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Videoüberwachung / Neue Forderung des Innensenator
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Videoüberwachung / Neue Forderung des Innensenators
Nicht Kameras, sondern Polizisten verhaften Straftäter
Hamburg. Genervt reagierten die Jungen Liberalen Hamburg (JuLis), die unabhängige Jugendorganisation der Hamburger FDP, auf die Forderung des Innensenators RONALD SCHILL öffentliche Plätze in Hamburg mit Videokameras zu überwachen. SCHILL hat seine schon mehrfach erhobene und von den Liberalen abgelehnte Forderung gestern erneut gestellt, nachdem die Polizei eine Gruppe von jugendlichen Gewalttätern gefasst hatte.
Die Jungen Liberalen kritisieren, dass die Videoüberwachung ein weiterer Schritt auf dem Weg zum gläsernen Bürger ist und außerdem völlig ungeeignet um eine wirkungsvolle Kriminalitätsbekämpfung zu betreiben. So haben z.B. die Erfahrungen mit flächendeckender Videoüberwachung in Großbritannien gezeigt, dass eine Reduzierung der Kriminalitätsrate nicht zu erwarten ist, denn trotz der Installierung von knapp einer Million Videokameras stieg die Verbrechensrate an.
Der JuLi-Landesvorsitzende JAN ERIK SPANGENBERG erteilte SCHILLS Plänen daher eine deutliche Absage: "Herr Schill hat wieder mal einen Anlass gefunden um seine alte Lieblingsforderung rauszuholen. Dabei haben sich JuLis und FDP mehrfach und deutlich gegen die Videoüberwachung ausgesprochen und dabei bleibt es auch. Schill sollte endlich wissen: Mit Liberalen ist die Einführung des Überwachungsstaates unter dem Deckmantel der Kriminalitätsbekämpfung nicht zu machen. Schill sollte auch wissen: Nicht Kameras, sondern Polizisten verhaften Straftäter. Videoüberwachung verdrängt Kriminalität nur auf andere, nicht überwachte Straßen und Plätze. In der letzten Konsequenz müsste sonst der gesamte öffentliche Raum überwacht werden."
Stattdessen, fordern die Jungen Liberalen, sei an Kriminalitätsschwerpunkten für eine verstärkte Polizeipräsenz zu sorgen und das Problem der Jugendkriminalität an seiner Wurzel anzupacken. Abschließend sagte SPANGENBERG: "Statt teurer und überflüssiger Videokameras sollte Schill besser für mehr Polizeipräsenz sorgen und seine überflüssigen Überwachungsgelüste endlich mal vergessen. Nur Polizisten vor Ort können im Notfall einem Gewaltopfer auch rechtzeitig helfen. Zur Bekämpfung der Jugendkriminalität bedarf es eines wohldurchdachten Mixes an unterschiedlichen Maßnahmen wie der Einrichtung geschlossener Heime durch den neuen Senat, die vor diesem Hintergrund ausdrücklich zu begrüßen ist."
Junge Liberale Hamburg Landesgeschäftsstelle Ost-West-Straße 63 20457 Hamburg
19.12.2002 - Nr. 52/02
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