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Konzept für Abi nach 12 J. nicht vor Herbst 2003

Konzept für Abi nach 12 Jahren nicht vor dem Herbst 2003
Chaos beim Schulgesetz: Behörde verheddert sich in unhaltbaren Versprechen

In der Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage von Christa Goetsch, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der GAL- Bürgerschaftsfraktion, zum Schreiben des Staatsrats der Behörde für Bildung und Sport vom 16.10. 2002 an Lehrerinnen, Lehrer und Elternratsmitglieder hat der Senat angekündigt, dass die Behörde das Konzept für die Umsetzung des Abiturs in 12 Jahren erst nach Verabschiedung des Schulgesetzes vorlegen wird.

Die GAL-Fraktion übt Kritik an der Unprofessionalität, mit der in der Schulbehörde auf Kosten von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern gehandelt wird.

Nahezu alles, was aus der Behörde komme, sei mit heißer Nadel gestrickt und wenig ausgegoren, sagt GAL-Bildungsexpertin Goetsch. Änderungen würden monatelang angekündigt und in den Entwurf des Schulgesetzes aufgenommen ohne dass Konzepte dazu vorgelegt wurden.

"Senator Lange fordert eine Gesetzesänderung ohne Konzept. Die unverblümte Forderung nach einem Blanko-Scheck durch die Bürgerschaft ist gleichzeitig ein Offenbarungseid!

Nachdem mehr als ein Jahr die Forderung nach dem Abi in 12 Jahren gebetsmühlenhaft wiederholt wurde, soll es noch einmal ein ¾-Jahr dauern, bis das Konzept dazu vorgelegt wird.

Senator Lange fordert von allen Beteiligten das Äußerste ohne selbst auch nur einen konstruktiven Vorschlag zu machen.”

Dies gelte auch bei der geplanten Abschaffung der Integrativen Regelklassen. Auch hier würden Eltern und LehrInnen im Unklaren gelassen – zum Schaden vor allem für die Schülerinnen und Schüler in Hamburg.

Ein weiteres Beispiel sei die Verkürzung der Ausbildung für ReferendarInnen. Die Behörde drücke die Verkürzung der Ausbildung von 24 auf 18 Monate durch, obwohl die neuen Kern-Curricula, nach denen die ReferendarInnen ausgebildet werden sollen, nicht fertig sind. Auch für die Berufseinstiegsphase nach dem Referendariat liege kein erprobtes Konzept vor.

Im Anhang: Kleine Anfrage 17/ 1771 und Ausführliche Anmerkungen von Christa Goetsch zu den Antworten des Senats.
Die Antworten des Senats können Sie unter 42831-1397 als Fax anfordern.





Schriftliche Kleine Anfrage

der Abgeordneten Christa Goetsch (GAL) vom Betr.: Schreiben des Staatsrates der Behörde für Bildung und Sport vom 16. Oktober 2002 an
Lehrerinnen, Lehrer und Elternratsmitglieder

In einem Schreiben vom 16. Oktober 2002 hat sich der Staatsrat der Behörde für Bildung und Sport, Dr. Behrens, an alle LehrerInnen uind Elternratsmitglieder der Hamburger Schulen gewandt, um sie in knapper Form über die wesentlichen Aufgabenfelder der Hamburger Schulpolitik aufzuklären.Ich frage hierzu den Senat:

1. Unter dem Stichwort "Neue Bildungspläne und Standardsicherung" ist zu lesen: "In die seit 27 Jahren (!) vernachlässigte Grundschulen gehen neue Pläne im November 2002… ."

a) Welche Pläne sind im November 2002 in die Grundschule gegangen? Sollen diese dort beraten oder umgesetzt werden?
b) Hat der Senat, die Fachbehörde oder die demokratischen Mitbestimmungsgremien diese Pläne beschlossen?
c) Was versteht der Senat unter der Aussage, die Grundschulen seinen "seit 27 Jahren (!)" vernachlässigt worden? Geht der Senat davon aus, dass an den Verlässlichen Halbtagsgrundschulen in Hamburg, in der unter anderem Englisch ab der Dritten Klasse und andere Konzepte umgesetzt werden, mit fast 30 Jahre alten Konzepten Schule und Unterricht gemacht wird?





2. Unter dem Stichwort "Abitur nach 12 Jahren" heißt es dem Brief: "… die neuen Stundentafeln werden ab Oktober 2002 diskutiert".

a) Hat der Senat Kenntnis darüber, wer seit Oktober 2002 die neuen Stundentafeln für das Abitur nach 12 Jahren diskutiert?

b) Wann werden diese Stundentafeln den Kammern, der Deputation, der Bürgerschaft und der Öffentlichkeit bekannt gemacht?

c) Wann werden die Deputation der Schulbehörde bzw. wann der Senat die neue Stundentafel beschließen?

