Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
Initiativen:
Publikationen, Plakate, Mitteilungen und Ankündigunen.


Themen:
NABU
Friedensini Wilhelmsburg
Intervention e.V.
Dunkelziffer


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Schwerer Stand für den Naturschutz

NABU bilanziert und kritisiert Hamburger Umweltpolitik

Schwerer Stand für den Naturschutz

NABU zieht Bilanz und kritisiert heftig die Hamburger Umweltpolitik im Jahr
2002

Der NABU Hamburg zieht jetzt zum Jahresende Bilanz und kritisiert heftig
die Umweltpolitik des Hamburger Senats. Umweltpolitische Defizite des
Senats sieht der NABU in dem Senatskonzept „Wachsende Stadt“, bei der
Entwicklung des Süderelberaums, in der Verkehrspolitik sowie im
Naturschutz. Der NABU fordert, dass bei der Bewerbung um die Olympischen
Spiele 2012 in Hamburg die NABU-Umweltleitlinien verbindlich
festgeschrieben werden. Lob verdiene nach Ansicht des NABU die Erweiterung
des HVV-Bereiches in das Hamburger Umland sowie das Naturschutzprojekt in
dem Naturschutzgebiet „Borghorster Elblandschaft“.

„Der Naturschutz hat zur Zeit in Hamburg einen sehr schweren Stand“, stellt
Rolf Bonkwald, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg fest. Er kritisiert, dass
unter dem Stichwort "Wachsende Stadt" die letzten grünen und freien Flächen
einem Hirngespinst dieses Senats geopfert werden. „Dies ist an Naivität und
Unkenntnis kaum zu überbieten. Der dadurch bedingte Wohnungs- und
Straßenbau vernichtet wertvolle Grünflächen, die für das Überleben von
Tieren und Pflanzen und für die Naherholung der Menschen unbedingt
erforderlich sind“, ist der NABU-Chef sicher, „wenn der Senat dieses
Konzept umsetzt, wird Hamburg seinen Ruf als grüne Stadt verlieren.“
Die fortschreitende Industrialisierung des Süderelberaums und des Alten
Landes lehnt der NABU weiterhin ab und fordert, dass endlich eine
Gesamtplanung für die Region realisiert mit dem Ziel wird, die einmalige
Kultur- und Naturlandschaft südlich der Elbe zu erhalten. Bonkwald: „Wir
werfen dem Senat insbesondere bei der Realisierung der EADS-Erweiterung in
das Mühlenberger Loch eine Salami-Taktik vor, bei der die Öffentlichkeit
bewusst verschaukelt wurde.“ Bei der Landebahnverlängerung sei nach Ansicht
des NABU die Bevölkerung hintergangen worden. „Die Zerstörung des
internationalen Schutzgebietes sehen wir als zutiefst unmoralisch und
rechtlich bedenklich an“, so der NABU-Chef.
Außerdem fordert der NABU, dass bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele
2012 die NABU-Umweltleitlinien verbindlich festgeschrieben werden. „Nur
damit sei gewährleistet, dass Olympische Spiele 2012 in Hamburg für
Nachhaltigkeit und Umwelt stehen. Hamburg muss die grünen Spiele in Sydney
toppen“, legt Bonkwald die Messlatte hoch an. Mit Stuttgart habe bereits
ein Mitbewerber von Hamburg die NABU-Umweltleitlinien mit seinen
Bewerbungsunterlagen verabschiedet.
Der NABU kritisiert die mangelhafte personelle Ausstattung der
Umweltbehörde: „Zurzeit ist die Behörde für Umwelt und Gesundheit praktisch
arbeitsunfähig. Hamburg kommt z.B. seinen gesetzlich vorgegebenen
Verpflichtungen in den internationalen Hamburger Schutzgebieten nicht nach.
Dieser Zustand ist unerträglich.“ Zufrieden ist der NABU mit der
Realisierung des EU-Naturschutzprojektes im Naturschutzgebiet „Borghorster
Elblandschaft“.
Die Bevorzugung des Straßenverkehrs mit der vorrangigen Förderung des
Straßenbaus durch den Hamburger Senat muss nach Ansicht des NABU beendet
werden. Bonkwald: „Die Verkehrspolitik ist an dem Grundsatz der
Nachhaltigkeit sowie an dem Ziel eines verbesserten Klimaschutzes
auszurichten.“ Aus dem motorisierten Verkehr erwachsen enorme Belastungen
für die Menschen und die Umwelt. Daher lobt der NABU die Ausdehnung des
HVV-Bereiches auf das Hamburger Umland.


Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Pressesprecher
Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Landesverband Hamburg e.V.
Habichtstr. 125
22307 Hamburg

---------------
18.12.02


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Trinkwasser als Ware?