Erster öffentlich sichtbarer Schritt zur Räumung der JVA Vierlande
Appellplatz künftig für Besucher zugänglich
Der Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch hat heute den wieder hergestellten ehemaligen Appellplatz des früheren Konzentrationslagers Neuengamme an die Hamburger Kultursenatorin Dr. Dana Horáková übergeben. Der Platz auf dem Areal der Justizvollzugsanstalt (JVA) Vierlande (Anstalt XII) wird damit künftig auch für die Besucher der nahe gelegenen Gedenkstätte Neuengamme zugänglich sein. Justizsenator Dr. Roger Kusch: „Dies ist der erste öffentlich sichtbare Schritt zur Räumung der Justizvollzugsanstalt Vierlande.“
Der Appellplatz wird künftig werktags in der Zeit von 9.30 Uhr bis 11.15 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen in der Zeit von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr für die benachbarte Gedenkstätte Neuengamme zur Verfügung stehen. Trotz des noch bis zum 30. Juni 2003 weiter laufenden Gefängnisbetriebes haben damit Besucher der Gedenkstätte bereits jetzt die Möglichkeit, den Appellplatz des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme zu betreten und zu besichtigen.
Justizsenator Dr. Roger Kusch: „Es war das erklärte Ziel des Hamburger Senats, so früh wie eben möglich auf dem ehemaligen Appellplatz ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu ermöglichen. Mit der Öffnung des neu gestalteten Appellplatzes für Besuchergruppen setzt die Justizbehörde jetzt dieses Ziel um – trotz des noch weiter laufenden Gefängnisbetriebes.“
Nach der Räumung der JVA Vierlande wird das Gefängnisgelände im Auftrag der Hamburger Kulturbehörde zu einem internationalen Ausstellungs-, Begegnungs- und Studienzentrum umgebaut. Die Gesamtinvestitionskosten dafür belaufen sich bis zum Jahr 2005 auf rund 13,7 Millionen EUR, von denen der Bund und das Land jeweils die Hälfte zahlen.
Kultursenatorin Dr. Dana Horáková: „Die Gedenkstätte soll zu einem „Ort des Lernens“ werden. Zu einem Ort, an dem man sich mit der Geschichte und mit der Bedeutung von Menschenrechten, Demokratie und Freiheit auseinandersetzt. Im Mai 2005 – zum 60. Jahrestag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – möchte ich die neue Gedenkstätte dann mit dem gesamten Areal des ehemaligen Appellplatzes der Öffentlichkeit übergeben.“
Die JVA Vierlande ist jetzt noch eine Anstalt des offenen Vollzuges mit rund 320 Haftplätzen. Um die JVA Vierlande bis zum 30. Juni 2003 zu räumen, wird im Auftrag des Hamburger Senats zurzeit in Billwerder ein neues Gefängnis gebaut.
Justizbehörde, Dr. Kai Nitschke Kulturbehörde: Andreas Ernst