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ISSN 1610-0611
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Monatsprogramm Januar 2003

01. Mi.

17.00 JAPAN
Policemen’s Diary OF/Engl. UT

19.00 OSKAR WERNER
Decision Before Dawn OF

21.15 MANNSBILDER
The Quiet Man OF



02. Do.

17.00 MANNSBILDER
The Quiet Man OF

19.15 JAPAN
Policemen’s Diary OF/Engl. UT

21.15 OSKAR WERNER
Decision Before Dawn OF



03. Fr.

17.00 MANNSBILDER
The Quiet Man OF

19.15 UNI HAMBURG
Andreas Schlüter

21.15 OSKAR WERNER
Der Spion, der aus der Kälte kam DF



04. Sa.

17.00 OSKAR WERNER
Decision Before Dawn OF

19.00 MANNSBILDER
Große Freiheit Nr. 7

21.15 MANNSBILDER
Dirty Harry DF



05. So.

17.00 MANNSBILDER
Große Freiheit Nr. 7

19.00 OSKAR WERNER
Der Spion, der aus der Kälte kam DF

21.15 MANNSBILDER
Dirty Harry DF



06. Mo.

17.00 UNI HAMBURG
Zwischen gestern und morgen

19.00 UNI HAMBURG
Friedrich Schiller - Triumph eines Genies

21.15 MANNSBILDER
Dirty Harry DF



07. Di.

17.00 OSKAR WERNER
Der Spion, der aus der Kälte kam DF

19.00 KOREA
A War Correspondent’s Pocket Notebook OF/Engl. UT

21.15 WAS IST DOKUMENTARFILM?
Der alte Großvater Rilaj mam OmU
Mit Gästen. Moderation: Thomas Tode



08. Mi.

17.00 KOREA
A War Correspondent’s Pocket Notebook OF/Engl. UT

19.00 PREMIERE
Happiness Is a Warm Gun

21.15 PREMIERE
happy too



09. Do.

17.00 OSKAR WERNER
Jules und Jim DF

19.00 MANNSBILDER
Große Freiheit Nr. 7

21.15 WAS IST DOKUMENTARFILM?
Arkona, Rethra, Vineta
Gast: Volker Koepp. Moderation: Thomas Tode



10. Fr.

17.00 PREMIERE
Happiness Is a Warm Gun

19.00 OSKAR WERNER
Jules und Jim DF

21.15 OSKAR WERNER
In den Schuhen des Fischers DF



11. Sa.

17.00 PREMIERE
Happiness Is a Warm Gun

19.00 OSKAR WERNER
In den Schuhen des Fischers DF

22.00 OSKAR WERNER
Jules und Jim DF



12. So.

17.00 PREMIERE MIT GÄSTEN
Im Garten und weitere Kurzfilme
Zu Gast: Ute Aurand

19.00 PREMIERE
Happiness Is a Warm Gun

21.15 OSKAR WERNER
Jules und Jim DF



13. Mo.

17.00 UNI HAMBURG
Film ohne Titel

19.00 UNI HAMBURG
Feldzug in Polen / Der Sieg im Westen

21.15 PREMIERE
Happiness Is a Warm Gun



14. Di.

17.00 OSKAR WERNER
In den Schuhen des Fischers DF

20.00 JAPAN
Ein Flüchtling aus der Vergangenheit OmU



15. Mi.

17.00 JAPAN
Ein Flüchtling aus der Vergangenheit OmU

21.15 RUSSISCHER FILM-KLUB
Haltepunkt / The Settlement
Zu Gast: Sergei Loznitsa



16. Do.

17.00 MANNSBILDER
Tote schlafen fest DF

19.00 AVANTGARDE UND FASCHISMUS
Vom Hirschkäfer zum Hakenkreuz
Gäste: Oliver Lammert, Madeleine Dewald. Moderation: Gerd Roscher

