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ISSN 1610-0611
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Überbuchung im Fachbereich Erziehungswissenschaft


Überbuchung im Fachbereich Erziehungswissenschaft

Universität muss mit Autonomie umgehen können


Die Universität Hamburg hat im Wintersemester 2002/2003 im Fachbereich Erziehungswissenschaft 770 statt 650 Erstsemester zugelassen. Vertreter des Fachbereichs haben daraufhin wiederholt gefordert, die Wissenschaftsbehörde solle für die Ausbildung dieser 120 zusätzlichen Studierenden zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, insbesondere deshalb, weil bereits vor einem Jahr rund 450 Studierende mehr als geplant ein Pädagogik-Studium aufgenommen haben.

Dazu erklärt Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: „Die Universität Hamburg verfügt über einen Globalhaushalt und beträchtliche Autonomie. Die Entscheidung, die Studienplatzkapazität zu überbuchen, hat die Universität selbst gefällt. Nun muss sie auch im Stande sein, für einen inneruniversitären Ausgleich zu sorgen.“

Der Sachverhalt: Die Zulassungsbeschränkung (Numerus Clausus) für Erziehungswissenschaft war wegen geringer Auslastung bereits seit mehreren Semestern im Konsens zwischen der damaligen Leitung der Wissenschaftsbehörde und der Universitätsleitung abgeschafft. Im Wintersemester 2001/2002 haben rund 1100 Erstsemester zu einer unerwarteten Überauslastung des Fachbereichs geführt. Erst danach hat die Universität bei der Wissenschaftsbehörde beantragt, die Zulassungsbeschränkung wieder einzuführen. Wissenschaftsbehörde und Universität haben sich für den Numerus Clausus auf die vormals bestehenden Zulassungszahlen von 400 Studienanfängern im Sommersemester und 650 Studienanfängern im Wintersemester geeinigt. Im Sommersemester 2002 funktionierte dies reibungslos. Im Wintersemester 2002/2003 hat aber die Universität nach eigenen Aussagen 120 Studierende zu viel zugelassen.

Senator Dräger: „Autonomie bedeutet das Recht, Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Die Hochschulen erhalten dadurch einen beträchtlichen Vertrauensvorschuss von der Politik. Es kann aber nicht angehen, dass die Universität einerseits Autonomie will, andererseits aber unerwünschte Konsequenzen eigener Entscheidungen auf die Politik abzuwälzen versucht.“


Sabine Neumann
Pressestelle der Behörde für Wissenschaft und Forschung

27. Oktober 2002/bwf27


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