Scholz kritisiert "einäugige Drogenpolitik des Senats": St. Georg wird überfordert - Beust und Schill tun nichts
Der Hamburger SPD-Landesvorsitzende und designierte SPD-Generalsekretär Olaf Scholz hat dem Senat "Einäugigkeit in der Drogenpolitik" vorgeworfen. Hintergrund sind Zeitungsberichte, nach denen in St. Georg die Belastung durch Drogensucht und Drogenhandel zunehmen. "Der Stadtteil hat kurzfristig vom Anti-Drogenkonzept der Polizei profitiert. Jetzt lässt der Senat St. Georg und seine Einwohner allein", kritisierte Scholz. Drogensucht und Drogenkriminalität tauge für die Bürgermeister von Beust und Schill offenbar nur als Wahlkampfthema: "Sie tun nichts."
"Es ist bedauerlich, dass der Senat sich in der Drogenpolitik auf die repressiven Elemente beschränkt", kritisierte Scholz am Dienstag. "Die Resultate dieser einäugigen Politik bekommt jetzt der Stadtteil St. Georg zu spüren. Die Innenbehörde bürdet dem Stadtteil mit der geplanten Konzentrierung der Drogenhilfseinrichtung etwas auf, das er Stadtteil und seine Menschen nicht tragen können." Scholz bemängelte vor allem, dass der Senat dies "gegen den Rat von Experten der Drogenhilfe, gegen die eindringlichen Bitten der Menschen in St. Georg und auch gegen die Meinung der Polizei" durchsetzen wolle.
Innensenator Schill habe sich von dieser Problematik vollständig verabschiedet: "Er rühmt sich, die Situation am Hauptbahnhof entschärft zu haben. In Wirklichkeit hat er lediglich ein gutes Konzept übernommen und einzelne Elemente davon weiter geführt. Auch wenn Ronald Schill anderes behauptet: Er hat zur Eindämmung der Drogenproblematik in Hamburg lediglich einige Marginalien beigetragen."
Scholz kritisierte auch Bürgermeister Ole von Beust: "Auch von ihm hört man nichts. Im Wahlkampf hat er die sozialdemokratische Formel "alle Hilfe für Süchtige - alle Härte gegen Dealer" übernommen. Dass diese Ziele jetzt nicht mehr verfolgt werden, fällt auf ihn zurück."
1. Oktober 2002 Christoph Holstein SPD Hamburg - Presse und Kommunikation -