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Winternotprogramm für obdachlose Menschen
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Ab 1. November
Winternotprogramm für obdachlose Menschen
Für die kalte Jahreszeit bietet die Behörde für Soziales und Familie auch in diesem Jahr wieder ein Winternotprogramm für obdachlose Menschen an. Vom 1. November 2002 bis zum 30. April 2003 werden 215 zusätzliche Schlafplätze in Wohn-Containern, auf dem Wohnschiff Bibby Altona und in der Übernachtungsstätte Pik As eingerichtet (im vergangenen Winternotprogramm standen 197 dieser Plätze zur Verfügung). Bei Bedarf können weitere Plätze in den Übernachtungsstätten für Männer und Frauen zur Verfügung gestellt werden.
Senatorin Birgit Schnieber-Jastram: „In Hamburg haben wir für wohnungslose Menschen das ganze Jahr über ein Angebot von rund 3.100 Plätzen in verschiedenen Wohnunterkünften. Diese Platzzahl wird nun für den Winter um 215 Plätze im Rahmen des Winternotprogramms erweitert. Damit wollen wir zusätzlich die Menschen erreichen, die sonst auf der Straße schlafen und damit in der kalten Jahreszeit der Gefahr des Erfrierens ausgesetzt sind.“
Wer ist an dem Winternotprogramm beteiligt?Das Hamburger Winternotprogramm findet seit 1992 jährlich in Zusammenarbeit mit 16 Kirchengemeinden, den beiden Fachhochschulen für Sozialpädagogik sowie dem Landesbetrieb „pflegen & wohnen“ statt. Erstmalig beteiligen sich auch Kirchengemeinden des Bezirkes Harburg am Winternotprogramm. Die Kosten für das Winternotprogramm in Höhe von 456.000 Euro werden von der Behörde für Soziales und Familie übernommen.
Wie und wo werden die Schlafplätze angeboten? In diesem Winter werden insgesamt 106 Plätze in Wohncontainern angeboten. Die meisten Container bestehen aus zwei Räumen für jeweils eine Person. In den übrigen Containern können bis zu drei Menschen übernachten. Besonders hervorzuheben sind dabei 8 Plätze (4 Container) für obdachlose Frauen bei der staatlichen Fachhochschule an der Saarlandstraße und 6 Plätze (3 Container) für obdachlose Paare bei der evangelischen Fachhochschule „Das Rauhe Haus“.
Des Weiteren werden vom staatlichen Träger „pflegen & wohnen“ 9 Plätze in Einzelzimmern für obdachlose Männer oder Paare mit Hunden in der Übernachtungsstätte Pik As sowie 100 Plätze auf dem Wohnschiff Bibby Altona in Neumühlen bereitgestellt. Auch in diesem Jahr wird sich die Hamburger Tafel darauf einrichten, die obdachlosen Menschen auf dem Schiff mit Essen versorgen.
Die Vermittlung der Schlafplätze erfolgt über die Bahnhofsmission, die Tagesaufenthaltsstätte Bundesstraße und – für obdachlose Frauen – über den Tagestreff für obdachlose Frauen „Kemenate“. Außerdem stellt der Caritasverband, finanziert durch die Behörde für Soziales und Familie, wieder den Bus „Mobile Hilfe – Unterwegs für Obdachlose“ zur Verfügung, der an 7 Tagen in der Woche von 19 – 22 Uhr obdachlose Menschen von der Bahnhofsmission zu dem Wohnschiff in Neumühlen fährt. (Im vergangenen Winter brachte der Pendelbus über 2.100 obdachlose Menschen zu den zusätzlichen Schlafplätzen.)
Ziel: Integration und Vermittlung in eigene Wohnungen
Ziel des Winternotprogramms ist neben der Überlebenshilfe, obdachlos gewordene Menschen wieder stärker zu integrieren. Bei den Kirchengemeinden werden deshalb Sozialarbeiter verstärkt wohnungslose Menschen aufsuchen. Auf dem Wohnschiff wird „pflegen & wohnen“ ebenfalls Beratung und Vermittlungshilfen durch sozialpädagogische Fachkräfte anbieten - mit dem Ziel der Vermittlung in Wohnungen oder, wenn erforderlich, in andere Einrichtungen des Hilfesystems.
Erfahrungen mit dem vergangenen Winternotprogramm 2001/2002
Das Winternotprogramm 2001/2002 wurde von den Obdachlosen insgesamt sehr gut angenommen. Die im vergangenen Jahr angebotenen Container-Schlafplätze bei den Kirchengemeinden waren mit ca. 14.800 Übernachtungen durchgängig zu 95 % ausgelastet. Bei pflegen & wohnen wurden auf dem Wohnschiff während des Winternotprogramms insgesamt 19.555 Übernachtungen registriert. Durchschnittlich war das Wohnschiff damit zu über 100 % pro Nacht ausgelastet.
Wie geht es nach dem Winternotprogramm weiter?
In Hamburg stehen zur Unterbringung von obdachlosen Menschen das ganze Jahr über rund 3.100 Übernachtungsplätze – fast ausschließlich in Einzel- oder Doppelzimmern – zur Verfügung: - in den Wohnunterkünften des Trägers pflegen & wohnen rund 2.500 Plätze - in angemieteten Wohnobjekten rund 300 Plätze - in betreuten Einrichtungen und Wohnprojekten Freier Träger rund 280 Plätze.
Neben der Unterbringung steht allen wohnungslosen Menschen ein flächendeckendes Netz an Beratungsstellen zur Verfügung, die bei der Beschaffung einer Wohnung und einer Arbeit helfen. 2001 wurden 1.750 Menschen von diesen Beratungsstellen betreut und 450 in eine Wohnung vermittelt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es einen Teil obdachloser Menschen gibt, die – trotz vorhandener Hilfsangebote – ein Leben auf der Straße jeder anderen Wohnform vorziehen. Für diese Menschen, die das herkömmliche Hilfesystem nicht in Anspruch nehmen, gibt es dennoch umfassende, niedrigschwellige Hilfsangebote: In 6 Tagesaufenthaltsstätten können obdachlose Menschen essen, duschen, Wäsche waschen, eine Postadresse einrichten, sich beraten und zum Teil auch ärztlich untersuchen lassen. Außerdem stehen ihnen die Bahnhofsmissionen, Suppenküchen und Essenausgabestellen, 13 Kleiderkammern, eine Krankenstube mit 14 Betten und das „Krankenpflegemobil“ zur Verfügung, das täglich obdachlose Menschen „auf der Straße“ medizinisch und pflegerisch versorgt und betreut.
Pressestelle der Behörde für Soziales und Familie Anika Wichert 31. Oktober 2002
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Jahresbilanz d. Senatorin Birgit Schnieber-Jastram | Neues über die Rinderkrankheit Theileriose
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