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ISSN 1610-0611
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Monatsprogramm Dezember 2002

01. So.

17.00
RUSSISCHER KINO-KLUB
Krajinka OF/Engl. UT

19.00
BESTATTUNGSRITUALE
4 Geschichten über 5 Tote

21.15
TAG DER MENSCHENRECHTE
Dead Man Walking DF



02. Mo.

17.00
UNI HAMBURG
Notorious OF

19.00
UNI HAMBURG:
Das Ornament der Sache

21.15
BESTATTUNGSRITUALE
4 Geschichten über 5 Tote



03. Di.

17.00
TAG DER MENSCHENRECHTE
Dead Man Walking DF

19.00
UNI HAMBURG: PORTUGAL
Das Testament des Herrn Napumoceno OF/Engl. UT

21.15
RUSSISCHER KINO-KLUB
Krajinka OF/Engl. UT
Mit Einführung



04. Mi.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
4 Geschichten über 5 Tote

19.00
UNI HAMBURG
Olympia - Fest der Völker

21.15
TAG DER MENSCHENRECHTE
Dead Man Walking DF



05. Do.

17.00
RE-EDUCATION
Crisis
Einführung: Thomas Tode

19.00
RE-EDUCATION
Über Hans H. Burger
Vortrag von Heiner Roß

21.15
RE-EDUCATION
Die Todesmühlen
Einführung: Ulrike Weckel



06. Fr.

17.00
RE-EDUCATION
Amerikanische Filme von Hans H. Burger
Einführung: Heiner Roß

19.00
RE-EDUCATION
Die deutsche Hausfrau
Mit Einführung

21.15
RE-EDUCATION
Die Zukunft heißt Europa
Einführung: Prof. Dr. Gabriele Clemens



07. Sa.

17.00
RE-EDUCATION
Großbritannien berichtet aus Deutschland
Einführung: Thomas Tode

19.00
RE-EDUCATION
Wie werde ich Demokrat?
Zu Gast: Dieter Reifarth



08. So.

17.00
RE-EDUCATION
Les camps de la mort Engl. und frz. Fassung
Einführung: Hendrik F. Feindt

19.00
GEDENKSTÄTTE NEUENGAMME
§ 175 OmU
Mit Diskussion

21.15
GEDENKSTÄTTE NEUENGAMME
Verboten! OF



09. Mo.

17.00
UNI HAMBURG
Die Mörder sind unter uns

19.00
UNI HAMBURG
Olympia - Fest der Schönheit

21.15
WADIM JUSOW ZU GAST
Iwans Kindheit DF
In Anwesenheit von Wadim Jusow



10. Di.

17.00
GEDENKSTÄTTE NEUENGAMME
§ 175 OmU

19.00
WADIM JUSOW
Andrej Rubljow OmU



11. Mi.

16.30
WADIM JUSOW
Iwans Kindheit DF

18.30
MARCEL PROUST
Die wiedergefundene Zeit OmU

21.15
GEDENKSTÄTTE NEUENGAMME
§ 175 OmU



12. Do.

17.00
TAG DER MENSCHENRECHTE
Im Namen des Vaters DF

19.15
BESTATTUNGSRITUALE
Tod in Hollywood DF

21.15
PREMIERE
Soul of a Century
Zu Gast: Michael Kuball



13. Fr.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Tod in Hollywood DF

19.15
WADIM JUSOW
Andrej Rubljow OmU



14. Sa.

17.00
HALBZEIT NULLZWO
Best of »Virtuelles Licht«
Computeranimationen

19.00
HALBZEIT NULLZWO
Bolex Brothers vs. Aardman Animation

21.15
HALBZEIT NULLZWO
Single Frame Unit



15. So.

17.00
HALBZEIT NULLZWO
Best of Animation 02

19.00
HALBZEIT NULLZWO
Schweinchen Dick gegen die Nazis

21.15
HALBZEIT NULLZWO
Trainspotter - British Animation der 90er



16. Mo.

17.00
UNI HAMBURG
Ehe im Schatten

19.00
UNI HAMBURG
NS-Realismus und Film-Krieg

21.15
SPECIAL
Speaking Parts OF



17. Di.

17.00
RUSSISCHER KINO-KLUB
Wir müssen zusammenhalten DF

19.15
TAG DER MENSCHENRECHTE
Im Namen des Vaters DF

21.30
BESTATTUNGSRITUALE
Belorussischer Bahnhof DF



18. Mi.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Belorussischer Bahnhof DF

19.00
BESTATTUNGSRITUALE
Drei Brüder DF

21.15
SPECIAL
Speaking Parts OF



19. Do.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Guelwaar OmU

19.00
SPECIAL
Speaking Parts OF

21.15
RUSSISCHER KINO-KLUB
Wir müssen zusammenhalten DF
Mit Einführung



20. Fr.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Belorussischer Bahnhof DF

19.00
SPECIAL
Speaking Parts OF

21.15
SPECIAL
Zuspielbänder, Lesungen, Lichtspiele



21. Sa.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Drei Brüder DF

19.00
SPECIAL
Speaking Parts OF

21.15
WADIM JUSOW
Solaris OmU



22. So.

17.00
RUSSISCHER KINO-KLUB
Silberköpfe OmU

19.00
WADIM JUSOW
Solaris OmU



23. Mo.

17.00
TAG DER MENSCHENRECHTE
Der Kuß der Spinnenfrau DF

19.15
RUSSISCHER KINO-KLUB
Silberköpfe OmU
Mit Einführung

21.15
BESTATTUNGSRITUALE
Guelwaar OmU



24. Di.

KEINE VORSTELLUNG



25. Mi.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Heimweg DF

19.00
HOLLYWOOD CLASSICS
The African Queen OF

21.15
TAG DER MENSCHENRECHTE
Der Kuß der Spinnenfrau DF



26. Do.

17.00
HOLLYWOOD CLASSICS
The African Queen OF

19.00
TAG DER MENSCHENRECHTE
Der Tod und das Mädchen DF