21.15 AVANTGARDE UND FASCHISMUS
Makrooptik, Pseudo-Darwinismus und Maschinenkult
Moderation: Thomas Tode



17. Fr.

17.00 AVANTGARDE UND FASCHISMUS
Vom Hirschkäfer zum Hakenkreuz

19.00 UNI HAMBURG
Die große Liebe

21.15 MANNSBILDER
Spiel mir das Lied vom Tod DF



18. Sa.

17.00 MANNSBILDER
Tote schlafen fest DF

19.00 MANNSBILDER
Spiel mir das Lied vom Tod DF

21.45 MANNSBILDER
Die durch die Hölle gehen OmU



19. So.

17.00 RUSSISCHER KINO-KLUB
Roads - Dorogi

19.00 AVANTGARDE UND FASCHISMUS
Deutschlandbilder / Hände am Werk / Metall des Himmels

21.15 AVANTGARDE UND FASCHISMUS
Vom Hirschkäfer zum Hakenkreuz



20. Mo.

17.00 UNI HAMBURG
In jenen Tagen

19.00 UNI HAMBURG
Großstadtmelodie

21.30 MANNSBILDER
Tote schlafen fest DF



21. Di.

17.00 KOREA
Schöne Jahreszeit OmU

19.00 MANNSBILDER
Die durch die Hölle gehen OmU



22. Mi.

17.00 KOREA
Schöne Jahreszeit OmU

19.30 JUGEND KULTURELL
Highlighs des 18. Internationalen Kurzfilmfestvals Hamburg

21.30 MANNSBILDER
Bullitt DF



23. Do.

17.00 MANNSBILDER
Bullitt DF

19.00 UNI HAMBURG
Wie »Deutsche Kamerun-Bananen« ins Klassenzimmer kamen
Einführung: Ursula von Keitz

21.15 OSKAR WERNER
Ship of Fools OF



24. Fr.

17.00 OSKAR WERNER
Ship of Fools OF

19.30 RUSSISCHER KINO-KLUB
Heute bauen wir ein Haus / Leben, Herbst

21.15 OSKAR WERNER
Fahrenheit 451 DF



25. Sa.

17.00 OSKAR WERNER
Fahrenheit 451 DF

19.00 OSKAR WERNER
Ship of Fools OF

21.30 MANNSBILDER
Bullitt DF



26. So.

17.00 RUSSISCHER KINO-KLUB
Heute bauen wir ein Haus / Leben, Herbst

19.00 MANNSBILDER
Yakuza DF

21.15 OSKAR WERNER
Fahrenheit 451 DF



27. Mo.

17.00 UNI HAMBURG
Liebe 47

19.00 UNI HAMBURG
Junge Adler
Mit Kurzfilmen

21.15 POLEN
Louder than Bombs OF/Engl. UT
Zu Gast: Przemyslaw Wojcieszek



28. Di.

17.00 MANNSBILDER
Yakuza DF

19.00 POLEN
Louder than Bombs OF/Engl. UT
Zu Gast: Przemyslaw Wojcieszek

21.15 JAPAN
Muddy River OF/Engl. UT



29. Mi.

17.00 JAPAN
Muddy River OF/Engl. UT

19.15 MANNSBILDER
Yojimbo - der Leibwächter DF

21.30 MANNSBILDER
Yakuza DF



30. Do.

17.00 UNI HAMBURG
Mrs. Miniver OF

19.00 KOREA
Miss Unerhört! OmU

21.15 MANNSBILDER
Yojimbo - der Leibwächter DF



31. Fr.

17.00 KOREA
Miss Unerhört! OmU

19.00 UNI HAMBURG
Mrs. Miniver OF

21.15 MANNSBILDER
Yojimbo - der Leibwächter DF



VON KÄFERNETZEN UND FASCHISMUS, CYBERBUGS UND AVANTGARDE

Vom Hirschkäfer zum Hakenkreuz
D 2001, Oliver Lammert, Madeleine Dewald 78 min.
Der Film erzählt in einer materialreichen, assoziativen Montage von der grenzenlosen Möglichkeit, Bilder zu manipulieren und mit Bildern zu verführen. Der Historionaut, eine Geschichtsmaschine, produziert einen unaufhörlichen Strom erinnerter, gegenwärtiger und zukünftiger Bilder. Er hilft, Verbindungen zu knüpfen, zum Beispiel zwischen dem seltsam deutschen Kulturfilm und der Filmavantgarde von La Sarraz, Hirschkäfern und Großvätern, Dark Wave und Cyberbugs. Es geht um faschistischen Pseudodarwinismus und künstlerische Korrumpierbarkeit, um Kulturfilmer, die ihre teils avantgardistischen Erzähl-, Film- und Montagetechniken in den Dienst des Faschismus stellten. Willkommen im Land der Käfer und der Avatare! Vertraute Koordinaten der Erzählkonvention sind hier außer Kraft gesetzt.
16.1. 1900 Zu Gast: Oliver Lammert, Madeleine Dewald. Moderation: Gerd Roscher / 17.1. 1700 / 19.1. 2115

Makro-Optik, Pseudo-Darwinismus und Maschinenkult
»Tiere und Pflanzen spielen vor der Kamera keine Komödie«, schreibt Béla Balázs 1949 in »Der Film«. Und tatsächlich: Das Tier macht was es muß. Doch die Interpretationen ändern sich. Der Hirschkäfer (1920) erzählt in damals revolutionären Makroaufnahmen von einer dramatisch kurzen Existenz zwischen Leben und Tod. Das Erbe (1935) zieht Parallelen zwischen der NS-Rassenpolitik und dem Fortpflanzungsverhalten im Tierreich. Und die staatenbildenden Insekten in Der Ameisenstaat (1935) eigneten sich besonders, die Bedeutung von Zusammenhalt, Kampfgeist und organisiertem Handeln im NS-Staat zu veranschaulichen. Nur Das Stahltier (1935) ist nicht Tier, sondern Maschine, Lokomotive, und der Traum von Fortschritt, Geschwindigkeit und Schönheit.
16.1. 2115 Moderation: Thomas Tode

Ideologische Deutschlandbilder
In Deutschlandbilder (1983) analysiert Hartmut Bitomsky anhand der scheinbar objektiven Kulturfilme, wie die Nazis dem Volk auf subtile Weise ein ideologisch verfärbtes Deutschlandbild präsentierten. Zwei dieser Kulturfilme sind Walter Ruttmanns Metall des Himmels und Hände am Werk von Walter Frentz. In Metall des Himmels zeigt Ruttmann die mannigfaltigen Verwendungsmöglichkeiten des Stahls. Dabei fliegen Schreibfedern über Büroklammern wie eine Formation von Jagdflugzeugen über ein Geschwader von Schlachtschiffen. Hände am Werk ist Walter Frentz' filmische Sinfonie der Arbeit. Goebbels hielt Frentz für außerordentlich begabt, meinte aber, man könne den Film für einen bolschewistischen halten und verbannte ihn ins Archiv.
19.1. 1900



KOREA / JAPAN

Anläßlich der Fußballweltmeisterschaft 2002 haben Japan und Korea ein gemeinsames Filmpaket geschnürt, das bis Juli 2003 in verschiedenen Städten in Deutschland zu sehen ist.
In Zusammenarbeit mit dem Japanischen Kulturinstitut Köln (The Japan Foundation), der Botschaft der Republik Korea, mit Untersützung der Korean Film Commission und FUJIFILM.

