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Jungvögel nicht in Not
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J U N G V Ö G E L N I C H T I N N O T NABU: Jungvögel nicht in Not
Zurzeit wenden sich wieder verstärkt besorgte Mitbürger an den NABU Hamburg, weil sie vermeintlich hilflose Vogelkinder gefunden haben. Nur ganz selten allerdings handelt es sich dabei tatsächlich um verlassene, verletzte oder geschwächte Jungvögel, die Hilfe benötigen.
„Manche Vogelarten verlassen nämlich das Nest bereits, bevor sie fliegen können“, erläutert Stephan Zirpel, Vogelexperte und Geschäftsführer des NABU Hamburg, „dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasanen oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten.“ Im Stadtbereich handelt es sich zumeist um die düster bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der drangvollen Enge des Nestes entflohen sind. „Wer aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass diese unbeholfen herumflatternden Federknäule mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht verlassen sind“, so Zirpel, „sondern auch weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden.“ Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte „Standortlaute“ hören. In diesem Stadium fallen sie nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer. Doch handelt es sich dabei um einen natürlichen Regulationsmechanismus, an den die Vögel angepasst sind und der ein Überhandnehmen der Art verhindert, so der NABU. Auch junge Greifvögel und Eulen durchlaufen ein sogenanntes 'Ästlingsstadium', in dem sie noch im Dunenkleid im Geäst umherturnen. Auch sie werden im Normalfall von ihren Eltern betreut. „Man sollte aufgefundene Jungvögel daher generell strikt in Ruhe lassen“, fordert Zirpel, „man sollte erst helfen, wenn nach längerer Beobachtung aus angemessener Entfernung feststeht, dass es sich wirklich um einen verlassenen oder kranken Vogel handelt.“ Wer keine Erfahrung mit der Aufzucht solcher Findelkinder hat, sollte dies besser Fachleuten überlassen. Dies gilt insbesondere für seltene und geschützte Arten!
Wer Vögeln in der Stadt helfen will, kann Nisthilfen aufhängen. Eine Bauplananleitung für Nistkästen aller Art ist gegen Einsendung von 4,03 Euro in Briefmarken an den NABU Hamburg, Habichtstr. 125, 22307 Hamburg erhältlich. Weitere Informationen über Vogelschutzprojekte des NABU gibt es im Internet unter www.NABU-Hamburg.de.
Aut.: Stephan Zirpel
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