21.15
BESTATTUNGSRITUALE
Heimweg DF



27. Fr.

20.00
SPECIAL
Der goldene Abgrund OmU
Live-Musik: Tuten & Blasen



28. Sa.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Cold Fever OmU

20.00
SPECIAL
Der goldene Abgrund OmU
Live-Musik: Tuten & Blasen



29. So.

17.00
RUSSISCHER KINO-KLUB
Ironie des Schicksals OmU

21.15
TAG DER MENSCHENRECHTE
Der Tod und das Mädchen DF



30. Mo.

17.00
BESTATTUNGSRITUALE
Cold Fever OmU

19.00
RUSSISCHER KINO-KLUB
Ironie des Schicksals OmU



31. Di.

KEINE VORSTELLUNG





SPECIALS

Speaking Parts
OF
Kanada 1989, Atom Egoyan 92 min.
Mit Michael McManus, Arsinee Khanjian, Gabrielle Rose
Die Drehbuchautorin Clara steht ganz im Bann der Erinnerung an ihren verstorbenen Bruder. Sie will einen Film über die Beziehung zwischen Bruder und Schwester machen. Während der Vorbereitungen zum Film trifft sie Lance, der als »Zimmermädchen« in einem Hotel arbeitet. Er ähnelt ihrem verstorbenen Bruder, und sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Lisa, ein Zimmermädchen im selben Hotel, steht ganz im Bann von Lance, der auch als Filmstatist arbeitet. Doch ihr einziger Kontakt zu ihm besteht darin, daß sie die Videokassetten der Filme ausleiht, in denen er eine Statistenrolle hatte, um dann sein Bild in der Menschenmasse zu suchen. Während Clara in Lance dem Bild ihres Bruders folgt, ist Lisa ebenso leidenschaftlich von dieser geheimnisvollen Gestalt fasziniert. Thema dieses düsteren, ironischen Films ist die feine Grenze zwischen der Persönlichkeit im eigentlichen Sinn und dem Bild der Persönlichkeit.
16.12. 2115 / 18.12. 2115 / 19.12. 1900 / 20.12. 1900 / 21.12. 1900

Der goldene Abgrund
Frz. Fassung mit dt. UT
Rapa Nui
D/F 1927, Mario Bonnard 78 min.
Mit Liane Haid, Hans Albers, Claude Mérelle
Die gegensätzlichen Lebensläufe von Zwillingsschwestern, die als Kinder bei einem Schiffsuntergang getrennt werden. Die eine ruiniert den Helden durch ihre luxuriösen Bedürfnisse; die andere, reinen Herzens, findet er auf einer Südseeinsel, auf die ihn ein sonderbarer Doktor bringt, der Selbstmordkandidaten als Schatzsucher anheuert. Hier herrscht eine Räuberbande mit weiblichem Oberhaupt. Die abenteuerlichen Verfolgungsszenen samt Vulkanausbruch wurden auf Rügen gedreht. Hans Albers als gestiefelter Held, der seinen Zynismus überwindet.
27.12. 2000 / 28.12. 2000 Musikalische Begleitung: Tuten und Blasen



ZUSPIELBÄNDER, LESUNGEN, LICHTSPIELE
In Zusammenarbeit mit dem Hause »Vertrauen durch Sicherheit«

»Indes die Mahlzeit immer kutteliger kocht, wird Heldentum, wird Becherspiel, wird Weltbespaßertum bepocht.« (Klopstock)
Dittel und Tüttel: »Wenn der Esel mit dem Huf die Leier schlägt, erklingen die schönsten Lieder.«
Stefan Eckel zeigt das Lichtspiel »Klopstock im Spinnenland«.
Markus Tetzlaff spricht über den sibirischen Großuhu.
Ditterich von Euler-Donnersperg zeigt Lichtbilder, führt Zuspielbänder vor und spricht über Tatzelwürmer, Dickhäuter und Schuhschnabel.
Asmus Tietchens spielt Zuspielbänder zu.
Gott spricht nicht und spielt nichts zu.
Eine bunte Unterhaltungsmischung für depressiv veranlagte Angehörige des älteren Geschlechts, die ihr Leben von seinem Ende her betrachten.
20.12. 2115



TAG DER MENSCHENRECHTE

»Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person« -
Filmserie zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember

Am 10. Dezember 1948 verkündete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. »Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen«, heißt es in Artikel 1. Ein Ideal, wie die Uno selbst wußte. Die Realität sah und sieht anders aus. Deshalb wurde 1961 amnesty international gegründet. Die politsch unabhängige Organisation kämpft seitdem für die Rechte gewaltloser politischer Gefangener und prangert die Mißachtung der Menschenrechte weltweit an.
Der Jahrestag ist für uns von amnesty international Anlaß, eine Reihe von herausragenden Filmen zum Thema zu zeigen. Sie beschäftigen sich mit zwei der gravierendsten Verstößen gegen die Menschenrechte: Todesstrafe und Folter.
Begleitend bieten wir Informationsmaterial über amnesty und die Situation in einzelnen Ländern an
und stehen auch selbst für weitere Informationen und Diskussionen zur Verfügung.

