dass er bisher keine Lebensmittel auf Acrylamid untersucht habe.
Christian Maaß:
“Das grenzt an Arbeitsverweigerung. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden dutzende Lebensmittelhersteller und Schnell-Restaurants untersucht und die Ergebnisse den Verbrauchern im Internet zugänglich gemacht. Senator Rehaag hat eine Verpflichtung gegenüber den Hamburgerinnen und Hamburgern, für Gesundheitsschutz und mehr Transparenz zu sorgen.”

Im Anhang: Die Schriftliche Kleine Anfragedes Abgeordneten Maaß.
Die Antwort des Senats können Sie als Fax unter Tel. 42831-1398 anfordern.
Betrifft: Maßnahmen des Senats gegen Acrylamid in Lebensmitteln

Behörden im In- und Ausland haben in den letzten Monaten und Wochen zahlreiche überhöhte Werte des Stoffes Acrylamid in stärkehaltigen Lebensmitteln gefunden. Nach neueren Untersuchungen scheint sich Acrylamid durch die starke Erhitzung stärkereicher Lebensmittel zu bilden. Besonders frittierte, gebackene und gebratene Kartoffel- und Getreideprodukte sind nach den neuen Untersuchungen mit Acrylamid belastet. Im Tierversuch konnte für Acrylamid eine erbgutschädigende, nervenschädigende und krebserregende Wirkung nachgewiesen werden. Die IARC (International Agency for Research on Cancer of WHO) hatte Acrylamid 1994 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht als zulässige Höchstmenge für Menschen die Einnahme von 1 Mikrogramm pro Tag und kg Körpergewicht an. In Kartoffelchips wurden teilweise Mittelwerte von 980 Mikrogramm pro Kilogramm gefunden. Auch Pommes Frites, Kekse, Brot und zahlreiche andere Lebensmittel sind besonders betroffen.

Zwischen Bund und Ländern ist ein Konzept zur Minimierung der Acrylamidbelastung verabredet worden, das auf so genannten Signalwerten beruht. Zur Ermittlung der Signalwerte für die einzelnen Warengruppen sind die bis dahin vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus Deutschland aufbereitet worden, um diejenigen Erzeugnisse zu identifizieren, die in ihrer Warengruppe zu den 10 % der jeweils am stärksten mit Acrylamid belasteten Lebensmitteln gehören. Bei diesen Erzeugnissen werden die Hersteller aufgefordert, die Gehalte zu reduzieren, so dass zuerst die Herstellverfahren für Produkte mit den höchsten Acrylamidanteilen verändert werden und anschließend die Gehalte in Produkten mit niedrigeren Werten minimiert werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von den Lebensmittelherstellern, die Werte ihrer Produkte offen zu legen. Dem kommen nur wenige Produzenten nach. Das Verbraucherministerium Nordrhein-Westfalen veröffentlichte daher jüngst die amtlichen Untersuchungsergebnisse über Acrylamidgehalte in Lebensmitteln einschließlich der Namen der Hersteller und der Produkte. Hersteller, deren Produkte den jeweiligen Signalwert überschreiten, wurden von den Überwachungsbehörden in NRW aufgefordert, bei den betroffenen Erzeugnissen Verfahren zur Minimierung des Acrylamidgehaltes zu entwickeln. Die betroffenen Produkte können jedoch aufgrund mangelnder gesetzlicher Grundlagen nicht aus dem Verkehr gezogen werden. Durch die Veröffentlichung der Werte haben die Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, ihr Konsumverhalten zu ändern und Hersteller zu wählen, deren Produkte möglichst geringe Werte aufweisen.

Ich frage den Senat:

Was für Maßnahmen hat der Senat ergriffen, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor Lebensmitteln zu schützen, die stark mit Acrylamid belastet sind?
Wie viele Messungen von Acrylamidwertungen hat der Senat veranlasst?
Welche Produkte welcher Lebensmittelhersteller wurden untersucht?
Wie hoch waren die jeweils festgestellten Belastungen für die einzelnen Produkte der jeweiligen Hersteller (einschließlich Angabe des Markennamens und des Herstellers)?





Pressestelle der GAL-Bürgerschaftsfraktion
(PM Maaß 12/12/2002)


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