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Autofreier Tag am 22. September

Autofreier Tag am 22. September

Aus dem hohlen Bauch heraus

NABU fordert anlässlich des autofreien Tags vom Senat eine
umweltverträgliche Verkehrspolitik

Anlässlich des europaweiten Aktionstages “In die Stadt ohne mein Auto!“
am 22. September verlangt der Vorsitzende des NABU Hamburg, Rolf Bonkwald, vom Hamburger Senat eine umweltverträgliche Verkehrspolitik. Als besonders kritisch bewertet der NABU die stattfindende Beschleunigung des
Straßenverkehrs. Der NABU fordert den Senat auf, endlich die
Verkehrspolitik an Umweltschutzzielen zu orientierten.

„Der Senat entscheidet in Verkehrsfragen unserer Meinung nach nur aus dem
hohlen Bauch heraus“, sagt Rolf Bonkwald, „für den Erhalt der
Lebensqualität in Hamburg wäre aber unbedingt eine Verkehrspolitik, die
sich an Umweltschutzzielen orientiert, erforderlich.“ Der NABU vermisst
insgesamt ein schlüssiges Konzept für die Hamburger Verkehrspolitik und
kritisiert die Maßnahmen des Senats: „Wer das Autofahren in der Metropole
fördern will, gefährdet zwangsläufig die Verbesserungen, die in den
vergangenen Jahren bei Bus und Bahn erreicht worden sind,“ so der
NABU-Chef, „außerdem nehmen die Belastungen im Wohnumfeld der Menschen zu.“
Nach Ansicht des NABU ist der Nachholbedarf im Hinblick auf attraktive
Fahrtzeiten bei den öffentlichen Verkehrsmitteln wesentlich größer als beim
Kraftfahrzeugverkehr. Der NABU hält aber die Planung für eine neue
U-Bahn-Linie von Steilshoop in die Hafen-City für sinnlos. Bonkwald: „Die
Realisierung kommt der Verschwendung von Steuergeldern gleich. Der Bau
einer Stadtbahn, wie unter dem rot-grünen Senat geplant, wäre erheblich
kostengünstiger und mindestens ebenso effektiv.“
Mehr Tempo bei der Planung der A 26 auf Hamburger Seite löst nach Ansicht
des NABU weder die ungesicherte Finanzierung noch die Folgeprobleme. Denn mit der A 26 würden noch mehr Autos das anschließende Straßennetz und die Straßen der Stadt verstopfen. Die neue Autobahntrasse zerstöre nicht nur Natur, sondern belaste die Menschen im Süderelberaum, so der NABU.
Der geforderte Autobahnring um Hamburg mit zwei zusätzlichen Elbequerungen westlich und östlich von Hamburg geht ebenfalls an den tatsächlichen Problemen vorbei. Bonkwald: „Es wäre eine irrige Annahme, dass der Verkehrsstrom auf der A 7 und A 1 mit Hamburg nichts zu tun hätte und schadlos an der Stadt vorbeigeführt werden könnte. Vielmehr ist der
Großraum Hamburg für den größten Teil der Autofahrer Ziel und Quelle. Daran ändert auch ein Autobahnring nichts.“

Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Pressesprecher
Naturschutzbund Deutschland (NABU)


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