Dead Man Walking DF
USA 1995, Tim Robbins 120 min.
Mit Susan Sarandon, Sean Penn
Matthew Poncelet wird für den Mord an einem jungen Paar zur Todesstrafe verurteilt. Er ist ohne Zweifel schuldig. Durch seine Arroganz und seinen Rassismus erwirbt er sich nicht gerade die Sympathie der Ordensschwester Helen Prejean. Dennoch begleitet sie ihn in der Zeit bis zur Hinrichtung und entdeckt dabei die weicheren Seiten des Verurteilten. Gleichzeitig wird sie mit dem Wunsch der Eltern der Ermordeten nach Strafe konfrontiert. »Dead man walking« ist der Ruf, der den Verurteilten auf seinem letzten Gang zur Hinrichtung begleitet. Der Film bezieht keine eindeutige Position für oder gegen die Todesstrafe, sondern wirft alle die Todesstrafe betreffenden Fragen auf, ohne sie zu beantworten.
1.12. 2115 / 3.12. 1700 / 4.12. 2115

Im Namen des Vaters
DF
In the Name of the Father
USA/Irland/GB 1993, Jim Sheridan 127 min.
Mit Daniel Day-Lewis, John Lynch, Emma Thompson
Nach einem Bombenattentat der IRA in London 1974, bei dem fünf Menschen getötet werden, geraten der Ire Gerry Conlon und sein Freund Paul Hill unter Verdacht. Auf Basis eines gerade erlassenen Gesetzes zur Bekämpfung des Terrorismus werden sie sieben Tage lang ohne juristischen Beistand verhört. Unter Folter wird den beiden Iren ein Geständnis abgepreßt. Sie werden zu lebenslänglicher Haft verurteilt und erst 14 Jahre später nach erneuter Verhandlung des Falls rehabilitiert. Der Film zeigt in eindrücklichen Szenen, wie körperliche und seelische Folter Menschen bricht. Besondere Aktualität erlangt der Film durch die momentane Debatte um Terrorismusbekämpfung.
12.12. 1700 / 17.12. 1915

Der Kuß der Spinnenfrau
DF
Beijo da a mulher aranha
USA/Brasilien 1985, Hector Babenco 124 min.
Mit Raoul Julia, William Hurt, Sonia Braga
Schauplatz ist ein argentinisches Gefängnis zur Zeit der Militärdiktatur. Zwei Männer, die gegensätzlicher kaum sein könnten, teilen sich eine Zelle: Luis Alberto Molina, ein Homosexueller, der wegen Verführung Minderjähriger verurteilt wurde, und der Revolutionär Valentín Arregui, der wegen linksextremer Tätigkeiten inhaftiert ist. Molina wird von der Gefängnisleitung als Spitzel auf seinen Zellengenossen angesetzt, doch er verliebt sich in Arregui und willigt ein, nach seiner Entlassung eine Botschaft an dessen politische Freunde zu überbringen. Ohne je Einblick in die politische Realität des Landes gehabt zu haben, wird Molina zum Opfer der Diktatur: Guerilleros erschießen ihn auf offener Straße. Arregui wird die Qualen der Folter bei den nächsten Verhören nicht überleben. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Manuel Puig, der 1976 erschien.
23.12. 1700 / 25.12. 2115

Der Tod und das Mädchen
DF
Death and the Maiden
USA/F/GB 1994, Roman Polanski 105 min.
Mit Ben Kingsley, Sigourney Weaver, Stuart Wilson
»Ein Land, wahrscheinlich Chile, aber auch jedes andere Land, das sich nach einer langen Zeit der Diktatur zu einer demokratischen Regierung bekennt« - so beschrieb der Autor Ariel Dorfman den Schauplatz seines Psycho-Thrillers. Paulina, die während der Diktatur gefoltert und vergewaltigt wurde, trifft unverhofft auf ihren Peiniger, den Arzt Roberto Miranda. Obwohl sie den Mann nie zu Gesicht bekommen hat, ist sie sich sicher, ihn an seiner Stimme wiederzuerkennen. Sie beschließt, ihm unter Gewaltandrohung ein Geständnis abzuringen. Doch was ist ein erzwungenes Geständnis wert? Bedeutet Paulinas Selbstjustiz nicht bloß die Umkehrung früherer Machtverhältnisse? Ihr Mann ist Vorsitzender des Ausschusses, der Verbrechen aus der Zeit der Diktatur untersucht. Weder dürfen die Täter beim Namen genannt noch verurteilt werden; auch die traumatischen Erlebnisse Paulinas fallen nicht in den Bereich der Kommission, da sie überlebt hat. Er schwankt daher zwischen dem Verständnis für die Rachegefühle seiner Frau und seiner offiziellen Rolle.
26.12. 1900 / 29.12. 2115



BESTATTUNGSRITUALE

Bestattungsrituale sind vielfältig und kulturell verschieden. Sie sind ein Teil der menschlichen Kultur, wenn sie manchmal auch im Verborgenen stattfinden. In der Welt des Films taucht diese Vielfalt auf. Bestattungen und Trauer sind dort oft der Anlaß, eine (Lebens-)Geschichte zu erzählen oder um Strukturen einer Gemeinschaft aufzuzeigen. In den Filmen dieser Reihe steht die Bestattung im Mittelpunkt des Geschehens, dabei wird jedoch der »normale Vollzug« des Rituals in Frage gestellt: Mal fehlt die Leiche, mal konkurrieren verschiedene Kulturen um die »richtige« Form. Einige Filmemacher nutzen die Beschreibung des Rituals zur kritischen Betrachtung ihrer Gesellschaft. Andere wiederum suchen mehr die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Einiges erscheint dabei befremdlich, komisch, anderes vertraut.