3. Unter dem Stichwort "Lernbuchoffensive" heißt es im Brief im Zusammenhang mit einer finanziellen Beteiligung der Eltern und einem
neuen Modell der Lernbuchbeschaffung für die SchülerInnen: "Das Modell (wie Rheinland-Pfalz) wird im November 2002 vorgestellt… ."

a) Was verbirgt sich hinter dem "Modell Rheinland-Pfalz"?
b) Wem und in welcher Form wird das neue Modell Hamburg á la Rheinland-Pfalz vorgestellt?
c) Wann wird dies geschehen?

4. Unter dem Stichwort "Neue transparente Bedarfsgrundlagen für die Lehrerversorgung der Schulen" heißt es: "Die neuen Regelungen werden Anfang November der Öffentlichkeit und den Gremien vorgestellt… ."

a) Ist dem Senat bekannt, weshalb diese Vorstellung der neuen Bedarfsgrundlagen bisher nicht stattgefunden hat?
b) Wann werden die neuen Bedarfsgrundlagen den Gremien vorgestellt bzw. in der Deputation zur Abstimmung gebracht?
c) Hat der Senat Kenntnis darüber, ob die nach wie vor gültigen Bedarfsgrundlagen für die Lehrerversorgung der Hamburger Schulen "intransparent" waren?

d) Wo und wie können interessierte SchülerInnen, Eltern oder LehrerInnen Einsicht in die gültigen und zukünftig in die neuen transparenten Bedarfsgrundlagen nehmen?

e) Teilt der Senat die Aussage des Staatsrates der Behörde für Bildung und Sport, dass "der alte Senat den meisten Schulen nie genug Lehrer geschickt" hat? Ist dem Senat bekannt, welche Schulen in welchem Zeitraum davon betroffen waren?

f) Ist dem Senat bekannt, ob die zuständige Fachbehörde bezogen auf die gültigen Bedarfsgrundlagen, aktuell allen Schulen ausreichend LehrerInnenstellen zuweist?

g) Ist dem Senat bekannt, dass es im laufenden Schuljahr an Hamburger Grundschulen oder anderen Schulformen aufgrund der Erkrankung von LehrerInnen zu umfangreichen Unterrichtsausfall gekommen ist (oder noch kommt), in dessen Folge ein Teil des Unterrichts von engagierten Eltern übernommen wurde? Teilt der Senat in diesem Kontext die Aussagen des Pressesprechers der Behörde für Bildung und Sport gegenüber dem Hamburgjournal Fernsehen, dass der Unterrichtsausfall aufgrund der Engpässe im Lehrerstellenplan unvermeidlich sei und daher das Engagement der Eltern zu begrüßen sei?

5. Unter dem Stichwort "Ein neues Lehrerarbeitszeitmodell" heißt es in dem Brief. "Die zuständige Kommission wird ihren Vorschlag im Dezember 2002 vorlegen."

a) Wann genau wird die Kommission ihren Bericht vorlegen?
b) Wem wird das neue Arbeitszeitmodell für LehrerInnen vorgelegt werden?
b) Wann wird die Deputation der Behröde für Schule und Sport mit dem Modell beschäftigt werden und dieses beschließen?

6. Stichwort "Ein neues Schulgesetz". Viele der im Brief angesprochenen und z.T. hier hinterfragten Aufgabenfelder der Schulpolitik setzen Änderungen im Schulgesetz voraus. Der Entwurf für dieses Gesetz soll im Januar 2002 in der Deputation und im Februar im Senat beschlossen und in die Bürgerschaft eingebracht und dort dann beschlossen werden. Das neue Gesetz soll zum 01.08.2003 in Kraft treten. Wie kann nach Meinung des Senates eine ausreichende Beratung in den demokratischen Mitbestimmungsgremien (Eltern-, SchülerInnen und Lehrerkammer sowie in der Deputation) erreicht werden, wenn die Modelle und Konzepte vieler der darin veränderten Abschnitte bis heute weder den Gremien noch einer weiteren Schulöffentlichkeit vorgelegt bzw. dort beraten werden konnten?

Anmerkungen zur Senatsantwort - Kl. Anfrage
17_17711.doc [28 KB]



Pressestelle der GAL-Bürgerschaftsfraktion
(PM Goetsch 06/12/2002)



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