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Kulturhaushalt 2003

Kultursenatorin Dr. Dana Horáková: „Stärke durch Vernetzung“

Um den Gerüchten über Kürzungen im Kulturetat entgegenzutreten und um Klarheit in die bereits in der Kulturdeputation diskutierten und im Senat am letzten Dienstag beschlossenen Haushaltsmaßnahmen zu bringen, erklärt die Kultursenatorin:

“Ich erinnere an die wesentlichen Daten des vom Senat im Juni beschlossenen Entwurf des Kulturetats 2003:

Der Kulturetat steigt von 199 Mio € in diesem Jahr um 7,2 Mio € auf 206,2 Mio €. Diese Steigerung in Höhe von 3,6 % ist die höchste aller Einzelpläne. Der Gesamtetat steigt um 1,1 % (bereinigte Gesamtausgaben).

Zusätzlich stehen im Einzelplan 9.2 der Finanzbehörde 2,7 Mio € für Tarifsteigerungen bei Zuwendungsempfängern bis 2,5 % zur Verfügung, davon für die Staatstheater bis 1,6 Mio € - erstmalig seit 1994!“
Die vom Senat beschlossenen Umschichtungen betreffen folgende Bereiche:

Musikförderung:

Durch die Stärkung bestehender Strukturen sollen in der Musikförderung neue Akzente gesetzt werden, um vorhandene Ressourcen zu bündeln und die Rahmenbedingungen für alle Musikschaffenden zu verbessern. So werden die Zuschüsse für die Hamburger Symphoniker erstmals seit 12 Jahren um 104.000 € und für den Landesmusikrat um 14.000 € erhöht. Zur Sicherung der Musikclubs werden die Gelder für die Clubprämie um 20.000 € auf 56.000 € aufgestockt – neben der Gewährung der Tarifsteigerungen.

Kultursenatorin Dr. Horáková:

„Mit der vorgenommenen Schwerpunktsetzung kommt es mir vor allem darauf an, dass die erfolgreichen Institutionen abgesichert werden, die Musikerinnen und Musiker sich besser vernetzen können und Auftrittsmöglichkeiten erhalten bleiben. Dies stärkt den Musikstandort Hamburg.“

KZ-Gedenkstätte Neuengamme:

Für die laufenden Kosten der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (350 T€) mussten u.a. die Mittel für Kunst im öffentlichen Raum halbiert werden. Auch künftig sollen dafür 250 T€ jährlich zur Verfügung stehen.

Kultursenatorin Dr. Horáková:

„Ein über alle Parteigrenzen angestrebtes Ziel ist der zügige Ausbau der KZ-Gedenkstätte. Um dieses sicherzustellen, ist diese Maßnahme notwendig. Ich sehe in dem Ausbau ein wichtiges Vorhaben. Es unterstreicht die Bedeutung dieser wichtigen Gedenkstätte für Hamburg.“

Kinder- und Jugendkultur:

Wie bereits angekündigt wurden die unterschiedlichen Maßnahmen im Bereich der Kinder- und Jugendkultur zusammengeführt. Die Ziele sind die Optimierung der Maßnahmen und Projekte, die bessere Vernetzung der Einrichtungen der Kinder- und Jugendkultur und die Stärkung weiterer Aktivitäten. Der zusammengeführte und um 148 T€ aufgestockte Kinder- und Jugendetat beträgt nun mehr als 1,1 Mio.

Kultursenatorin Dr. Horáková:

Die Kinder- und Jugendkultur ist für mich einer der zentralen Punkte in der Kulturarbeit. Wir müssen Kinder- und Jugendliche schon heute an die Kultur heranführen. Indem wir Kinder für Kultur begeistern, sichern wir zugleich die wirtschaftliche Lage der Theater, Museen, Konzertsäle in der Zukunft.“
Frauenkultur:

Die Partizipation von Frauen am Kulturleben hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Dies erkennt man u.a. an den in den letzten Jahren kontinuierlich rückläufigen Zahlen bei den Projektanträgen. Wurden 1997 noch 38 Einzelprojektanträge gestellt, waren es 2000 nur noch 18. Deshalb soll künftig auf eine gesonderte Projektförderung von Frauen verzichtet werden. Die Künstlerinnen sollen und wollen sich auch in den Sparten durchsetzen: Gerade die jüngere weibliche Generation fühlte sich durch den Hinweis auf die Projektförderung Frauenkultur häufig an den Rand geschoben.
Insbesondere im Bereich Musik hat sich die Situation erheblich geändert: Während es noch vor zehn Jahren einem kleinen Wunder gleichkam, eine Schlagzeugerin oder Gitarristin zu erleben, so haben sich heute viele Frauen die einst als „männlich“ apostrophierten Instrumente erobert. Die jährliche Förderung des Frauenmusikzentrum i.H.v. 67.500 € läuft zum Ende des Jahres aus

Kultursenatorin Dr. Horáková:

„ Ich glaube, dass die Zeit vorbei ist, in der spezifische weibliche Förderung benötigt wurde. Ich empfinde diese spezifische Förderung als unzeitgemäß.“

Fazit:

„Ich halte diese Umschichtungen nicht nur für sinnvoll und konstruktiv, sondern vor allem – durch Schwerpunktsetzung – zukunftsorientiert.
Und ich hoffe, dass sie als ein Signal verstanden werden: wir möchten jene Kulturbereiche fördern, die durch Vernetzung an Stärke gewinnen. Wir werden in Initiativen investieren, die Hamburgs kulturelle Identität unterstreichen und in zeitgemäßer Form transportieren“.

Alle Maßnahmen bedürfen der bürgerschaftlichen Zustimmung.

Andreas Ernst, Pressestelle der Kulturbehörde


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