Policemen's Diary OF/Engl. UT
Keitsatsu nikki
Japan 1955, Hisamatsu Seiji 111 min.
Mit Morishige Hisaya, Mikuni Rentarô, Mishima Masao
In einer Polizeistation im Tôhoku-Gebiet, das in den 50er Jahren eine der ärmsten Regionen Japans ist, sind die Polizisten eifrig damit beschäftigt, die anfallenden Probleme in den Griff zu bekommen: Zwei Männer werden des Diebstahls verdächtigt. Ein alter Mann, der sein Kind im Krieg verloren hat und nun verrückt ist, regelt den Verkehr, ohne daß ihn jemand damit beauftragt hätte. Ein Polizist findet zwei verwaiste Kinder. Sein Kollege versucht, ein Mädchen vor der Prostitution zu bewahren. Der Besuch eines Ministers versetzt die Polizei in weitere Aufregung.
1.1. 1700 / 2.1. 1915

A War Correspondent's Pocket Notebook OF/Engl. UT
Jonggunsucheob
Korea 1981, Choi Ha-won 90 min.
Mit Park Keun-hyeong, Yoo In-chon, Jang Mi-hee
Während der Besteigung des Berges Sorak begeht ein Mitglied der Gruppe einen Fehler, so daß alle Bergsteiger in Gefahr geraten. Daraufhin beschließt der Anführer der Gruppe, eine Person zu opfern, um die anderen zu retten. Danach fühlt er sich schuldig. Professor Kang, der während des Koreakriegs Kriegsreporter war, zeigt ihm als Beispiel für mutigen Einsatz das Kriegstagebuch des Oberleutnants Kim. Kim hatte seine Liebste verlassen, um im Krieg zu dienen. Er fiel an der Front. Der Führer ist beeindruckt von Kims Opferbereitschaft. Er beschließt, sich ganz der Verteidigung seines Landes zu widmen.
7.1. 1900 / 8.1. 1700

Ein Flüchtling aus der Vergangenheit OmU
Kiga kaikyô
Japan 1974, Uchida Tomu 182 min.
Mit Mikuni Rentarô, Hidari Sachiko, Takakura Ken
Als 1947 ein Fährschiff im Norden Japans kentert, werden zwei Leichen gefunden, deren Namen nicht auf der Passagierliste geführt werden. Es stellt sich heraus, daß es zwei kaltblütige Mörder waren, die einige Tage vor der Tragödie an einem Badeort mit einem unbekannten Mann gesehen wurden. Bei den Recherchen des Polizeidetektivs wird dieser Mann von der Prostituierten Yae gedeckt, die die Nacht mit ihm verbracht und Geld von ihm erhalten hatte. Zehn Jahre später entdeckt Yae in der Zeitung ein Bild dieses Mannes. Sie fährt zu ihm, um sich für die frühere Hilfe zu bedanken, und wird einige Tage danach tot aufgefunden ...
14.1. 2000 / 15.1. 1700

Schöne Jahreszeit OmU
Areumdaun sijeol
Korea 1999, Lee Kwang-Mo 113 min.
Mit Lee In, Ahn Sung-ki, Bae Yu-jeong
Sommer 1952, während des Korea-Krieges. Chang-hees Mutter schafft es kaum noch, sich und die Kinder durchzubringen, als ihr ein Job auf der amerikanischen Militärbasis angeboten wird – sie soll die Unterwäsche der GI's waschen. Eines Tages werden ihr die Kleider gestohlen; ihr bleibt nur der Ausweg, das Stillschweigen des verantwortlichen amerikanischen Offiziers mit Sex zu erkaufen. Doch das Geschäft zwischen dem ungleichen Paar bleibt nicht geheim ... Ein bildgewaltiger Film über das Schicksal einfacher Menschen, die im Alltag des Krieges zerrieben werden.
21.1. 1700 / 22.1. 1700

Muddy River OF/Engl. UT
Doro no kawa
Japan 1981, Oguri Kôhei 105 min.
Mit Asahara Nobutaka, Tamura Takahiro, Fujita Yumiko
Ein kleines Restaurant an dem trüben Fluß Aji in Ôsaka wird im Jahr 1956 von Shinpei und seiner zweiten Frau geführt. Eines Tages lernt ihr neunjähriger Sohn Nobuo den gleichaltrigen Kiichi kennen. Dieser lebt mit seiner Mutter und seiner elfjährigen Schwester Ginko auf einem Hausboot, das am Fluß angelegt hat. Nobuos Eltern verbieten ihrem Sohn, das Hausboot zu betreten. Die Freundschaft zwischen den Kindern wird gefestigt, als Shinpei und seine Frau sich bei einem Abendessen rührend um Kiichi und seine Schwester kümmern. Doch das Hausboot erweist sich als Bordell ...
28.1. 2115 / 29.1. 1700

Miss Unerhört! OmU
Yeopgijeokin geunyeo
Korea 2001, Kwak Jae-yong 123 min.
Mit Cha Tae-hyun, Jeon Ji-hyun
»Was für ein komisches Kennenlernen! Ich habe sie in der U-Bahn zum ersten Mal gesehen. Sie war stockbetrunken, aber ansonsten genau mein Typ. Sie mußte sich übergeben – ausgerechnet auf die Perücke eines älteren Herren! Als sie sich umdrehte und mich >Schatz< nannte, waren die Leute in der U-Bahn baff. Sie ist nicht immer so. Ihr Freund ist gestorben, und dieser Verlust macht ihr das Leben schwer. Ich habe mich entschlossen, ihr über diesen Verlust und die bodenlose Traurigkeit hinwegzuhelfen. Sie ist wirklich rauh, kapriziös und impertinent. Wenn sie wissen will, wie tief der Fluß ist, wirft sie Sie ohne mit der Wimper zu zucken ins Wasser. Aber wenn Sie nicht schwimmen können, wird sie mutig ins Wasser springen, um Sie zu retten. Sie dürfen ihren Geburtstag nicht vergessen! Sonst bringt sie Sie um.«
30.1. 1915 / 31.1. 1700



MANNSBILDER

Der Begriff »Mannsbilder« ist aus unserem Sprachgebrauch weitgehend verschwunden, trotzdem zeigt uns der internationale Film immer wieder Bilder von Männern, die man mit dem Begriff umschreiben könnte. Hier nun ein Versuch der filmischen Annäherung.

