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Plakate warnen Jugendliche vor Verschuldung

Leben ohne Schulden
Plakate warnen Jugendliche vor Verschuldung
Mit einer Plakataktion, die in Zusammenarbeit mit der Hamburger Technischen Kunstschule (HTK) und den Bezirksämtern entstanden ist, will die Behörde für Soziales und Familie (BSF) vor allem Jugendliche und junge Erwachsene auf die Gefahren zunehmender Verschuldung hinweisen. Zwei besonders eindringliche Motive, die sich mit typischen Verschuldungsursachen wie dem Handy oder Kreditkarten befassen, werden ab morgen für 14 Tage in der Stadt auf Plakatwänden und an Bushaltestellen zu sehen sein. Während dieser Zeit ist auch eine kostenlose Hotline eingerichtet, über die sich Jugendliche unter der Telefonnummer 0800 769 42 53 täglich zwischen 13.00 und 16.00 Uhr Rat holen können.


Die Plakatmotive haben Studenten der Hamburger Technischen Kunstschule (HTK) im Rahmen einer Zwischenprüfung entworfen und der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie gehören zu einer Reihe von Plakaten zum Thema „Schuldenprävention bei Jugendlichen“ und sind noch bis Anfang 2003 in einer Wanderausstellung in den Hamburger Bezirksämtern zu sehen. Bis zum 28. November hängen sie im Bezirksamt Altona aus, vom 4. 12. 02 bis 10. 01.03 im Foyer des Bezirksamtes Hamburg-Nord und ab 15.01.03 dann im Bezirksamt Hamburg-Mitte in der Kurt-Schumacher-Allee.

Zum Hintergrund: Obwohl keine genauen Zahlen verfügbar sind, gehen vorsichtige Schätzungen davon aus, dass deutschlandweit über 850.000 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren Schulden haben. Eine Viertel-Million Jugendlicher soll gar überschuldet, also bereits zahlungsunfähig sein. Dabei spielen zunächst Handy-Schulden und mit zunehmendem Alter auch Kreditverbindlichkeiten eine große Rolle. Nach einer Studie zur Finanzkraft der 13 – bis 25 Jährigen des Instituts für Jugendforschung in München von Mai 2001 hatten von 1147 Befragten 11% der 13 – bis 17-Jährigen bereits Schulden. Noch mehr waren es bei den 18- bis 25 Jährigen, bei denen auch der Umfang der Verschuldung mit Summen zwischen durchschnittlich 750 € bis 3100 € deutlich zunahm.

Nach der Münchener Untersuchung stehen die Jugendlichen zwischen 13 und 25 Jahren am häufigsten bei ihren Eltern „in der Kreide“, gefolgt von Banken. Damit zeigt sich deutlich auch eine familienpolitische Dimension dieses Themas. Gerade Kinder und Jugendliche sehen sich zunehmend Mithalte- und Ausgrenzungssituationen ausgesetzt. Wer nicht „Marken-Klamotten“ oder das gerade „angesagte“ Handy hat, ist „out“. Konsum und Lifestyle haben offenbar die identitätsstiftende Funktion von Traditionen und Werten im Lebenslauf verdrängt. Das lässt vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig erscheinen. Hierzu sollen die Plakate ein Beitrag sein.

Neue Broschüre über das Verbraucherinsolvenzverfahren erhältlich

Ab sofort ist auch eine Informationsbroschüre über das Verbraucherinsolvenzverfahren bei allen bezirklichen Schuldnerberatungsstellen und in den Hamburger Öffentliche Bücherhallen erhältlich. Die Broschüre, die von der Justizbehörde und der Behörde für Soziales und Familie gemeinsam herausgegeben wird, kann auch unter Tel. 428 63 -28 06 abgefordert werden.

Zum Hintergrund: Die Zahl überschuldeter Haushalte in Deutschland wächst. Dies belegen auch in Hamburg die ansteigenden Zahlen von Verbraucherinsolvenzverfahren. So hat sich die Zahl der beim Insolvenzgericht eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren gegenüber 2001 nahezu verdoppelt. Bei den bezirklichen Beratungsstellen, dem Diakonischen Werk und der Verbraucher-Zentrale stiegen die Zahlen im Durchschnitt um ca. 35% an. Hauptgrund dürfte die Einführung der Verfahrenskostenhilfe sein, mit deren Hilfe nun auch mittellose Schuldner die Kosten für das gerichtliche Verfahren aufbringen können. Mit der Broschüre zum Verbraucherkonkursverfahren werden betroffene Bürger nun über diese Neuerung und den Weg, sich von ihren Schulden zu befreien, informiert.



Pressestelle der Behörde für Soziales und Familie
Anika Wichert
25. November 2002 /bsf25a


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