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Der Norden: Deutschlands schnellster Computer
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Norddeutsche Wissenschaftsminister-Konferenz
Der Norden macht Tempo: Deutschlands schnellster Computer geht in Betrieb
Die norddeutschen Länder rücken enger zusammen. In Hannover wurde heute ein von den Ländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Berlin gemeinsam beschaffter Supercomputer in Betrieb genommen. Zudem vereinbarten die für die Wissenschaftspolitik zuständigen Regierungsmitglieder der fünf norddeutschen Bundesländer weitere Kooperationen.
Der neue IBM-Rechner ist auf zwei Standorte im Berliner Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik und an der Universität Hannover verteilt. Die beiden Rechenzentren sind mit einer 2,4-Gigabit-Datenleitung verbunden, die theoretisch die Übertragung von 300.000 Buchseiten in einer Sekunde ermöglicht. Der Computer erreicht eine Rechenleistung von rund 4.000 Gigaflops (Fließkommaoperationen pro Sekunde) und ist damit derzeit der Schnellste in Deutschland. Weltweit belegt er gegenwärtig einen Platz unter den zehn leistungsstärksten Rechnern.
„Der Zusammenschluss von sechs Bundesländern zur gemeinsamen Nutzung und Finanzierung von Rechenkapazitäten ist einzigartig und hat Modellcharakter. Dadurch bekommt der Forschungsstandort Deutschland einen deutlichen Schub“, sagte Erwin Staudt, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH.
Der Bund und die beteiligten Länder teilen sich die Investitionskosten von rund 20 Millionen Euro. Dank modernster Glasfasernetze können die Hochschulen und Forschungseinrichtungen aller sechs Länder auf den Rechner zugreifen. Der Computer soll u.a. für aufwändige Berechnungen in den Bereichen Theoretische Physik und Chemie, Astronomie, Meeres- und Küstenforschung, Baumechanik, Strömungsmechanik und Schiffbau eingesetzt werden.
In der zurzeit laufenden Testphase werden u.a. drei Projekte aus Hamburg auf dem Supercomputer gerechnet. Der Arbeitsbereich Fluiddynamik und Schiffstheorie der Technischen Universität Hamburg-Harburg ist mit zwei Projekten beteiligt: Bei der „Physik turbulenter Strömungen mit Transition und Ablösung“ geht es um eine Verbesserung der Turbulenzmodelle. Außerdem wird das Projekt „RANSE – Simulation eines manövrierenden Schiffes im Seegang“ gerechnet. Die Hamburger Sternwarte beschäftigt sich mit „Detaillierten Modellatmosphären extrasolarer Gasplaneten und Sterne“.
„Mit der Anschaffung des Supercomputers ist uns eine in der Bundesrepublik einmalige Bündelung von Ressourcen aus mehreren Ländern gelungen. Unter den für alle Bundesländer bestehenden Sparzwängen hätte kein beteiligtes Land allein die Gesamtkosten aufbringen können,“ betonte der Berliner Wissenschaftssenator Dr. Thomas Flierl.
Außerdem zogen die Minister und Senatoren eine positive Zwischenbilanz des Projekts „Virtuelle Fachhochschule“. Sie baten Ministerin Erdsiek-Rave (Schleswig-Holstein), mit dem Bundesbildungsministerium Verhandlungen über die Verlängerung der Bundesförderung aufzunehmen.
Zudem sprachen sich die Politiker für den Bau des Linearbeschleunigers TESLA in Hamburg und Schleswig-Holstein aus. „TESLA ist ein wissenschaftlicher Leuchtturm, dessen Strahlkraft weit über die beteiligten Länder hinausgeht. Wir haben hier die große Chance, ein weltweit einzigartiges Forschungsprojekt zu realisieren“, betonte Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.
Der Niedersächsische Wissenschaftsminister Thomas Oppermann zog ein positives Fazit der Konferenz: „Der Hochleistungsrechner zeigt, dass die wissenschaftlichen Kooperationen in Norddeutschland nicht nur in Reden beschworen werden, sondern auch in der Praxis funktionieren. Die norddeutschen Länder sind nicht reich. Aber was ihnen an Geld fehlt, können Sie zumindest teilweise durch Kreativität und Innovationsbereitschaft wettmachen.“
Sabine Neumann Pressestelle der Behörde für Wissenschaft und Forschung 13. November 2002/bwf13
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