The Quiet Man OF
Der Sieger
USA 1952, John Ford 129 min.
Mit John Wayne, Maureen O'Hara, Barry Fitzgerald
Ein amerikanischer Ex-Boxer kommt in das Land seiner Väter, um sich eine irische Frau zu suchen. Er heiratet eine kratzbürstige Dorfschöne ohne Mitgift und zeigt ihr und ihrem Bruder handgreiflich, wer Herr im Haus ist. »Das herzerwärmende Mitgefühl, die romantische Aufrichtigkeit, die Kombination von derb-gutmütigem Humor und Zartgefühl machten The Quiet Man zum meistgeliebten Film in John Fords Karriere.« (Lindsay Anderson, 1981)
1.1. 2115 / 2.1. 1700 / 3.1. 1700

Große Freiheit Nr. 7
Deutschland 1943/44, Helmut Käutner 111 min.
Mit Hans Albers, Ilse Werner, Gustav Knuth
Ein ehemaliger Seemann ist in St. Pauli als Stimmungssänger und Lebensgefährte einer Nachtlokal-Chefin gestrandet. Die unerfüllte Liebe zu einem sehr jungen Mädchen bringt den rauhen Seebären dazu, dem Milieu Lebewohl zu sagen und wieder auf einem Schiff anzuheuern. »Schnodderig und zynisch spielt Hans Albers strahlend freche Draufgänger und verwegene Abenteurer, gelegentlich von melancholischer Reserve gebremst, doch nach 1933 gerät ihm manche Heldenrolle zur bedenklichen Führerfigur.« (Cinegraph. Lexikon zum deutschsprachigen Film)
4.1. 1900 / 5.1. 1700 / 9.1. 1900

Dirty Harry DF
USA 1971, Don Siegel 102 min.
Mit Clint Eastwood, Harry Guardino, Reni Santoni
Clint Eastwood als der einsame, unnahbare, mundfaule Polizist Harry Callahan, Spezialist für schmutzige Aufträge, der in einer rücksichtslosen Umwelt meist außerhalb der Legalität arbeitet und negative Erscheinungen der Gesellschaft mit deren eigenen Waffen bekämpft. »Dirty Harry ist, bei hohen formalen Qualitäten, einer der härtesten und zwiespältigsten Filme, den das amerikanische Action-Kino der 70er Jahre hervorgebracht hat.« (Lexikon des Internationalen Films)
4.1. 2115 / 5.1. 2115 / 6.1. 2115

Tote schlafen fest DF
The Big Sleep
USA 1946, Howard Hawks 114 min.
Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgley
Privatdetektiv Philip Marlowe wird von einem Ex-General beauftragt, einem Erpresser das Handwerk zu legen. Bei seinen Nachforschungen merkt er, daß sein Auftraggeber und dessen Töchter selbst in schmutzige Geschäfte verwickelt sind. Der Fall wird zu einem düsteren Labyrinth, aus dem der Detektiv nur mit knapper Not entkommen kann. Ein beispielhaftes Werk der »Schwarzen Serie«, das durch sein Klima der allgegenwärtigen Bedrohung, Amoralität und Korruption die gesellschaftlichen Umbrüche im Amerika der 40er Jahre spiegelt.
16.1. 1700 / 18.1. 1700 / 20.1. 2130

Spiel mir das Lied vom Tod DF
C'era una volta il West
I 1968, Sergio Leone 164 min.
Mit Charles Bronson, Claudia Cardinale, Henry Fonda
C'era una volta il West ist eine Rachegeschichte zwischen Charles Bronson und Henry Fonda, eine Liebesgeschichte zwischen Claudia Cardinale und verschiedenen Männern und dem Geld, die Geschichte von der Zivilisierung des Westens durch die Eisenbahn, durch das Kapital und durch das »amerikanische Matriarchat«. Die Ideen und die Bilder dieses Films sind, mehr als das in irgendeinem europäischen Western der Fall ist, ein Traum von der amerikanischen universalen Legende und vom »amerikanischen Versprechen«, das nicht eingelöst wurde.
17.1. 2115 / 18.1. 1900

Die durch die Hölle gehen OmU
The Deer Hunter
USA 1978, Michael Cimino 183 min
Mit Robert De Niro, Christopher Walken, Meryl Streep
Drei Freunde einer russisch-orthodoxen Gemeinde kehren aus Vietnam zurück. »Ein episch angelegter, schonungslos harter Film über die Unmenschlichkeit des Krieges, der durch genaue Milieuschilderungen die Ursachen für das Verhalten seiner Figuren erkennen läßt.« (Lexikon des Internationalen Films)
18.1. 2145 / 21. 1. 1900

