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Senator Lange widerspricht Vorwürfen

16. September 2002/bbs16

Senator Lange widerspricht Vorwürfen des Hamburger Bündnisses für Musikunterricht: „Für gute Vorschläge sind wir offen.“

Bildungssenator Rudolf Lange hat am Montag (16. September 2002) ganz entschieden die in der BILD-Zeitung geäußerten Behauptungen des Hamburger Bündnisses für Musikunterricht, Musik werde in Hamburgs Schulen vernachlässigt, widersprochen. "Das ist ein weiterer durchsichtiger Versuch nach dem Motto ‚Wer will noch mal, wer hat noch nicht’, die neue Bildungspolitik des Hamburger Senats in Misskredit zu bringen. Dabei wird nicht einmal davor zurückgeschreckt, falsche Behauptungen aufzustellen", erklärte Senator Lange und stellte richtig, dass es sich in vielen Fällen genau andersherum verhalte:

Es gibt keine Kürzungen in der Stundentafel, und zwar in keiner Schulform.Alle geeigneten Bewerberinnen und Bewerber mit dem Fach Musik wurden und werden eingestellt.Die neuen Lehrpläne geben auch im Fach Musik verbindliche Themen vor und präzisieren die Beurteilungskriterien.Es ist falsch, dass durch die PISA–Diskussion die Bedeutung der musischen Bildung vernachlässigt wird. Gerade PISA hat bewiesen, dass Bildung immer den ganzen Menschen erfassen muss, wenn sie gelingen soll.In einer Fachtagung „Ästhetische Bildung“ haben in der vergangenen Woche mehrere hundert Hamburger Lehrerinnen und Lehrer an Veranstaltungen zur Gestaltung des Musikunterrichtes teilgenommen, die die „Nebensache zur Hauptsache“ gemacht hat.In der Verlässlichen Halbtagsgrundschule unterrichten Lehrer der Jugendmusikschule in kleinen Gruppen und Klassen und unterstützen damit die Musikerziehung in den Grundschulen.Die Fülle der Schulfeste in diesem Herbst zeigt dem Amt für Schule, welch hohe Bedeutung das Fach Musik im Schulleben hat. Chöre, Spielgruppen und Orchester sind offensichtlich fester Bestandteil der Schularbeit.
Bildungssenator Lange wies zudem darauf hin, dass zwar täglich neue deutsche Gruppen in die Charts der Musikszene gelangen, aber recht selten talentierte Musiker eine Ausbildung zum Musikpädagogen aufnehmen und tatsächlich abschließen. Seit Jahrzehnten werden zu wenige Schulmusiker ausgebildet und der fachliche Anspruch der Ausbildung ist nicht unbedingt auf den Musikunterricht in der Schule ausgerichtet. Die Bemühungen, durch den Lernbereich Musik in der Grundschulpädagogik einen Ausgleich zu schaffen, reichen offensichtlich nicht aus.

Auch in der Erzieher–Ausbildung kann und sollte sicher noch mehr als bisher für die musikalische Früherziehung getan werden.

Über den Einsatz von Privat–Musiklehrern in Hamburgs Schulen kann nur im Einzelfall entschieden werden, gerade auch, weil sie in den Kontext von Unterricht und Erziehung insgesamt eingebunden werden müssen.

„Die Forderungen des LMR stoßen bei uns auf absolut offene Ohren. Viele Forderungen wurden bereits erfüllt oder werden von uns in Angriff genommen. Ich gehe davon aus, dass der LMR mit dieser Aktion die Gelegenheit genutzt hat, mit der Behörde auf unkonventionelle Art und Weise weiter im Gespräch zu bleiben. Man kann mit uns sogar direkt sprechen“, sagte Senator Lange und bot seine Gesprächsbereitschaft erneut an.

BBS, Presse, Hendrik Lange


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