4 Geschichten über 5 Tote
D 1997, Lars Büchel 97 min.
Mit Thira Walke, Sibylle Brunner, Andreas Kunze
Mit bemerkenswerter Offen- und Unvoreingenommenheit nähert sich der Film dem Tabuthema »Tod und Sterben«, wobei er mit der märchenhaften Ankunft von soeben Verstorbenen in einer Art Himmel vier Episoden verklammert. Die Neuankömmlinge in diesem »Himmel« können durch ein Fernrohr ihrer eigenen Beerdigung zuschauen und dabei die tiefe Trauer, manche Heuchelei, aber auch so manche ausgesprochen amüsante Ungeschicklichkeit der Lebenden verfolgen. Trauer und Komik werden auf mal irritierende, mal Widerspruch herausfordernde, dann wieder zutiefst anrührende Weise in einen letztlich tröstlichen Zusammenhang gebracht.
1.12. 1900 / 2.12. 2115 / 4.12. 1700

Tod in Hollywood
DF
The Loved One
USA 1964, Tony Richardson 123 min.
Mit Robert Morse, Jonathan Winters, Anjanette Comer
Eine ironisch funkelnde Verfilmung von Evelyn Waughs bissiger Satire auf Hollywood und die Auswüchse eines verlogenen Totenkults: Der junge Engländer Dennis Barlow erlebt in Hollywood, wie sein Onkel von einem Filmstudio abrupt gefeuert wird und sich daraufhin das Leben nimmt. So lernt er den »Flüsternden Hain« kennen, wo der »gepriesene Hirte« Wilbur Glenworthy mit bombastischen Bestattungsriten glänzende Geschäft macht. Dort hat der verwunderte Brite seine liebe Not mit der schönen Aimee Thanatogenes, bis er sie zur letzten Ruhe ins Weltall expediert.
»Der Film ist perfekt gemacht und >schrecklich< komisch, platzt vor Leichengags aus den Sargschreinfugen, versprüht Verwesungsduft verschwenderisch mit dem Kölnisch-Wasser-Flakon. >Makabre Belustigung< - jede Menge.« (Rüdiger Dilloo, Die Welt, 23.4.1966)
12.12. 1915 / 13.12. 1700

Belorussischer Bahnhof
DF
Belorusskij Woksal
UdSSR 1970, Andrej Smirnow 98 min.
Mit Alexej Glasyrin, Jewgeni Leonow, Anatoli Papanow
Vier Kriegskameraden treffen sich nach 25 Jahren bei der Beerdigung ihres ehemaligen Kommandeurs wieder. Die Erlebnisse des Tages, den sie zusammen verbringen, zeigen ihre privaten und beruflichen Konflikte und stellen sie in eine Bewährungssituation, in der sich ihre Menschlichkeit offenbart. Der Film war in der DDR ein großer Publikumserfolg.
17.12. 2130 / 18.12. 1700 / 20.12. 1700

Drei Brüder
DF
Tre fratelli
I/F 1980, Francesco Rosi 113 min.
Mit Charles Vanel, Michèle Placido, Philippe Noiret
Drei ungleiche Brüder - ein idealistischer Träumer, ein konservativer Pragmatiker und ein Revolutionär - begegnen sich nach langer Zeit, zur Beerdigung der Mutter, wieder. Ihre verschiedenen Charaktere, Temperamente und Weltanschauungen prallen aufeinander. Rosis meisterhafte Allegorie auf das damalige Italien erhält seine überzeugende politische Kraft aus einer ungeheuren Poesie, der ständig präsenten Liebe zu seinem Land und der grandiosen Leistung seiner Schauspieler.
18.12. 1900 / 21.12. 1700

Guelwaar
OmU
Senegal/F 1992, Ousmane Sembene 115 min.
Mit Oumar Seck, Ndiawar Diop, Isseu Niang
In einem senegalesischen Dorf wurde die Leiche eines katholischen Politikers versehentlich von Moslems beerdigt, die auch einen Todesfall zu beklagen hatten. In die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Familien müssen sich alsbald die Polizei und andere Organe der Obrigkeit einschalten. Mehrere Rückblenden zeigen, daß der Tote schon früher ein unbequemer Kritiker der sozialen und wirtschaftlichen Mißstände des Landes war. Mit der hintergründigen Parabel, entwickelt in dialogreichen, meist statischen Szenen, hält Senegals bekanntester Schriftsteller und Regisseur seinem Volk einen Spiegel vor.
19.12. 1700 / 23.12. 2115