Bullitt DF
USA 1968, Peter Yates 114 min.
Mit Steve McQueen, Robert Vaughn, Jacqueline Bisset
Durch die Ermordung eines Gangsters, den er im Auftrag eines ehrgeizigen Politikers beschützen sollte, selbst in die Klemme geraten, nimmt ein Polizeileutnant die Jagd auf die Killer auf.
22.1. 2130 / 23.1. 1700 / 25.1. 2130

Yakuza DF
USA 1975, Paul Schrader 112 min.
Mit Robert Mitchum, Brian Keith, Takakuwa Ken
Yakuza ist im japanischen Glücksspiel die Zahl des Verlierers. Yakuza nennen sich japanische Gangster. Ihr Ehrenkodex ist so rigoros wie der der Samurai. »Diese ferne Welt wird gezeigt wie durch ein Aquariumglas. Sie bleibt dem sinnlichen Mitvollzug des Betrachters verschlossen. Selbst Ausbrüche physischer Gewalt werden von zeremonieller Strenge kontrolliert. Allein um Robert Michum zu sehen, sollte man sich Yakuza nicht entgehen lassen.« (H.C. Blumenberg)
26.1. 1900 / 28.1. 1700 / 29.1. 2115

Yojimbo – der Leibwächter DF
Japan 1960, Akira Kurosawa 110 min.
Mit Toshiro Mifune, Eijiro Tono, Kamatari Fujiwara
Die Grundidee zu Kurosawas Film ist, daß man zwei rivalisierende Parteien hat und daß beide Parteien gleichermaßen schlecht sind. Das ist eine Situation, die die meisten schon einmal erlebt haben: Man steht in der Mitte und kann sich unmöglich entscheiden.
Der Mann in der Mitte ist ein herrenlos umherziehender Samurai, der in eine kleine japanische Stadt kommt, die von zwei rivalisierenden Banden terrorisiert wird. Um schnell zu Geld zu kommen, bietet er beiden Parteien seine Dienste an. In der Hoffnung, daß sich beide Parteien gegenseitig umbringen werden, provoziert er sie zu immer neuen Kampfhandlungen.
29.1. 1900 / 30.1. 2130 / 31. 1. 2115



OSKAR WERNER
Zum 80. Geburtstag

»Er ging immer volkommen in seiner Kunst auf, denn seine Lebenskerze brannte gleichzeitig an beiden Enden. Zu Hause zwischen Tag und Traum, konnte sein Antlitz in frühen Jahren blitzschnell von dem eines Märchenprinzen zum schlimmsten Gassenjungen wechseln. Bis zu seinem tragischen Ende steckte beides in ihm: die reine Hölderlin-Seele und der Dämon der Besessenheit.« (Marc Hairapetian, Film-Dienst 23/02)

Decision Before Dawn OF
Entscheidung vor Morgengrauen
USA 1950, Anatole Litvak 111 min.
Mit Richard Basehart, Oskar Werner, Hildegard Knef
»Landesverrat aus Gewissensgründen: Ein deutscher Sanitäter entschließt sich im Kriegsjahr 1944, als antifaschistischer Agent bei der Venichtung des Nationalsozialismus aktiv mitzuwirken. Beklemmender Spionagefilm mit politischem Bekenntnis, in dessen Hauptrolle Oskar Werner beindruckt.« (Lexikon des Internationalen Films)
1.1. 1900 / 2.1. 2115 / 4.1. 1700

Der Spion, der aus der Kälte kam DF
The Spy Who Came In From the Cold
GB 1965, Martin Ritt 112 min.
Mit Richard Burton, Claire Bloom, Oskar Werner
Ein englischer Agent in Ostberlin verfängt sich als weniger skrupelloser Mensch in den undurchsichtigen Systemen der internationalen Geheimdienste und wird auf der Flucht ermordet. Spannende Unterhaltung mit überdurchschnittlichen Schauspielerleistungen.
3.1. 2115 / 5.1. 1900 / 7.1. 1700

Jules und Jim DF
Jules et Jim
F 1961, François Truffaut 100 min.
Mit Jeanne Moreau, Oskar Werner, Henri Serre
Kultfilm nach dem Roman von Henri-Pierre Roché, in der die Geschichte einer Freundschaft, einer »reinen Liebe zu dritt«, erzählt wird: zwischen Cathérine und zwei Schriftstellern, dem Deutschen Jules und seinem französischen Freund Jim.
9.1. 1700 / 10.1. 1900 / 11.1. 2200 / 12.1. 2115

In den Schuhen des Fischers DF
The Shoes of the Fisherman
USA 1968, Michael Anderson 155 min.
Mit Anthony Quinn, Laurence Olivier, Oskar Werner
Politischer Thriller nach dem gleichnamigen Roman von Moris L. West, in dem Werner als Jesuitenpater David Telemond den russischen Papstanwärter Kril Lakota (Anthony Quinn) berät.
10.1. 2115 / 11.1. 1900 / 14.1. 1700

Ship of Fools OF
Das Narrenschiff
USA 1965, Stanley Kramer 144 min.
Mit Vivien Leigh, Simone Signoret, Oskar Werner
»Ein überaus sorgfältig gemachter, über weite Strecken schlechthin blendender Unterhaltungsfilm, geschickt gefertigt und einfach glänzend gespielt, ein Film, der es tatsächlich beinahe fertigbringt, vergessen zu machen, daß er nach einer alten und höchst durchsichtigen Formel gearbeitet ist. Das Patentrezept: Man versammle eine Handvoll Menschen in einem Hotel (einem Flugzeug, einem Omnibus, einem Wartesaal, einer Bar etc.), lasse sie möglichst unterschiedlichen Geschlechtes, Charakters, Berufes und Herkommens sein, enthülle stückchenweise ihre Neigungen, Kümmernisse, Sympathien, Fehler und Schicksale, wirble sie nach und nach kräftig durcheinander und lasse sie dann wieder auseinandergehen, die eine glücklicher, den anderen ärmer, den dritten besser, die vierte gescheiter.« (Friedrich A. Wagner, FAZ, 30.11. 1965)
23.1. 2115 / 24.1. 1700 / 25.1. 1900

