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Zahntechniker haben keine Lobby
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Sinn und Unsinn bei der Kostensenkung im Gesundheitswesen Zahntechniker haben keine Lobby
Die Ersatzkassen haben kürzlich zwei bemerkenswerte Vorschläge zur Kostenbegrenzung gemacht. Die Techniker Krankenkasse bietet ihren Mitgliedern einen Selbstbehaltstarif an, und der Ersatzkassenverband VdAK machte bekannt, dass er den Zahnärzten empfiehlt, Zahnersatz in Fernost herstellen zu lassen, statt ortsansässige Zahntechniker zu beauftragen.
Das kommentiert die gesundheitspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion Dr. Dorothee Freudenberg: “Keine Frage: wir müssen zu Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen kommen.” Das Ziel der Beitragsstabilität und der Senkung der Lohnnebenkosten müsse man ernst nehmen. Die Grünen seien zu einer Strukturreform bereit.
Freudenberg weiter: "Es macht Sinn, den Versicherten mehr Wahlmöglichkeiten zu eröffnen, so wie die TK dies mit ihrem Selbstbehaltstarif tut. Das Prinzip der Solidaritätsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen sehe ich hierdurch nicht gefährdet, und ich kann die Aufregung über diesen Vorschlag nicht verstehen.
Die Grünen streben eine wirkliche Solidargemeinschaft an, für die Arbeiter, Angestellte, Beamte, Rentner und Selbständige gleichermaßen ihren Beitrag leisten, und über die auch Sozialhilfeempfänger versichert wären. Dies gelingt nur mit individueller Wahlmöglichkeit des Versicherungsschutzes.”
Ablehnend steht Freudenberg dem Vorstoß der Ersatzkassen gegenüber, die Zahnersatz im Ausland produzieren lassen wollen.
Dies bedeute schlechtere Qualität für die Versicherten, weil die notwendige Zusammenarbeit von ZahnärztInnen und ZahntechnikerInnen nicht stattfinde
Die Grünen Politikerin: ”Zahntechniker haben keine Lobby und darum erstaunt es nicht, dass es sie trifft und nicht die Ärzteschaft. Ausserdem hat ihre Arbeit nicht nur gesundheits-, sondern auch wirtschaftspolitische Aspekte. Wollen wir diese qualitativ hochwertige Produktion auslagern und den Verlust weiterer Arbeitplätze in Kauf nehmen?
Statt dieser ‚Flickschusterei', die oft die Falschen trifft, brauchen wir eine umfassende Reform des Gesundheitswesens.”
Freudenberg setzt jetzt auf die Arbeit der Rürup-Kommission.
Die Chancen stehen gut, dort endlich eine umfassende Reform einzuleiten, die allen PatientInnen zugute kommt. Die ersatzlose Streichung der vielen unnötigen Untersuchungen und Behandlungen brächte enorme Einsparungen und wäre eine echte Qualitätssicherung.
Pressestelle der GAL-Bürgerschaftsfraktion (PM Freudenberg 09/12/2002)
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