Hauptverfahren gegen „Al Qaida“-Verdächtigen eröffnet
Das Hanseatische Oberlandesgericht, 3. Strafsenat, hat durch Beschluss vom 2. Oktober 2002 das Hauptverfahren gegen den marokkanischen Staatsangehörigen Mounir El Motassadeq eröffnet und die Anklage des Generalbundesanwalts zur Hauptverhandlung zugelassen. Tatvorwurf sind die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie die Beihilfe zum Mord in mindestens 3116 Fällen.
Der 28jährige Angeklagte soll sich spätestens im Sommer 1999 mit sechs weiteren muslimischen Studenten, darunter die später als Piloten der Terroranschläge eingesetzten Atta, Alshehhi und Jarrah, sowie der vor kurzem in Pakistan festgenommene Binalshib, in Hamburg zu einer „Terror-Zelle“ zusammengeschlossen haben, aus der heraus die Anschläge des 11. September 2001 in New York und Washington geplant und ausgeführt wurden. Der Angeklagte soll dabei die Funktion eines “Statthalters” in Hamburg gehabt und eine maßgebliche Rolle bei der Finanzierung der terroristischen Vereinigung gespielt haben. Ferner soll er, während andere Gruppenmitglieder nach Afghanistan gereist waren,deren Angelegenheiten in Hamburg geregelt haben.
Der Beginn der Hauptverhandlung ist bereits für den 22. Oktober vorgesehen.
Niels Focken / Sabine Annette Westphalen 2. Oktober 2002