Fahrenheit 451 DF
GB 1966, François Truffaut 113 min.
Mit Oskar Werner, Julie Christie, Cyril Cusack
Der Feuerwehrmann Montag, der in einem Zukunftsstaat Bücher verbrennen muß, trifft auf die junge Lehrerin Clarisse, eine leidenschaftliche Bücherfanatikerin.
24.1. 2115 / 25.1. 1700 / 26.1. 2115



PREMIERE



Happiness Is a Warm Gun
Schweiz 2001, Thomas Imbach 92 min.
Mit Linda Olsansky, Herbert Fritsch, Angelika Waller
Vor etwas mehr als zehn Jahren erschütterte die Tat des Bundeswehrgenerals Gert Bastian, als er zuerst die Grünen-Politikerin Petra Kelly und dann sich selbst erschoß, die politische Landschaft in Deutschland. »Thomas Imbach hat womöglich den biografischen Fernsehfilm von Andreas Kleinert gesehen, der chronologisch das Leben des ungleichen Paares Kelly/Bastian nacherzählte. Und vermutlich hat er die Schwäche des Films erkannt: Über das Wesen der beiden schillernden Figuren hat man praktisch nichts gelernt.« (Film-Dienst 20/02) »Die wahre Geschichte erzählt Imbach nicht. Er bebildert keine bekannten Situationen, vielmehr treibt er den Szenen jeden vordergründigen Realismus aus. Zeitraffer, atemlose Fahrten, rasante Montagen verleihen ihnen einen betörenden Rhythmus. Im Zentrum steht die immense Unterschiedlichkeit, auch Abhängigkeit und Zuneigung des Paares, sie treibt sie in Zumutungen, Extreme jeder Art.« (Rainer Rother, Die Welt, 2.10.2002)
8.1. 1900 / 10.1. 1700 / 11. 1. 1700 / 12.1. 1900 / 13.1. 2115

happy too
Schweiz 2002, Thomas Imbach 60 min.
Mit Linda Olsansky, Herbert Fritsch, Angelika Waller
happy too führt hinter die Kulissen der Darstellerleistungen aus Happiness Is a Warm Gun und zeigt, wie die hochexplosive Dynamik der Kelly/Bastian-Beziehung zunehmend das Verhältnis der beiden Schauspieler Linda Olsansky und Herbert Fritsch infiziert.
8.1. 2115

Im Garten – Fünf Filme von Ute Aurand und Bärbel Freund
Im Garten (2002, 29’) ist ein Porträt des Karl-Foerster-Gartens in Potsdam-Bornim. Wir filmten, wie sich der Garten im Laufe eines Jahres verwandelt – die Pflanzen, das Wetter, das Licht und die Farben. Für Frau Foerster (2002, 3’) ist ein kleiner Film über Marianne Foerster, die heute den Garten ihres Vaters pflegt und gestaltet und der wir sehr danken. Fadenspiele (1999, 8’) ist in Film verwandelte Malerei. In Kontrapunkt der Tiere aus dem Stegreif (2000, 15’) übt ein Chor das gleichnamige italienische Musikstück ein: Es miauen die Katzen, bellen die Hunde, schreien die Eulen, rufen die Kuckucks. Inspiriert von dem wissenschaftlichen Film Studien zur Pflanzenbewegung (1998) entstand unser kleiner unwissenschaftlicher Film Tulipan (2002, 2’), in dem eine Tulpe, eine Schwertlilie, ein Mohn, eine Narzisse, ein Farn und eine Margarete aufblühen und manchmal auch verblühen.
12.1. 1700 Mit Gästen



UNI HAMBURG
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik II der Universität Hamburg

Ringvorlesung: Mediale Mobilmachung – Das 3. Reich und der Film

Andreas Schlüter
D 1942, Herbert Maisch 111 min.
Mit Heinrich George, Mila Kopp, Olga Tschechowa
Ein Lebensdrama des preußischen Bildhauers, Baumeisters und Städteplaners Schlüter (1662-1715), der bei seinem König in Ungnade fällt, weil dieser seine Bedeutung für eine deutsche »Staatskunst« nicht erkennt.
3.1. 1915

Friedrich Schiller – Triumph eines Genies
D 1940, Herbert Maisch 90 min.
Mit Horst Caspar, Hannelore Schroth, Lil Dagover
Die Jugendjahre des Dichters: Schillers Auflehnung gegen den Drill der Militärakademie und die Despotie seines Landesherrn finden unmittelbaren Ausdruck in seinem Drama »Die Räuber«, das ihm außerhalb der Landesgrenzen Erfolg, in Württemberg herzogliche Ungnade einbringt.
6.1. 1900

Feldzug in Polen (1940), Der Sieg im Westen (1941)
Sinfonie des Krieges. Die »Blitzsiege« im abendfüllenden Dokumentarfilm.
13.1. 1900

Die große Liebe
D 1942, Rolf Hansen 102 min.
Mit Zarah Leander, Viktor Staal, Paul Hörbiger
Aus Afrika nach Berlin abkommandiert, lernt ein Oberleutnant der Luftwaffe eine Varieté-Sängerin lieben. Kriegsbedingte Trennungen gefährden die Liebesbeziehung – bis die Sängerin im Reservelazarett einzusehen lernt, daß sie wie Millionen deutscher Soldatenfrauen auf den Verlobten zu warten hat.
17.1. 1900

