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Bildungspolitik: Neuer Kurs der SPD
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SPD bestimmt Kurs in der Bildungspolitik neu: Chancengleichheit und Leistung fördern - Alle Hamburger sollen mindestens einen Hauptschulabschluss erreichen können
Der Landesvorstand der Hamburger SPD hat einen Leitantrag zur Bildungspolitik verabschiedet und darin neue Perspektiven für sozialdemokratische Bildungspolitik in der Hansestadt entworfen. "Die PISA-Studie hat eines ganz deutlich gezeigt: Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland über den Schulabschluss, nicht die Leistungsfähigkeit der Kinder", sagte SPD-Landeschef Olaf Scholz am Donnerstag. "Dies ist ein Skandal und beschämend für ein so reiches Land wie der Bundesrepublik". Die PISA-Studie habe auch klar gemacht, "dass diejenigen Länder bessere Ergebnisse erzielen, die Kinder möglichst lange gemeinsam unterrichten. Weiterhin bewertet PISA die Leistungen von über einem Fünftel der deutschen Schülerinnen und Schüler als so schlecht, dass sie dauerhaft Probleme bei der Bewältigung ihres Lebens haben werden. Andere Länder haben keine so große Risikogruppe. Scholz sagte, es sei kein Zufall, dass das Bekenntnis zu Leistung und Leistungsvergleichen für die SPD ganz vorn stehen. Bei aller Leistungsorientierung müsse aber Chancengleichheit wichtiges Ziel bleiben, so der Hamburger SPD-Landesvorsitzende.
Der Antrag, der Basis für die Diskussion beim "SPD-Landesparteitag Bildung" am 1. und 2. November 2002 sein wird, sieht unter anderem die Forderung nach Leistung und die Förderung von Leistung aller Schülerinnen und Schüler vor. "Chancengleichheit und Leistungsförderung sind für uns entscheidend. Chancengleichheit und Leistungsförderung ist kein Gegensatz. Beides ist Aufgabe", so Scholz. Zudem soll es zukünftig einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss geben. Auch in Hauptschulen soll bis zur 10. Klasse unterrichtet werden. "Die Berufsorientierte Bildung soll gleichzeitig verstärkt werden", sagte Scholz.
Weitere Punkte aus dem Antrag, der dieser Pressemitteilung als Anlage beiliegt:
* Durchlässigkeit und Chancengleichheit muss gewahrt sein. Jeder Schüler und jede Schülerin muss - unabhängig von der schulischen Laufbahn - die Möglichkeit haben, schließlich zur Abiturprüfung zugelassen zu werden. Schulische Wege müssen immer den Weg zu höheren Abschlüssen offen halten. Eine frühe Festlegung auf den Bildungsweg ist falsch. So erreichen Kinder nicht die Abschlüsse, die ihren Fähigkeiten entsprechen. * Niemand darf aufgegeben werden. Das nur in Deutschland übliche Sitzen bleiben wird so weit wie möglich vermieden. Denn das Sitzen bleiben hilft den Kindern nicht. Die Schule, die Lehrer müssen die Kinder unterstützen, nicht aussondern. * An integriertem Unterricht und einem integrierten Schulsystem wird festgehalten. Integrierte Systeme sind unverzichtbar, hier wird der Bildungsgang länger offengehalten. Gesamtschulen sind ein unverzichtbarer Baustein im Hamburger Bildungssystem.
* Gute Schulen in Hamburg: Wir brauchen eine Qualitätsoffensive für Hamburgs Schulen. Durch Vergleichsarbeiten, zentrale Elemente in Prüfungen und stärkere Standards bei stärkerer Autonomie der Schulen werden die Ziele der Schulen festgelegt und regelmäßig überprüft. Hamburgs Schulen dürfen keinen Vergleich scheuen. * Schulschwänzen muss eingedämmt werden. Hier muss schneller und konsequenter reagiert werden. * Gute Bildung von Anfang an: Bildung schon in den Kindertagesstätten und eine optimale Förderung von Kindern in der Grundschule setzen den Grundstein für erfolgreiches späteres Lernen. * Das Erlernen der deutschen Sprache soll schon vor Beginn der Schullaufbahn gefördert werden. Kinder, die nicht ausreichend gut deutsch sprechen, sollen berechtigt und verpflichtet sein, an einer gezielten Förderung in der Vorschule teilzunehmen. * Das Angebot an Ganztagsschulen wird - mit massiver Unterstützung der Bundesregierung - auch in Hamburg erheblich erweitert. Gleiches gilt für die Ganztagsbetreuung in Krippen und Horten. Mehr Zeit zum Lernen und zum Vertiefen des Gelernten sind Schlüssel für bessere Schulleistungen aller Kinder.
Scholz betonte in diesem Zusammenhang ausdrücklich: "Allen Eltern, die beide berufstätig sind, wollen wir einen Ganztagsbetreuungsplatz für ihre Kinder garantieren." Der Bundeskanzler habe versprochen und im Haushaltsentwurf 2003 umgesetzt, dass in der nächsten Legislaturperiode insgesamt vier Millionen Euro in Ganztagsschulen investiert werden. "Das bedeutet allein für Hamburg in den nächsten vier Jahren über 150 zusätzliche Ganztagsschulen." Scholz verwies darauf, dass der Hamburger Senat lediglich drei pro Jahr schaffen wolle.
Anlage: Leitantrag zum Landesparteitag Bildung
<<Drucksache C1, Landesvorstand>> [61 KB]
10. Oktober 2002
Christoph Holstein SPD Hamburg - Presse und Kommunikation -
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