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Klarheit für Berufsgeheimnisträger!
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Verfassungsschutzgesetz: Scholz fordert Klarheit für Journalisten, Anwälte, Ärzte und Geistliche
SPD-Landeschef Olaf Scholz hat eine schnelle Lösung in der Diskussion um das hamburgische Verfassungsschutzgesetz gefordert. "Der bisherige Verlauf der Diskussion lässt nur einen Schluss zu: In dieser wichtigen Frage fuhrwerken die Verantwortlichen planlos herum. Sie hatten lange Zeit, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen", kritisierte Scholz am Donnerstag. Es müsse endlich Klarheit geschaffen werden. Das betreffe auch die Frage, ob Berufsgeheimnisträger wie Anwälte, Journalisten oder Geistliche zukünftig damit rechnen müssten, nachrichtendienstlich überwacht und abgehört zu werden.
Die Konfusion im Regierungslager werde durch offensichtliche Differenzen zwischen Innenstaatsrat Wellinghausen und Innensenator Schill deutlich: Während der Staatsrat öffentlich beklagt, dass man sich in Hamburg mit den falschen Themen beschäftigt, konzentriere der Innensenator seine Arbeitskraft auf die Frage von Uniformfarben. "Der berechtigte Vorwurf Wellinghausens geht an die Adresse des Innensenators", so Scholz.
Auch die Diskussion darüber, ob Berufsgeheimnisträger wie Anwälte, Journalisten oder Geistliche ebenfalls nachrichtendienstlich überwacht werden sollen, laufe schon viel zu lange, kritisierte der SPD-Landesvorsitzende. "Bisher ist auch in dieser Hinsicht eine klare und eindeutige Aussage unterblieben. Das ist nicht gut für den Medienstandort Hamburg." Die Medien erfüllten im demokratischen Staat eine wichtige Aufgabe. "Wer Journalistinnen und Journalisten ihre Arbeit erschwert, wer die Pressefreiheit antastet, muss auch sagen, warum er das tut. Wenn Journalistinnen und Journalisten Risiken ausgesetzt sind, muss der Staat diese Risiken im eigenen Interesse minimieren - er darf keine weiteren schaffen", forderte Scholz.
Er kritisierte in diesem Zusammenhang auch Bürgermeister von Beust: "Er betont ständig, wie wichtig ihm der liberale Charakter Hamburgs ist. Doch wenn es ernst wird, schweigt er. Er hat durch sein Abtauchen die derzeitige Diskussion erst möglich gemacht." Einmal mehr werde sich der Bürgermeister erst äußern, wenn es eine Lösung gebe. "Und an der muss jetzt gearbeitet werden - möglichst noch eifriger, als an den neuen Polizeiuniformen." Der Zweite Bürgermeister und Innensenator Ronald B. Schill fühle sich für die wichtigen Themen seines Ressorts offenbar nicht zuständig - "anders ist nicht zu erklären, dass er an der Expertenanhörung im Rechtsausschuss nicht einmal anwesend war."
Der Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen (AsJ), Friedrich-Joachim Mehmel, nannte die Rolle der FDP in der laufenden Diskussion "abenteuerlich": "Bisher hat die Hamburger FDP meist geschlafen. Jetzt markiert sie den Wächter des liberalen Staates - mehr als eine Nachwächterrolle kommt dabei allerdings nicht heraus", so Mehmel. Die Liberalen setzten offensichtlich auf Spielverzögerung. Sie hätten im Vorfeld mehr als genug Zeit gehabt, sich in die Thematik einzuarbeiten.
24. Oktober 2002
Christoph Holstein SPD Hamburg - Presse und Kommunikation -
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