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Jugendgefängnis in Hahnöfersand
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Jugendgefängnis in Hahnöfersand
Sicherheit und Erziehung zu einem straffreien Leben
Der Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch hat heute der Öffentlichkeit das Jugendgefängnis in Hahnöfersand vorgestellt. Bei einem Rundgang über das Gelände erläuterte der Senator das Konzept des Jugendvollzuges. Dr. Roger Kusch: „Die geschlossene Unterbringung von jugendlichen Straftätern hat zwei Ziele: Erziehung der Insassen zu einem straffreien Leben und Schutz der Bevölkerung vor weiteren Straftaten.“
Die Jugendvollzugsanstalt hat insgesamt 233 Plätze (211 im geschlossenen und 22 im offenen Vollzug). Die durchschnittliche tatsächliche Belegung im Jahr 2002 lag bei rund 200 Gefangenen. Die größte Gruppe bildeten die Untersuchungshäftlinge (114,6 im Jahresdurchschnitt), die zweitgrößte die Strafgefangenen im geschlossenen Vollzug (75,8 im Jahresdurchschnitt). Im offenen Vollzug gab es im Jahresdurchschnitt 9,7 Gefangene.
Zur sicheren Unterbringung und intensiven Betreuung der Gefangenen stehen im Jugendgefängnis über 170 Bedienstete zur Verfügung, von denen rund 110 zum Allgemeinen Vollzugsdienst gehören. Bei den übrigen Beschäftigten handelt es sich hauptsächlich um die Vollzugs- und Abteilungsleiter sowie Lehrer, Psychologen und Mitarbeiter in den anstaltseigenen Werkstätten.
Durch den hohen Personalschlüssel von rund 8,5 Mitarbeitern pro 10 Gefangenen ist eine intensive Betreuung der jugendlichen Häftlinge gewährleistet. So ist es in Hahnöfersand möglich, eine dem Hauptschulabschluss gleichwertige Qualifikation zu erwerben. Ausländische Gefangene erhalten in vier Kursen mit je sechs Plätzen die Möglichkeit zum Erlernen der deutschen Sprache. Auch für lese- und schreibschwache deutsche Gefangene gibt es speziellen Kleingruppenunterricht.
Zudem existieren in Hahnöfersand unterschiedliche berufliche Orientierungsmöglichkeiten: Die meisten Gefangenen beginnen mit vierzehntägigen Berufsfindungskursen, die in den Bereichen Holz, Metall, Farbe, Bau und Computer angeboten werden. Dies ist für die Häftlinge oftmals die erste Arbeitserfahrung überhaupt. Je nach ihren individuellen Fähigkeiten haben die Gefangenen danach die Möglichkeit, zusätzliche handwerkliche Kenntnisse bis hin zum Gesellenbrief zu erwerben. Dies wird ergänzt durch Berufsschulunterricht von externen Gewerbelehrern. Im nächsten Jahr ist geplant, in dem Bereich Garten- und Landschaftsbau eine zusätzliche Ausbildungswerkstatt anzubieten. Für besonders lernschwache Häftlinge gibt es schon jetzt eine spezielle Arbeitstherapie, bei der manuelle Tätigkeiten mit einfachen Text- und Rechenaufgaben verbunden werden.
Für Gefangene, die zu Gewalttätigkeiten neigen, existiert eine spezielle Sozialtherapeutische Abteilung. Durch eine intensive psychologische Betreuung können die Häftlinge hier lernen, Konfliktsituationen ohne Aggressionen zu bewältigen.
Das Freizeitangebot der Anstalt wird durch einen eigenen Sportlehrer koordiniert. Außer zwei Fußball- und einem Volleyballplatz stehen auch Tischtennisplatten und Fitnessgeräte , wie zum Beispiel Hanteln zur Verfügung. Die anstaltseigene Turnhalle wird zur Zeit gerade repariert und kann ab Anfang des nächsten Jahres wieder genutzt werden.
Justizsenator Dr. Roger Kusch: „Durch das vorbildliche Engagement der Bediensteten und die gute Ausstattung des Jugendgefängnisses in Hahnöfersand ist eine Betreuung auf hohem Niveau gesichert. Gleichzeitig leistet die Anstalt einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Hamburger Bevölkerung vor jungen Gewalttätern.“
Justizbehörde Dr. Kai Nitschke 16. Dezember 2002 /jb16a
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