Hauruck-Verfahren für das Abitur nach 12 Jahren ist der falsche Weg
"Eine Lösung für die brennenden bildungspolitischen Probleme ist das nicht" - kommentiert Christa Goetsch die heutige Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes, die Erhöhung der Stundentafel für die 5. und 6. Klasse des Gymnasiums im Schuljahr 2002/2003 rechtlich nicht zu beanstanden. Die bildungspolitische Sprecherin der GAL-Fraktion warnt: "Statt auf Akzeptanz bei den Eltern zu setzen, setzt Schulsenator Lange weiterhin auf ein Hauruckverfahren mit Showeffekt. Ihm fehlen ein durchdachten Konzept mit einer realistischen Zeitschiene - und ihm fehlen erneut genügend LehrerInnen. Denn für die schnelle Einführung des Abiturs nach 12 Jahren wird er in den nächsten Jahren viele LehrerInnenstellen in anderen Schulbereichen abziehen müssen."
Bereits im Mai 2002 hatte die GAL ein Stufenmodell zur Einführung vorgeschlagen. Die grüne Bildungsexpertin empfiehlt nun Senator Lange eine Bildungsreise in
CDU-regierte Saarland: "Dort wird das 12-jährige Abitur nicht mit der Brechstange gegen den Willen vieler Eltern eingeführt."
Die GAL fordert, das Abitur nach 12 Jahren stufenweise einzuführen. In Gymnasien und in Gesamtschulen soll aber auch weiterhin das Abi nach dreizehn Jahren
möglich sein. PISA hat gezeigt: Nicht alle lernen gleich schnell. Das Ziel sind gute Abschlüsse. "Hamburg hat eine hohe Bildungsbeteiligung junger Menschen und kann daraus resultierend den höchsten Bildungsabschluss des Bundesrepublik mit über 30 Prozent vorweisen. Dieses Spitzenergebnis sollten wir ausbauen", schlägt Goetsch vor.