Heimweg
DF
Wo De Fu Qin Mu Qin
VR China/USA 1999, Zhang Yimou 100 min.
Mit Zhang Ziyi, Sun Honglei, Zheng Hao
Ein chinesischer Geschäftsmann kehrt in sein Heimatdorf zurück, um gemeinsam mit der Mutter seinen Vater zu beerdigen. Während die Mutter die Einhaltung der alten Beerdigungsrituale fordert, erinnert sich der Sohn an die Liebesgeschichte seiner Eltern. Eine farbige und poetische Rückblende schildert die Liebe der jungen Dorfschönheit zu dem aufs Land verbannten Lehrer. Gegen die lange Rückblende, die die Zeit der Kulturrevolution verklärt, setzt die Rahmenhandlung einen düsteren Kontrast, der Rückständigkeit und Armut nicht ausspart und die Widersprüche in einem Land im Umbruch andeutet. Ein politisch zurückhaltender Film mit starken Bildern und großen Emotionen.
25.12. 1700 / 26.12. 2115

Cold Fever
OmU
Island/USA 1995, Fridrik Thór Fridriksson 85 min.
Mit Masatoshi Nagase, Lili Taylor, Fisher Stevens
Ein junger japanischer Angestellter reist nach Island, um für seine dort verstorbenen Eltern die Bestattungszeremonie durchzuführen. In der Begegnung mit ungewöhnlichen Menschen, Fabelwesen und der unwirtlich wirkenden Natur wird aus ihm ein anderer Mensch. Ein »Road movie« als Initiationsgeschichte, die lakonisch, witzig und mit skurrilem Humor erzählt wird.
28.12. 1700 / 30.12. 1700



UNI HAMBURG
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik II der Universität Hamburg

Notorious OF
Berüchtigt
USA 1946, Alfred Hitchcock 102 min.
Mit Ingrid Bergman, Cary Grant, Reinhold Schünzel
Die Tochter eines wegen Spionage für Nazi-Deutschland verurteilten Amerikaners lernt auf einer Party einen Agenten der Abwehr kennen und erklärt sich bereit, mit ihm zusammenzuarbeiten, um die ganze Verschwörertruppe, der ihr Vater angehörte, zu entlarven. Um den Auftrag erfolgreich zu Ende zu bringen, heiratet sie den Chef der Gruppe, der ihre wahre Identität jedoch bald entdeckt und daraufhin versucht, sie langsam zu vergiften.
2.12. 1700

Die Mörder sind unter uns

DDR 1946, Wolfgang Staudte 85 min.
Mit Hildegard Knef, Ernst Wilhelm Borchert, Arno Paulsen
In der Berliner Trümmerlandschaft begegnet ein ehemaliger Unterarzt jenem Hauptmann wieder, der 1942 an der Ostfront Frauen und Kinder erschießen ließ, nun - als biederer Fabrikant - aus Stahlhelmen Kochtöpfe pressen läßt und ohne eine Spur von Schuldbewußtsein mit seiner Familie Weihnachten feiert. Der empörte Arzt greift zur Pistole ...
9.12. 1700

Ehe im Schatten

DDR 1947, Kurt Maetzig 105 min.
Mit Paul Klinger, Ilse Steppat, Alfred Balthoff
Ein Film, der das tragische Schicksal einer »Mischehe« in den Jahren der nazistischen Barbarei schildert. Ein Schauspielerehepaar läßt sich durch keine Rassengesetze und keinen Terror auseinanderreißen. Als es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, geht es gemeinsam in den Tod.
16.12. 1700

Ringvorlesung: Mediale Mobilmachung - Das Dritte Reich und der Film

Das Ornament der Sache
Werbe- und Trickfilm im Dritten Reich.
2.12. 1900

Olympia - Fest der Völker

D 1936/38, Leni Riefenstahl 124 min.
4.12. 1900

Olympia - Fest der Schönheit

D 1936/38, Leni Riefenstahl 98 min.
9.12. 1900

Nationalsozialistischer Realismus und Film-Krieg

Am Beispiel der Deutschen Wochenschau.
16.12. 1900

In Zusammenarbeit mit Centro de Língua Portuguesa / Instituto Camões na Universidade de Hamburgo

Das Testament des Herrn Napumoceno OF/Engl. UT
Portugal 1997, Francisco Manso 110 min.
Mit Nelson Xavier, Maria Ceiça, Chico Diaz, Zezé Motta
Napumoceno da Silva Araújo war der erfolgreichste Geschäftsmann der Kapverdischen Inseln. Deshalb läßt sein Tod im Jahre 1984 niemanden unberührt, vor allen Dingen nicht in der Stadt Mindelo, wo er gelebt hatte. Sein Neffe Carlos sieht sich bereits auf dem Chefsessel seiner Im- und Exportfirma sitzen und als Erbe des gesamten Vermögens. Aber das Leben seines Onkel birgt Geheimnisse, die bei der Testamentseröffnung ebenso zum Vorschein kommen wie besprochene Tonbänder, die der Tote seiner unehelichen Tochter Graça hinterließ - der unerwarteten Erbin all seiner Besitztümer. Mit der Zeit lernt Graça die Persönlichkeit Napumocenos immer besser kennen: einen ehrgeizigen Mann, der schlau, listig und auf seinen Vorteil bedacht war, aber ebenso feinfühlig und leidenschaftlich. Zunächst nur belustigt, wird wird sie immer stärker gefangen genommen von den Enthüllungen über die Frauen in seinem Leben. Wer hatte das gedacht - in Anbetracht seines Rufes als ewiger Junggeselle!
3.12. 1900



WADIM JUSOW ZU GAST
Im Dezember wird der Kameramann Wadim Jusow zu Gast in Hamburg sein. Aus diesem Anlaß zeigen wir drei Filme von Andrej Tarkowskij, bei denen er die Kamera geführt hat.

