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Regierungwechsel in Hamburg
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Umfrage: Regierungswechsel in Hamburg - "Schill-Partei zieht den ganzen Senat in die Tiefe"
Als "trauriges Resultat einer traurigen Regierungsbilanz" hat SPD-Landeschef Olaf Scholz den Umfrage-Absturz des rechten Senats in Hamburg bezeichnet. "Die Menschen in Hamburg spüren keine Verbesserung. Sie sind von der Regierung enttäuscht, und das schlägt sich in den Umfragezahlen nieder", sagte Scholz am Montag. Die Schill-Partei ziehe den ganzen Hamburger Senat mit sich in die Tiefe.
Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage würde das Hamburger Rechts-Bündnis seine Mehrheit in der Bürgerschaft verlieren. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung ist die Schill-Partei, die fast die Hälfte ihrer Wähler verliert und von 19,4 auf zehn Prozent abrutscht. Die FDP wäre in der Bürgerschaft nicht mehr vertreten, wenn am Sonntag ein neues Landesparlament gewählt würde.
Der enorme Zuwachs der SPD - sie legt in der Umfrage nochmals zu und käme nach 36,5 vor einem Jahr auf jetzt 40 % - sei "Beweis dafür, dass die Menschen uns die Neupositionierung in wichtigen Politikfeldern glauben." Scholz warnte die SPD in Hamburg vor Selbstzufriedenheit. "Wir haben der Hamburger Regierung ihre Negativ-Entwicklung zwar prognostiziert. Es bleibt für uns aber noch viel zu tun." Die SPD wolle mittelfristig "auch bei Bürgerschaftswahlen auf die guten Werte zu kommen, die wir bei Bundestagswahlen regelmäßig erreichen: Deutlich über 40 Prozent. Die SPD muss weiter wachsen", forderte Scholz.
Der Absturz der Partei Rechtstaatlicher Offensive sei für den Hamburger SPD-Landesvorsitzenden "in keiner Weise überraschend": "Schill hat sein kalkulierter Eklat im Bundestag nichts genützt. Damit hat er allenfalls diejenigen beeindruckt, die ihm trotz seiner peinlichen Bilanz ihre Stimme geben wollen." Schill habe sich in seinem gefährlichen Spiel mit Vorurteilen und Ressentiments gründlich verspekuliert: "Jetzt wenden sich viele gemäßigte Schill-Wähler von ihm ab. Viele haben ihn vor einem Jahr noch gewählt. Für sie war er ein Hoffnungsträger. Er hat sie gründlich enttäuscht."
9. August 2002
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