Großstadtmelodie
D 1943, Wolfgang Liebeneiner 107 min.
Mit Hilde Krahl, Werner Hinz, Karl John
Die Notlandung eines Sportflugzeugs gibt einer jungen Fotografin die Chance, ihr Talent zu beweisen. Dies ist der Auftakt zu einer Karriere in Berlin, die nach beruflichen und privaten Rückschlägen zum Erfolg führt.
20.1. 1900

Wie »Deutsche Kamerun-Bananen« ins Klassenzimmer kommen
Filmpädagogik und Unterrichtsfilm. Präsentiert von Dr. Ursula von Keitz, Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich.
23.1. 1900

Junge Adler (1944) / Die Jüngsten der Luftwaffe (1939) / Flugzeugbauer von morgen (1944).
»Die Sehnsucht eines jeden Jungen ist Fliegen«. Berufswerbung im Kultur- und Spielfilm.
27.1. 1900

Mrs. Miniver OF
USA 1942, William Wyler 130 min.
Mit Greer Garson, Teresa Wright
Ein in Hollywood zur Zeit der deutschen Luftangriffe auf England gedrehter Film. Im Rahmen einer Dorfgeschichte erzähltes Familiendrama. Die Nebenabsicht des Film bestand darin, die USA auf den Eintritt in den Krieg einzustimmen.
30.1. 1700 / 31. 1. 1900

Seminar: Nachkriegsfilm

Zwischen gestern und morgen
D 1947, Harald Braun 107 min.
Mit Viktor de Kowa, Winnie Markus
Der seinerzeit von der Gestapo verfolgte Zeichner Michael Rott, der aus der Schweizer Emigration ins zerbombte München heimgekehrt ist, sieht sich in Konflikte verwickelt, weil seine Flucht irrtümlich mit dem Verschwinden kostbaren Schmucks in Verbindung gebracht wird.
6.1. 1700

Film ohne Titel
D 1947, Helmut Käutner 90 min.
Mit Hans Söhnker, Hildegard Knef, Irene von Meyendorff
Ein Regisseur, ein Filmautor und ein Schauspieler suchen nach einem komödiantischen, zeitnahen Drehbuchstoff. Der Zufall konfrontiert sie mit dem Schicksal eines Paares, das jeder der drei Beteiligten auf seine ganz persönliche Weise dramaturgisch variiert. Der Film ist ein ironisches Spiegelbild des Lebensgefühls im Deutschland der unmittelbaren Nachkriegszeit.
13.1. 1700

In jenen Tagen
D 1947, Helmut Käutner 111 min.
Mit Winnie Markus, Werner Hinz
Ein altes Auto erzählt 1945 seine Geschichte und die Geschichte seiner wechselnden ehemaligen Eigentümer. Sieben Episoden um Menschen, die durch rassische und politischen Verfolgung, im Widerstand oder durch das Kriegsgeschehen der Willkür des Naziregimes ausgesetzt waren.
Der Film versucht in der »Stunde Null« eine Bilanz positiven menschlichen Verhaltens während des »Dritten Reichs« zu ziehen.
20.1. 1700

Liebe 47
D 1949, Wolfgang Liebeneiner 118 min.
Mit Hilde Krahl, Karl John
Ein aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrender Soldat, der seine Familie verloren hat und von Schuldgefühlen und religiösen Zweifeln gepeinigt wird, begegnet einer jungen Frau, die ihrerseits durch ein tragisches Schicksal vereinsamt und heruntergekommen ist. Das bewegende Heimkehrerdrama von Wolfgang Borchert (»Draußen vor der Tür«) wurde für die Verfilmung um die Frauengestalt erweitert.
27.1. 1700



POLEN
Zu Gast: Przemyslaw Wojcieszek (Polen)

Louder than Bombs OF/Engl. UT
Glosniej od bomb
PL 2001, Przemyslaw Wojcieszek 92 min.
Mit Rafal Mackowiak, Sylwia Juszczak, Robert Gonera
Schon beim renommierten US-Festival Slamdance sorgte Louder than Bombs für Furore. Der polnische Regisseur Przemyslaw Wojcieszek porträtiert den jungen James-Dean-Fan Marcin. Soundtrack seines Lebens sind die melancholischen Songs der Smiths, im grauen Alltag flüchtet er sich in seine eigene Gedankenwelt, bis einschneidende Erlebnisse seinem Leben eine neue Richtung geben. Karriere oder Rückzug in die subkulturelle Nische, Konformität oder hedonistische Verweigerung, Konsumfieber oder Traum vom einfachen Leben? Mit smarter Lakonie und satirischem Biß erzählt Wojcieszek vom Zusammenprall unterschiedlicher Lebensmodelle in der polnischen Provinz.
27.1. 2115 und 28.1. 1900 In Anwesenheit von Przemyslaw Wojcieszek



JUGEND KULTURELL
Vereins- und Westbank präsentiert:

Highlights des 18. Internationalen KurzFilmFestivals Hamburg
Ein Leckerbissen für die Fans des Kurzfilms: Das 18. Internationale KurzFilmFestival Hamburg zeigt jedes Jahr weit über 100 der besten Kurzfilme aus aller Welt. Bei »Jugend kulturell« gibt es noch einmal einige der besten Preisträger-Filme des letzten Festivals in einer »Best of«-Rolle zu sehen. Auf dem Programm stehen u.a. die vom Publikum prämierten Filme des »Made in Germany«-Wettbewerbs Das Rad« und des »NoBudget«-Wettbewerbs Tomatenköpfe.
22.1. 1930



WAS IST DOKUMENTARFILM?

