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Hamburg droht Wohnungsnot - SPD beginnt Kampagne "Weihnachtsgeschenk vom Schwarzen Senat: Mieterhöhung"
Die SPD Hamburg sorgt sich um die Mieter in der Stadt: "Hamburg droht eine Wohnungsnot", sagte der SPD-Landesgeschäftsführer Ties Rabe zu Beginn der Kampagne "Weihnachtsgeschenk vom Schwarzen Senat: Mieterhöhung". 50.000 Flugblätter, auf denen über die Pläne des Senats über Mieterhöhungen ab Januar kommenden Jahres berichtet wird, werden von heute an von mehr als hundert Ehrenamtlichen in fast allen Stadtteilen Hamburgs verteilt. Die Kampagne soll bis Weihnachten abgeschlossen sein. "Der Senat redet ständig von der wachsenden Stadt. Bei den Neubauten bewegt sich Hamburg dagegen auf dem niedrigsten Niveau seit 1991. Das ist eine negative Entwicklung, die auch vor unserem Stadtteil nicht halt machen wird ."
Besonders dramatisch sei die Lage bei den Sozialwohnungen. Im Jahr 2003 will der Senat nur 1800 Sozialwohnungen bauen lassen. "Hier wird jetzt gespart - und das wird uns in einigen Jahren teuer zu stehen kommen. Gerade ältere Menschen wollen in gewohnter Umgebung ihren Lebensabend verbringen. Doch es ist zu befürchten, dass sich viele bald nach einer neuen Bleibe umsehen müssen. Wir steuern dagegen." Wie sehr der Senat die ohnehin schwierige Lage verschärft, macht ein Blick auf die Zahlen deutlich: 382.000 Haushalte haben aufgrund ihrer geringen Einnahmen einen Anspruch auf eine Sozialwohnung zu beziehen. Das sind 42 Prozent aller 910.000 in Hamburg registrierten Haushalte. Der Bestand an Sozialwohnungen nimmt aber trotz dieser Lücke ab: Er wird in den nächsten zehn Jahren unter die 100.000-Marke sinken. So werden in den kommenden zehn Jahren etwa 57.000 der jetzt rund 164.000 Sozialwohnungen aus der so genannten Mietpreisbindung fallen. Diese Wohnungen kommen - zu erhöhten Mieten - in den "freien Markt". Dort herrscht bereits ein Hauen und Stechen.
"Viele Bürger werden sehr bald ihre Mieten nicht mehr bezahlen können und keinen angemessenen Wohnraum mehr finden können." Eckard Pahlke, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg
"Die völlig verfehlte Wohnungspolitik des Senats treibt die Mieten weiter in die Höhe. Und der Senat hat die Brisanz der Lage offenbar noch nicht einmal erkannt." Die Hamburger "Welt" schreibt am 30. November 2002 in Reaktion auf den Alarmruf des Mietervereins: "Der Mieterverein hat Recht, wenn er den Senat vor diesem Hintergrund ermahnt, dem Thema Wohnungsbau generell mehr Beachtung zu schenken." Gleichzeitig gab es von Seiten der SPD Kritik an den beabsichtigten Mieterhöhungen für Sozialwohnungen. Bausenator Mario Mettbach hatte angekündigt, 4,9 Millionen Euro durch höhere Zinsen bei der Wohnungsbaukreditanstalt einnehmen zu wollen. Rund 40.000 Sozialwohnungen wären von den höheren Mieten betroffen.
Auf dem Weg in die Wohnungsnot: Die Zahlen
* 382.000 Haushalte (42 Prozent aller 910.000 Haushalte in Hamburg) sind aufgrund geringer Einkommen berechtigt, eine Sozialwohnung zu beziehen.
* * Es gibt nur rund 164.000 Sozialwohnungen in Hamburg. In zehn Jahren werden es wahrscheinlich weniger als 100.000-Marke sein. Im Jahr 1987 waren es noch 257.000. * * Statt mehr Sozialwohnungen zu bauen, plant der Senat für das kommende Jahr den Bau von nur 1800 neuen - das sind 600 weniger, als der alte Senat bauen wollte. * * In den kommenden zehn Jahren werden etwa 57.000 der jetzt rund 164.000 Sozialwohnungen aus der so genannten Mietpreisbindung fallen. * * Bis zu 200.000 Altbauwohnungen drohen zu verkommen, wenn kein Geld zur Modernisierung zur Verfügung gestellt wird. * * Der Senat hat beschlossen, die Zinsen bei der Wohnungsbaukreditanstalt anzuheben. Die Mehrkosten betragen rund 40 Cent pro Quadratmeter. Das heißt allein für die Mieter von 25.000 SAGA-Wohnungen ab Januar höhere Mieten.
Weitere Informationen zur Kampagne:
www.spd-hamburg.de/wohnen
Christoph Holstein SPD Hamburg - Presse und Kommunikation -
10.12.2002
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