Iwans Kindheit DF
Iwanowo Detstwo
UdSSR 1962, Andrej Tarkowskij 95 min.
Während des Zweiten Weltkriegs wird am Ufer der Dnepr der 12jährige Waisenjunge Iwan von sowjetischen Truppen aufgegriffen. Der aus einem deutschen Vernichtungslager entkommene Junge besteht darauf, als Kundschafter für die Rotarmisten zu arbeiten. Er will zurück hinter die feindlichen Linien, und er setzt seinen Willen durch.
»Tarkowskij schildert die Zerstörung einer Kindheit durch den Krieg. Iwans Kindheit ist ein Kriegsfilm ungewöhnlicher Art: Ständig überlagert sich das Geschehen mit Träumen, Erinnerungen, Phantasien. Ein imaginärer Bereich entfaltet sich, der meist aus Gegenbildern zur Wirklichkeit besteht, Bilder der vom Krieg noch nicht tangierten Kindheit, Erinnerungen an die Mutter und Schwester, in denen sich Projektionen des Glücks mit unheimlichen surrealistischen Chiffren vermischen.« (Ulrich Gregor)
9.12. 2115 In Anwesenheit von Wadim Jusow / 11.12. 1630

Andrej Rubljow
OmU
UdSSR 1966-69, Andrej Tarkowskij 185 min.
Mit Anatolij Solonizyn, Iwan Lapikow
Verschiedene Episoden aus dem Leben des Ikonenmalers Andrej Rubljow (1360-1430). »Eine ganze Epoche gewinnt in dem Film Leben als eine machtvolle, leidenschaftliche und empfindsame Beschwörung. Ihr liegt eine philosophische und kritische Meditation über das Schicksal eines Volkes, das Schicksal des Menschen und des Künstlers zugrunde, über seine Beziehung zur Welt und zur Macht.« (Michel Capdenac, Le Monde, 28.5.1969)
10.12. 1900 / 13.12. 1915

Solaris
OmU
UdSSR 1972, Andrej Tarkowskij 171 min.
Mit Donatas Banionis, Natalia Bondartschuk
Philosophisches Drama nach Stanislaw Lem. Ein Werk, das mittlerweile zur Science-Fiction-Klassik - neben 2001 - Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick - gezählt wird. Der Wissenschaftler Kelvin fliegt zum Planeten Solaris, wo er mysteriöse Umstände auf der Forschungsstation aufklären soll. Im dortigen Chaos begegnet er materialisierten Erinnerungen, unter anderem seiner verstorbenen Geliebten Hari. Tarkowskijs unverwechselbare Bilder begleiten eine schmerzhafte Suche der Protagonisten nach sich selbst. Der Film wurde 1972 in Cannes ausgezeichnet.
21.12. 2115 / 22.12. 1900



PREMIERE

Soul of a Century
112 min.
D 2001, Michael Kuball
Soul of a Century führt ein in die Geschichte des privaten Blicks. Amateurfilmaufnahmen der 20er bis 40er Jahre: Bilder, die versuchen, Glück und Gemeinschaft festzuhalten - Zeppelin und Ozeandampfer, Campingfreuden, aber auch Privataufnahmen von Marie Curie und Sigmund Freud. Vom scheuen, verlegenen Blick in die Kamera bis zur stolzen Präsentation von Prestigeobjekten (Autos, Urlaubsorte, Großfamilie, Kinder). Aber auch die persönliche Geschichte hinter der Geschichte, z.T. in politisch schwierigen Zeiten: Hitler in Weimar, Ausflug kommunistischer Arbeiter 1937, der Abbruch der Synagoge in Berlin, Flucht nach Palästina, Kriegseinsatz in Rußland, friedliche Heimat in Farbe. 39 Amateurfilmer hielten nicht nur ihren Alltag fest, sondern zugleich auch Wünsche und Sehnsüchte. Über Wiederaufbau, den ersten Fernseher und die Beatles reicht die Chronik bis in die 70er Jahre, kommentiert von den Autoren aus dem Off, im Wechsel mit einem Kommentar von Kuball, der über die Filmgattung nachdenkt: Kein anderes Genre ist so direkt, kein Medium so subjektiv und unverstellt.
12.12. 2115 Einführung: Thomas Tode, Gast: Michael Kuball



RE-EDUCATION

Zur (Um-)Erziehung (Re-education) nach 1945 sollten Kurzfilme vor mehr als 50 Jahren dienen. Sie sollten helfen, zur Demokratie zu finden.

Doch am Anfang standen die Filme der Anklage. Berühmt wurde Die Todesmühlen (5.12. 2115 Uhr). Erstmalig liegt der Film in deutsch, englisch und jiddisch vor (Einführung: Ulrike Weckel, Berlin).
Hans H. Burger (1909-1990) war der Regisseur dieses Filmes. Dessen deutsch-tschechische Biografie und seine Arbeit an Die Todesmühlen sind Teil der Spurensuche von Heiner Roß (5.12. 1900 Uhr). Die Anfänge Burgers finden wir in Crisis (CS/USA 1938), einem berühmten Bericht der Bedrohung der Tschechischen Republik durch Hitler-Deutschland. (5.12. 1700, Einführung: Thomas Tode). Die amerikanischen Filme von Burger werfen einen Blick auf das Exilland USA (6.12. 1700, Einführung: Heiner Roß).

