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"Ein Fototermin - zu wenig, Herr Bezirkssenator"
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SGK kritisiert Verschleppung der Bezirksverwaltungs-Novelle
Novellierung des Bezirksverwaltungsgesetzes: "Ein Fototermin - zu wenig, Herr Bezirkssenator"
Ein Jahr nach der Wahl des Ersten Bürgermeisters in der Bürgerschaft tritt unter Vorsitz des Bezirkssenators Dr. Roger Kusch die Kommission zur Novellierung des Bezirksverwaltungsgesetzes erstmals zusammen - Grund für nicht mehr als einen Fototermin auf der Senatstreppe. "Das ist sehr mager nach den Ankündigungen in der Regierungserklärung, der Einsetzung der Kommission vor Weihnachten 2001 und der Behandlung der Bezirke vor und nach der Jesteburg-Klausur vom Mai 2002", kritisiert die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK).
"Mehr Effizienz und Bürgernähe durch Entflechtung und Vermeidung von Doppelarbeit" war das Papier aller sieben Bezirksamtsleiter im Frühjahr 2002 überschrieben. Gute Vorschläge für Verbesserungen ohne eine einzige Änderung des Bezirksverwaltungsgesetzes - aber der Senat hat sich in Jesteburg und danach weitgehend taub gestellt, sieht man einmal von der Stadterneuerung ab. Liegenschaft und Hochbau zentralisiert, bei der Bauleitplanung und der Erteilung von Baugenehmigungen unverändert Doppelarbeit, Arbeitskreise, Zustimmungsvorbehalte. Willkürliche Zuständigkeitsveränderungen bei der Schuldnerberatung (weg aus den Bezirken) und der Betreuung Wohnungsloser (rein in die Bezirke), und das bei unrealistischen Sparvorgaben z.B. bei "Wasserköpfen" in Stäben und Präsidialbereichen, die es in keinem Bezirksamt gibt.
"Diese Praxis lässt für eine Novellierung des Bezirksverwaltungsgesetzes wenig hoffen, zumal zwei Bezirksamtsleiter in der Kommission hoffnungslos unterrepräsentiert sind," so Hans-Peter Strenge, Landesvorsitzender der SGK, der als früherer Bezirksamtsleiter von Altona und Staatsrat des Senatsamt für die Bezirke beide Seiten kennt. Die Bezirksversammlung Altona hat in einer von allen Fraktionen getragenen Arbeitsgruppe schon im Januar konkrete Formulierungen zu den Rechten der Bezirksversammlungen, zum Haushaltsrecht der Bezirke und zu einer generellen Zuständigkeitsvermutung für die Bezirksebene im Bezirksverwaltungsgesetz vorgelegt.
"Verbal", so Strenge, "lag der Finanzsenator in Jesteburg mit seinem Slogan "Doppelarbeit vermeiden - fachliche und politische Steuerung trennen - Konzentration von Durchführungsfunktionen im Zweifel auf Bezirksebene" nicht falsch. Nur sieht die Praxis des Mitte-Rechts-Senats ganz anders aus. Dazu braucht es gar nicht des Extremfalls der Einzelgenehmigung eines Baumbügels oder Pollers durch den Staatsrat der Innenbehörde, quer durch alle Fachbereiche haben die neuen Senatoren - sehr zum Leidwesen der CDU- und FDP- Basis, wenn es sie denn noch gibt, in den Bezirken Politikfelder für sich entdeckt, z.B. auch Bauwagenplätze, in die sie munter hineinregieren."
Hamburg, den 30. Oktober 2002
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