Der alte Großvater Rilaj mam OmU
Guatemala 2002, Thomas Waibel & Alberto Vallejo Reyna 77 min.
Das unabhängige Videokollektiv »kinoki lumal« organisiert seit einigen Jahren in Chiapas, Mexiko, ein Wanderkino und dreht gemeinsam mit den Maya-Landbauern Videofilme. Daher erhielten sie eine Einladung nach Guatemala, um mit dem indigenen Komitee für soziale Entwicklung in dem Dorf Santiago Atitlan einen Film über die spirituelle Tradition der Maya-Bevölkerung zu erarbeiten. Die politische Lage in Guatemala ist immer noch angespannt, trotz der 1996, nach 36 Jahren Bürgerkrieg, unterzeichneten Friedensverträge. Der Film zeigt ein Ritual der Maya-Bevölkerung, das in einem Synkretismus Elemente der indianischen Kultur mit denen der spanischen Eroberer verschmolzen hat. Eine genau beobachtende Kamera und Erläuterungen eines mexikanischen Ethnologen zeigen hier den kulturellen Hintergrund für die Widerständigkeit der Maya auf, der auch Ausdruck ihres Strebens nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ist.
7.1. 2115 Einführung: Thomas Tode. Gäste: Alberto Vallejo Reyna (Ethnologe, Mexico City), Thomas Waibel (Philosoph & Videoaktivist, Wien)

Arkona, Rethra, Vineta
DDR/BRD 1989/90, Volker Koepp 122 min.
Volker Koepps Film begibt sich auf die Suche nach versunkenen historischen Städten, stößt aber im Jahr 1989 nur auf die im Versinken begriffene DDR. Wir sind dabei, als die Nachrichten über die Ereignisse in Ungarn (Grenzöffnung zu Österreich) per Radio die Archäologen auf der Ausgrabung erreichen und die ebenfalls portraitierten Fischer. Die Meldungen drängen immer mehr auch in den Film, verwandeln ihn zu einer ernüchternden Bestandsaufnahme der tristen Zustände im vergessenen Norden Mecklenburgs. Bei den Fischern läßt sich die Verbitterung über die immer schlechter werdenden Infrastrukturen spüren — z.B. darüber, daß sie Maschinen-Ersatzteile nicht mehr im Lager, sondern nur noch im Tauschhandel mit Naturalien bekommen. Offen und ohne Scheu lachen sie den leeren Phrasen ihrer Verbandszeitung ins Gesicht. Es gibt wohl nur wenige Filme, die so sehr »Dokument« einer untergehenden Kultur sind.
9.1. 2115 Einführung: Thomas Tode & Tom Stern (Ruhrlandmuseum), Gast: Volker Koepp



RUSSISCHER KINO-KLUB
Filme von Sergei Loznitsa und Marat Magambetov

Keiner der zeitgenössischen russischen Dokumentarfilmer hat in der letzten Zeit so viele internationale Preise gesammelt, wie die beiden jungen Regisseure, die bis vor kurzem zusammengearbeitet haben.

Haltepunkt – Polustanok
Rußland 2000, Sergei Loznitsa 25 min.
Die ganze Nacht durch fahren Züge vorbei, einer nach dem anderen. Die Menschen in der kleinen Bahnhofswartehalle schlafen, kein einziger ist wach. Sergei Loznitsa: »Für mich ist der Haltepunkt eine Metapher für die aktuelle Situation der Menschen in Rußland.«
The Settlement (Poselenie)
Russland 2001, Sergei Loznitsa 79 min.
Ein Dorf erwacht aus dem Nebel. Nach und nach. Irgendwann sieht man den ersten Protagonisten. Dann immer mehr. Es scheint ein ganz normaler Tag zu sein. Ein Tag wie ein ganzes Leben. Nur langsam wird klar, dass es sich um keine »gewöhnlichen« Dorfbewohner handelt …
15.1. 2115 In Anwesenheit von Sergei Loznitsa

Roads – Dorogi
Rußland/D 2002, Marat Magambetov 60 min.
» Eine Reise von St. Petersburg nach Moskau. Was sieht man dabei? Erstens den Weg selbst, die Straße. Aller Erfahrung nach eher eine schlechte: eng, kurvenreich, mit holprigem Belag. Zweitens begegnen wir Menschen, die uns ihre Geschichte erzählen. Drittens treffen wir diejenigen, die an der Straße wohnen. In ihrem Leben gibt es soviel Komisches, Langweiliges, Furchtbares, man muß nur genau hinsehen.« (Marat Magambetov)
19.1. 1700

Heute bauen wir ein Haus
Segodnya my postroim dom
Rußland 1996, S. Loznitsa, M. Magambetov 28 min.
Eine Baustelle in Moskau. Hier soll ein Haus entstehen. Eine eigene Welt mit eigener Stimmung und ganz eigener Atmosphäre. Wir begegnen Helden und Halunken, Don Juans und Nonvaleurs, Tyrannen und Rebellen ...
Leben, Herbst – Zhisn’, Osen’
Russland 1998, S. Loznitsa, M. Magambetov 35 min.
Ein russisches Dorf, irgendwo bei Smolensk, eine Tagesreise und eine Welt weit weg von Moskau. Herbst - die Zeit zwischen den Zeiten, wo scheinbar vertraute Dinge unerwartete Bedeutungen annehmen. Russischer Blues: Traurige und fröhliche Lieder von Gefangenschaft, Sehnsucht, Liebe und dem Mangel an Liebe. Die letzten Sonnenstrahlen, der erste Schnee.
24.1. 1930 / 26.1. 1700





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Monatsprogramm Dezember 2002