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Airbus A380: Senat legt dritten Bericht vor


„Hamburg als Standort für die Produktion und die Endlinienfertigung des Airbus A380“ Senat legt dritten Bericht vor
Der Hamburg Senat berichtet der Bürgerschaft regelmäßig über die Kostenentwicklung und den Sachstand der Infrastrukturmaßnahmen für die Produktion und die Endlinienfertigung des Airbus A380. Der dritte Bericht, der jetzt der Bürgerschaft zugeleitet wird, enthält im Wesentlichen folgende Ausführungen:



Die mit dem A380-Projekt prognostizierten direkten Arbeitsplätze in Hamburg in Höhe von 2000 werden von Airbus geschaffen werden. Auch die indirekten Effekte werden nach jetzigem Kenntnisstand in gleicher Größenordnung eintreten. Airbus hat bereits in 2001 nach eigenen Angaben in Deutschland über 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Am Standort Hamburg-Finkenwerder sind bis heute 500 Mitarbeiter für das A380-Programm eingestellt worden. Sie sollen nach Mitteilung von Airbus bis 2007 um weitere 1.500 Mitarbeiter verstärkt werden. Airbus sucht z.Zt. für 280 freie Ingenieurstellen qualifizierte Nachwuchskräfte.





In Hamburg ist die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe von 2000 bis 2001 von 98.154 auf 100.422 Beschäftigte, d.h. um 2.268 Arbeitsplätze (+ 2,3 %) gestiegen. Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Beschäftigten in der Luftfahrtindustrie in Hamburg von 14.231 auf 15.714 zu, d.h. sie stieg um 1.483 Beschäftigte oder um + 10,4 %. Damit liegen 65,4% des Beschäftigungszuwachses im verarbeitenden Gewerbe Hamburgs in der Luftfahrtindustrie, obwohl der Beschäftigungsaufbau infolge des Ausbaus des Werkes Finkenwerder für den Airbus A380 bei weitem noch nicht abgeschlossen ist.





Bei den Baumaßnahmen zur Erweiterung des Werksgeländes im Mühlenberger Loch sind - abhängig vom Baugeschehen - derzeit auf den Baustellen der Realisierungsgesellschaft rd. 400 Arbeitskräfte tätig. Bei den Baumaßnahmen von Airbus für das A380-Projekt sind nach Angaben des Unternehmens je nach Bauphase ca. 300 Arbeitskräfte beschäftigt.





Für die Maßnahmen zur Erweiterung des Werksgeländes Finkenwerder ist ein Gesamtkostenvolumen einschließlich Hochwasserschutz (HWS) in Höhe von 664,7 Mio. € veranschlagt worden. Insgesamt sind bisher gut 70 % des Budgets einschließlich der Mittel für HWS durch rechtsverbindliche Aufträge gebunden. Über 50 % des Budgets sind bis Ende des III. Quartals 2002 abgeflossen. Der Senat geht nach derzeitigem Kenntnisstand davon aus, dass das veranschlagte Volumen eingehalten werden kann. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten wird bis Ende 2005 gerechnet.



Nach Angaben von Airbus sind für das A380-Projekt am Standort Hamburg Investitionen allein in Gebäude und Produktionsanlagen in einem Volumen von über 660 Mio. € geplant. Davon sind bereits knapp 100 Mio. € beauftragt, die Vergabe weiterer Aufträge in einem Volumen von 125 Mio. € steht an.





Die Realisierung der baulichen Maßnahmen des Projektes ist bereits weit fortgeschritten. Die Baumaßnahmen verlaufen plangemäß und sehr zügig. Die Gesamtfläche der Werkserweiterung Mühlenberger Loch ist bereits zu 100 % aus dem Wasser „herausgewachsen“ und wird nunmehr schrittweise auf die endgültige Geländehöhe gebracht. Mit dem Abschluss der rechtlich derzeit umsetzbaren Baumaßnahmen wird bis Ende 2005 gerechnet.





Die Konsolidierung des Bodens verläuft aufgrund der gewählten Bauverfahren plangemäß. Hierzu gehören besondere Bodeneinbaumethoden (Verrieselungsverfahren), temporäre Sandauflasten und spezielle Drainageverfahren. Das Setzungsverhalten der neuen Flächen entspricht den Vorausberechnungen. Die in den Medien geäußerten Befürchtungen hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit sind nicht eingetreten.





Im Herbst 2001 wurde die 1. Teilfläche an Airbus übergeben, bis Ende des Jahres 2002 wird die Übergabe weiterer Teilflächen erfolgen. Das erste spezifische A380-Gebäude (Major Component Assembly - MCA-Halle) ist im Bau, mit der Produktion der ersten Rumpfsektionen soll im August 2003 begonnen werden. Als nächstes soll der Bau einer Ausstattungsmontage-Halle und zweier Lackierhallen erfolgen.

Große Teile der kurzfristig disponiblen Gewerbeflächen insbesondere auf der Rüschhalbinsel sind zwischenzeitlich vergeben worden



Der „Airbus Technologie Park“ (ATP) ist in den Teilen I und II fertig gestellt. Ein dritter Bauabschnitt befindet sich in der Planung. Das „Airbus Trainings-Center“ (ATC) wird gebaut. Diese Airbus Einrichtung wird von Toulouse nach Hamburg verlegt und unterstreicht die Rolle des Standortes Hamburg als Kompetenzzentrum für die „Single Aisle“-Flugzeuge. Jeweils 140 Trainees werden von 45 Airbus-Mitarbeitern ausgebildet. Das „Airbus First Flight-Hotel“ auf der Rüschhalbinsel soll den steigenden Übernachtungsbedarf durch nationale und internationale Airbus-Kunden und Airbus-Mitarbeiter decken.Das geplante „Airbus Welcome Center“ soll die zentrale Anlaufstelle für Besucher des Airbus-Werkes - bisher rd. 45.000 pro Jahr - werden und gleichzeitig die Attraktivität von Finkenwerder deutlich erhöhen.

Diese Projekte schaffen Arbeitsplätze und dokumentieren die herausragende Bedeutung des Produktionsstandortes Hamburg für Airbus. Gleichzeitig unterstreichen sie die Notwendigkeit, im Hinblick auf die Produktion und Endlinienfertigung des Airbus A380 weitere, auch kurzfristig verfügbare Flächenangebote Hamburgs zu entwickeln und bereit zu halten.





Die Task Force „Qualifizierungsoffensive Luft- und Raumfahrtindustrie“ hat unter Federführung der Behörde für Wirtschaft und Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung des Fachkräftepotenzials für Luftfahrtunternehmen und Zulieferbetriebe geleistet. Seit zwei Jahren stimmen die norddeutschen Partner aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Verwaltung ihre Maßnahmen in den Bereichen duale Ausbildung, berufliche Weiterbildung und Hochschulbildung ab.





Die Qualifizierungsoffensive ist der richtige Ansatz, um Wachstum und Beschäftigung in der Hamburger Luftfahrtindustrie nachhaltig zu steigern. Dies zeigt auch die Auszeichnung durch die Europäische Kommission. In ihrer Empfehlung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie (STAR 21 „Strategic Aerospace Review for the 21st Century“) werten die Kommissionsmitglieder das Hamburger Maßnahmenpaket als zur Nachahmung empfohlenen Best-Practice Case.




Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Andreas Richter,
26. November 2002/bwa26b


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