Agitationsziel: Die deutsche Hausfrau. Mit dem Sieg beginnt die Werbung für die Demokratie. Überraschend sind die Anstrengungen, Frauen zu politisieren (6.12. 1900, mit Einführung).
Die Zukunft heißt Europa. Europa liegt noch in Trümmern und schon wird für ein neues Europa geworben. Im Zentrum steht der Marshall-Plan, aber auch der Kalte Krieg zeigt seine Krallen (6.12. 2115, Einführung: Prof. Dr. Gabriele Clemens).

Großbritannien berichtet aus Deutschland. Die Besatzungsmacht erklärt dem eigenen Volk die Situation in Deutschland und die Verantwortung der Briten für die Zukunft Deutschlands (7.12. 1700 Einführung: Thomas Tode).
Ein »arte-Themenabend« im Kino. Wie werde ich Demokrat? (D 2002, Dieter Reifarth): Angeregt vom 1. Seminar zu diesem Thema, ist die Dokumentation eine rasante Darstellung der Anstrengungen der (West-)Alliierten auf dem Sektor Film von 1945 bis 1956. Kurzfilme ergänzen den Beitrag (7.12. 1900, Gast: Dieter Reifarth).

Les camps de la mort (F 1945), ein anklagender Film, beschließt das Programm. Er wurde bis 1957 in der BRD aufgeführt, um dann von dem Film Nacht und Nebel (1956, Alain Resnais) abgelöst zu werden. Verglichen wird die französische mit der englischen Version (8.12. 1700, Einführung: Hendrik F. Feindt).

Anlaß für das Programm ist das 2. Seminar zur Re-education nach 1945 vom 5. bis 8. Dezember, veranstaltet von der Landeszentrale für politische Bildung (Hamburg), dem Bundesarchiv/Filmarchiv (Berlin) und der Kinemathek Hamburg e.V.



KZ-GEDENKSTÄTTE NEUENGAMME ZEIGT

§ 175 OmU
USA 1999, Rob Ebstein, Jeffrey Friedman 81 min.
Zu tausenden wurden Homosexuelle in deutschen Konzentrationslagern gefoltert und ermordet. Dieser Film ist ihrer Geschichte und ihrem Gedenken gewidmet. Der Beginn des § 175 und seine Anwendung lagen in Preußen 1794. Auch bestand Preußen 1871 bei der Reichsgründung darauf, daß der § 175 in das einheitliche deutsche Reichsstrafgesetz übernommen wurde. 1935 wurde der § 175 verschärft. Die erste Änderung nach 1945 erfolgte 1969. Die Geschichte einer Verfolgung in allen deutschen Reichen der Moderne ...
8.12. 1900 Mit Diskussion / 10.12. 1700 / 11.12. 2115

Verboten!
OF
USA 1959, Samuel Fuller 93 min.
Helga hilft in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs einem verletzten Sergeanten der US Army. Dieser will nach dem Ende des Krieges Helga heiraten. Doch Helga hat aus Kalkül gehandelt. Bruno, ein Freund Helgas, ist Kopf einer Werwolf-Organisation und verführt Helgas kleinen Bruder Franz zu Aktionen. Jetzt begreift Helga die Zusammenhänge. Sie konfrontiert Franz während des Prozesses in Nürnberg mit den Greueltaten der Nazis. Daraufhin verrät er die Werwolf-Organisation.
8.12. 2115



LITERATUR

Marcel Proust - In Zusammenarbeit mit der VHS Pinneberg

Die wiedergefundene Zeit OmU
Le temps retrouvé
F 1999, Raúl Ruiz 157 min.
Mit Catherine Deneuve, Emmanuelle Béart
»Ein Film vom Ersten Weltkrieg, ein Proust, der ganz ins 20. Jahrhundert gehört. Politisches Kino über die Zeichen und ihren Bezug zur Zeit ... Das Gedächtnis als Ort der Politik, das Kino als Vergegenwärtigungsmaschine - das ist das große Thema des exilierten Chilenen Raúl Ruiz, der seit vielen Jahren in Paris lebt. Kafka und Klossowski hat er verfilmt, bis er sich an den großen Traum des Kinos wagte: Proust zu verfilmen, jenes Werk, das die Geburt dieser Kunst begleitet hat. Visconti hat es sein Leben lang versucht, Schlöndorff hat es vermurkst, Raúl Ruiz ist es nun auf magisch wundersame Weise gelungen.« (Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 22.1.2000)
11.12. 1830



RUSSISCHER KINO-KLUB
In Zusammenarbeit mit ASBUKA e.V. - Verein zur Pflege der russischen Kultur: www.russenkino.de

Schwarzer Humor aus dem Osten - Teil 2

Krajinka OF/Engl. UT
Slowakei 2000, Martin Sulik 110 min.
Mit Juraj Paulen, Jana Segesová
»Dieses Land gab es nie und wird es nie geben. Es ist weg, als existierte es nicht auf der Landkarte.« Mit diesen kryptischen Worten führt uns der slowakische Erfolgsregisseur Martin Sulik (Der Garten) in einen Landstrich, der so archetypisch Mitteleuropa-Ost wie unverkennbar die Slowakei ist. In bester tschechoslowakischer Tradition erzählt Sulik mit mal harmlosem, mal galligem Humor die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts in exemplarischen Dorfgeschichten. Ein magisches Universum, in dem es von seltsamen Leuten, Narren und Weisen wimmelt, streicht nach und nach am Zuschauer vorbei, wobei die »große« Geschichte nur am Rande in kurzen, schwarzweißen Intermezzi vorkommt. Um Politik, so suggeriert der Film, kümmerten sich die Leute sowieso nur, wenn sie unbedingt mußten.
1.12. 1700 / 3.12. 2115 Mit Einführung

