 |
|
 |
 |
 |
 |
Bildungspolitischen Beschlüssen der Hamburger SPD
|
|
|
30 Stichworte zu den bildungspolitischen Beschlüssen der Hamburger SPD
Abgefasst nach Ende des bildungspolitischen Parteitages der SPD Hamburg am 1. + 2. November 2002 in Hamburg Wilhelmsburg
1. Wir bekennen uns zu Vergleichen der Leistungsfähigkeit der Schulen (PISA. Bildungsbericht des Senats. Bundesweite Standards) 2. Wir halten Vergleichsarbeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in den Klassen 3, 6, 8, 9/10 für sinnvoll. In der zehnten Klasse und vor dem Abitur soll es landesweit einheitliche Vergleichsarbeiten in diesen Fächern geben. 3. Wir wollen die Zahl der Unterrichtsstunden weiter ausdehnen.
4. Moderne Managementmethoden gehören in die Schule. Zielfindungs- und Beurteilungssysteme (wie das appraisal-Verfahren der internationalen Schulen). 5. Es soll Schulmanager geben. 6. Wir begrüßen die Entwicklung integrierter Schulen in Hamburg und weisen den ideologisch motivierten Kampf des Senats gegen diese von Eltern gewählte Schulen zurück. Die geplante Abschaffung der integrierten Haupt- und Realschulen ist ein grober Fehler. 7. Wir bekennen uns zum Elternwillen. 8. Auch die Integration Behinderter ist ein guter Fortschritt in den Hamburger Schulen (integrative Regelklassen). Dass der jetzige Senat behinderte Schüler wieder in Sonderschulen abschieben will, zeigt, welcher Geist ihn treibt. Besonderes Augenmerk galt auf dem Parteitag dem Antrag der Arbeitsgruppe Gehörloser SPD-Mitglieder. 9. Sitzen bleiben soll weitgehend vermieden werden. Stattdessen sollen die Schüler speziell gefördert werden. 10. Schulschwänzen soll mit pädagogischen und rechtlichen Möglichkeiten bekämpft werden. 11. Wir wollen eine hohe Abiturquote (mehr als 50 %). 12. Das Schulsystem muss durchlässig bleiben. Von jeder Schule muss es einen direkten Weg zum Abitur geben. Gute Hauptschüler sollen unmittelbar auf die Oberstufe des Aufbaugymnasiums wechseln können. 13. Der jetzige Senat bekämpft die Durchlässigkeit. Wir werden seine Entscheidungen zu Reduzierung von Fachschulen und Fachoberschulen wieder rückgängig machen. 14. Die Lernmittelfreiheit muss beibehalten bleiben. Wir werden sie wieder einführen, wenn der Senat sie abschafft. 15. Alle sollen Deutsch können. Das soll schon im Kindergarten anfangen. Dort soll es eine Sprachstandserhebung geben. Die Erzieher sollen Deutsch vermitteln können - auch Eltern sollen Deutsch lernen. 16. Im fünften Lebensjahr soll ein Sprachtest stattfinden. Wer nicht ausreichend Deutsch kann, muss und darf an einer Sprachförderung - vor allem in der Vorschule - teilnehmen. Bei der Einschulung sollen alle Kinder Deutsch können. 17. Auch während der Schule soll die deutsche Sprachkompetenz festgestellt und gefördert werden. Wer bei der Einschulung auf eine deutsche Schule noch nicht ausreichend Deutsch kann, soll das in gesonderten Kursen lernen. 18. Alle Lehrer sollen lernen, Deutsch denen zu vermitteln, die eine andere Muttersprache haben. 19. Alle sollen einen Hauptschulabschluss erreichen. Dass - auch in Hamburg - über zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, ist ein Skandal, den wir beenden werden. 20. In der Hauptschule wird das 10. Schuljahr Pflichtschuljahr.
21. Es gibt ein lebenslanges Recht, den Hauptschulabschluss nachzuholen. Wir werden die Lebensunterhaltssicherung gewährleisten. 22. Die Grundschule hat Priorität. Wir garantieren eine Klassenfrequenz von 20 Schülern. Die Grundschule muss Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten speziell fördern. 23. Unterricht in der Grundschule kann auch jahrgangsübergreifend stattfinden. 24. Wir werden das Projekt Berufsorientierung und Arbeitsplatzvermittlung zu einem Dauerangebot für alle Hauptschüler machen. Die Vermittlung soll direkt von der Schulbank erfolgen. 25. Wir werden neue Ausbildungsplätze nach dem Vorbild des Modells "Exam" suchen. 26. Wir sind gegen die Privatisierung der Berufsschulen und das Streichen des Auftrags zur Allgemeinbildung auch für Berufsschüler. 27. Die Lehrerausbildung muss die pädagogischen Kompetenzen mehr in den Vordergrund stellen. Sie sind für das Lehrerexamen relevant zu machen. Lehrer sollen Unterricht in Lerngruppen und Klassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten beherrschen. Sie müssen mit Lernstörungen umgehen können und sich ständig fortbilden. 28. Wir garantieren ein vollständiges Angebot an Ganztagsbetreuung in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten. Alle berufstätigen Eltern müssen solche Angebote wahrnehmen können. Mit Vollendung des fünften Lebensjahr soll es eine Bildungspflicht in Vorschule oder Kindergarten geben. 29. In Hamburg soll die Ganztagsschule flächendeckend angeboten werden. Wir schaffen 150 Ganztagsschulen. 30. Wir wollen das erfolgreiche Hamburger Modell eines offenen Religionsunterrichts weiter aufrecht erhalten (Religionsunterricht für alle).
Hamburg, den 3. November 2002
Für Rückfragen: Christoph Holstein SPD Hamburg - Presse und Kommunikation -
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
SPD-Parteitag beschließt neues Bildungsprogramm | Zum Tod von Rudolf Augstein
|
|