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ISSN 1610-0611
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Kulturpolitik: Events statt Problemlösung

Subject: Kulturpolitik: Events statt Problemlösung

Terror im Helms-Museum und Beethoven im
Haifischbecken - der Hamburger Senat schwimmt

Als "absurd und für Hamburg schädlich" hat der kulturpolitische Sprecher des
Hamburger SPD-Landesvorstands, Knut Fleckenstein, die Äußerungen von
Kultursenatorin Dana Horakova zu einer "Terror-Ausstellung" im Harburger
Helms-Museum bezeichnet. "Mit diesen Überlegungen und den Plänen für eine
neue Musikhalle in einem Aquarium stellt sich der Senat ein Armutszeugnis
aus", sagte Fleckenstein am Donnerstag.

"Wir müssen uns darauf besinnen, was Harburg einzigartig macht", hatte
Horakova in Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001
gesagt. "Mit diesem unüberlegten Gerede wird Hamburg Schaden zugefügt",
kritisierte Fleckenstein, "das haben besonders die Menschen in Harburg nicht
verdient."

Die Pläne des Senats für eine neue Musikhalle in einem Aquarium seien "weder
fantasievoll noch finanziell gesichert". Der Senat sollte sich nicht auf
Kapriolen konzentrieren, sondern endlich seine verfehlte Kulturpolitik
korrigieren. "Es müssten jetzt die überwiegend selbst geschaffenen Probleme
in diesem Politikbereich angegangen werden. Die Liste dieser Probleme ist
lang:"

* Es gibt keine Nachfolgeregelung für den Direktor der
Deichtorhallen

* Es gibt keine Lösung für die Probleme zwischen dem Senat und
der weit über Deutschland hinaus geschätzten Leitung der Staatsoper.

* Es gibt weiterhin Probleme bei der Finanzierung der
Staatstheater; das betrifft insbesondere das Schauspielhaus, das in der
vergangenen Spielzeit über 20.000 junge Zuschauer zusätzlich auf das Theater
neugierig gemacht hat.

* Es gibt Rückschritte in der Nachwuchsförderung - durch
ersatzlose Streichung der Stipendien für junge Künstler

* Es gibt Rückschritte durch die Reduzierung der gerade erst
eingeführten Projektförderung für Privattheater.

Fleckenstein: "Statt diese Probleme zu lösen, schafft der Senat ständig
neue. Davon können auch seine glänzenden Wasserfantasien nicht ablenken. In
Hamburg werden auch in Zukunft keine Fische in einer Musikhalle schwimmen.
Das einzige, was in Hamburg schwimmt, ist der Senat."

Hamburg, den 14. Nov. 2002
Christoph Holstein
SPD Hamburg
- Presse und Kommunikation -


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