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Häufung von Norwalk-Virus-Erkrankungen
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Häufung von Norwalk-Virus-Erkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen
In letzter Zeit ist eine Häufung von Krankheitsausbrüchen in Hamburger Gemeinschaftseinrichtungen zu beobachten. Insgesamt hat das Hygiene Institut seit Mitte Oktober 2002 bis heute zehn Ausbrüche registriert, die noch immer Laboruntersuchungen nach sich ziehen. Tatsache ist, dass in diesem Zeitraum mehr als 500 Personen in Hamburger Gemeinschaftseinrichtungen an Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall leiden oder litten. Wie das Hygiene Institut nachweisen konnte, sind die Hauptverursacher für diese Probleme sogenannte Norwalk-artige Viren.
Aktuell liegen dem Hygiene Institut allein aus dieser Woche Stuhlproben aus vier Einrichtungen zur labordiagnostischen Abklärung vor (zwei Krankenhäuser, ein Altersheim, eine Kindertagesstätte). Bei einem Krankenhaus und dem Kindertagesheim konnte jetzt der Verdacht auf Norwalk-Viren bestätigt werden. Die Ergebnisse der Stuhlproben aus dem Altenheim und dem zweiten Krankenhaus stehen noch aus und werden Anfang nächster Woche erwartet.
Gerade eben erreicht das Hygiene Institut aus einem bezirklichen Gesundheits- und Umweltamt die Mitteilung, dass ein weiterer Ausbruch in einem Hamburger Alten- und Pflegeheim zu verzeichnen ist. Zehn Personen sind bereits mit eindeutigen Symptomen erkrankt, so dass auch hier der Verdacht auf Norwalk-Viren naheliegt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich am kommenden Dienstag in der Virologie des Hygiene Instituts vorliegen, so dass erst dann konkretere Aussagen getroffen werden können.
Die jetzt festzustellende Häufung von virusbedingten Gastroenteritis-Ausbrüchen in Hamburger Gemeinschaftseinrichtungen ist grundsätzlich ein saisonaler Effekt. Die Entwicklung in den vergangenen drei Wochen und die Zuspitzung in diesen Tagen ist jedoch ungewöhnlich.
Das Virus wird über den Stuhl, aber auch durch ein beim Erbrechen entstehendes Aerosol übertragen. So können auch Flächen und Gegenstände mit Viruspartikeln benetzt sein. Da das Virus außerhalb des menschlichen Körpers infektiös bleiben und die Aufnahme von nur wenigen Viruspartikeln bereits krank machen kann, ist neben der persönlichen Hygiene auch eine regelmäßige Hände- und Flächendesinfektion im Umfeld von Erkrankten angebracht.
Norwalk-Viren können das ganze Jahr über vorkommen, ihr gehäuftes Auftreten in Herbst und Winter ist typisch. Bis vor einigen Jahren waren die Viren in Deutschland nur wenig bekannt und gezielte Laboruntersuchungen auf Norwalk- und verwandte Viren wurden in der Diagnostik kaum durchgeführt.
Zur Erfassung und Aufklärung viraler Gastroenteritisausbrüche arbeiten in Hamburg vor allem die Gesundheitsämter der Bezirke und das Hygiene Institut mit den Bereichen Virologie und Infektionsepidemiologie eng zusammen. Die Aufklärung viraler Ausbrüche kann die Unterbrechung von Infektketten ermöglichen. So kann mit gezielten Maßnahmen der Personal- und insbesondere der Händehygiene, dem Einsatz von Handschuhen und gegebenenfalls von Mundschutz und speziellen Desinfektionsmitteln eine Weiterverbreitung gestoppt oder vermindert werden. Ausscheider können ermittelt und isoliert, besonders exponierte Virusträger wie Küchenpersonal - falls erforderlich - mit amtlichen Tätigkeitsverboten belegt werden.
Für Personal in Gemeinschaftseinrichtungen und Arztpraxen bietet das Hygiene Institut seit Jahren spezielle Hygienekurse an. Die Erfahrungen mit den letzten Ausbrüchen zeigen, dass durchaus noch Ausbildungsbedarf in Hygienefragen besteht.
Dem Infektionsepidemiologischen Zentrum im Hygiene Institut wurden im Jahr 2002 bisher 38 Ausbrüche von bakteriellen und viralen Magen- und Darmerkrankungen in Hamburger Institutionen gemeldet. Das waren zwölf mehr als im gesamten Vorjahr. Betroffen waren nach den Meldungen im Jahr 2002 bis zum heutigen Tag rund 1.000 Personen, im Jahr 2001 waren es 705 Personen.
Pressestelle der Behörde für Umwelt und Gesundheit Volker Dumann ----------------- Kirsten Vietzke Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hygiene Instituts ----------------- 15. November 2002 /bug15
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