Wir müssen zusammenhalten DF
Musíme si pomáhat
Tschechien 2000, Jan Hrebejk 124 min.
Mt Eslav Polívka, Anna Sisková, Jaroslav Dusek
Ein tschechisches Ehepaar fühlt sich durch unerwünschte Besuche vom Sudetendeutschen Horst, der bei den Nationalsozialisten Karriere macht, belästigt. Der aus einem polnischen KZ geflohene David findet bei dem Paar in der Speisekammer Unterschlupf ... Die Oscar-nominierte, märchenhafte Tragikomödie erinnert an Das Leben ist schön und zeichnet sich durch poetischen Humor zwischen Haseks »Soldat Schwejk« und der tschechischen »Neuen Welle« der 60er Jahre aus.
17.12. 1700 / 19.12. 2115 Mit Einführung

Silberköpfe OmU
Serebrjanye golovy
Rußland 1998, Evgenij Jufit, Vladimir Maslov 90 min.
Mit Tatajna Verchovskaja, Nikolaj Morton, Vladimir Maslov
Im finsteren Wald lebt eine Gruppe eifriger Wissenschaftler, die an der schwierigen Aufgabe arbeiten, Mensch und Baum zu kreuzen, um einen umweltfreundlichen Übermenschen zu kreieren. Daneben vegetiert ein ganzer Stamm der Opfer aus früheren wissenschaftlichen Versuchen - die sogenannten X-Individuen. Währenddessen ist eine Spezialeinheit damit beschäftigt, die X-Individuen auszurotten. Diese Konstellation fordert viele Opfer - eine Vielfalt der Todesfälle. Auf eine postmoderne Art wird mit der Geschichte und selbst mit dem Zuschauer experimentiert. Kein einziger Baum wurde im Laufe der Dreharbeiten beschädigt.
Die Regisseure Jufit und Maslov repräsentieren die St. Petersburger Schule der Nekrorealisten - die Kunstrichtung, die sich mit höchst alogischen Lebensformen und der Mannigfaltigkeit des Todes befaßt. Deren Werke sind in vielen Museen weltweit zu bestaunen, ihre Filme liefen auf renommierten Festivals.
22.12. 1700 / 23.12. 1915 Mit Einführung

Ironie des Schicksals
OmU
Ironija sudby ili S legkim parom
UdSSR 1975, Eldar Rjazanow 184 min.
Mit Andrej Mjagkow, Barbara Brylska, Jurij Jakovlew
31.12. in Moskau: Ein paar Freunde folgen ihrem guten Brauch und gehen gemeinsam in die russische Sauna. Mit viel Dampf, Bier und Wodka rauschen die vier dem neuen Jahr entgegen. Einer von ihnen soll gleich nach Leningrad fliegen, und einer wird tatsächlich ins Flugzeug gesteckt. Derjenige, der da ankommt, heißt Schenja, ist stockbetrunken und wird in Leningrad nicht wirklich erwartet. Eine unglaubliche Geschichte, die sich nur zur Weihnachtszeit - in Rußland Silvester - ereignen konnte ... Ein Kultfilm zu Weihnachten: Die ironische Liebeskomödie mit unverwechselbarem 70er-Touch gehört zu den absoluten Lieblingen der Nation und wird in Rußland jährlich am 31. Dezember zum x-ten Mal angeschaut.
29.12. 1700 / 30.12. 1900



HALBZEIT NULLZWO
Animationsfilme im Metropolis

Zum zweiten Mal präsentiert die KurzFilmAgentur in Zusammenarbeit mit dem Metropolis und dem British Council, London, die Halbzeit, das »kurze« Kurzfilmfestival der Hansestadt. Am 14. und 15. Dezember steht diesmal der Animationsfilm im Mittelpunkt. In sechs Kurzfilmprogrammen gibt es einen kleinen aber feinen Blick auf Altes und Neues aus Zeichenstuben und Modellbaukästen. Neben Computeranimiertem, Highlights vom letzten Kurzfilmfestival und Neuem aus der Hamburger Trickfilmszene wird der Britische Animationsfilm der 90er einen Schwerpunkt bilden. Ein weiterer Höhepunkt ist ein Programm mit Anti-Nazi-Cartoons, mit denen die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg versuchten, ihr Volk auf den Feind einzustimmen.
14. und 15.12. ab 1700



HOLLYWOOD CLASSICS

The African Queen
OF
USA 1951, John Huston 102 min.
Mit Humphrey Bogart, Katherine Hepburn, Robert Morley
Mit »African Queen« hat John Huston einen seiner schönsten Filme gedreht. Eine englische Methodistenschwester - weder jung noch schön - und ein heruntergekommener Schiffsführer, der den Gin mehr liebt als den Rasierpinsel, flüchten kurz nach Kriegsausbruch 1914 auf der »African Queen« aus Deutsch-Ostafrika. Nach anfänglichen Querelen raufen sich die puritanische, spröde Miss und der rauhe, zynische Kapitän zusammen. Gemeinsam überwinden sie die Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, und bestehen eine Reihe gefährlicher Abenteuer.
25.12. 1900 / 26.12. 1700


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METROPOLIS | Monatsprogramm Januar 2003