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Schwerer Stand für den Naturschutz
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NABU bilanziert und kritisiert Hamburger Umweltpolitik
Schwerer Stand für den Naturschutz
NABU zieht Bilanz und kritisiert heftig die Hamburger Umweltpolitik im Jahr 2002
Der NABU Hamburg zieht jetzt zum Jahresende Bilanz und kritisiert heftig die Umweltpolitik des Hamburger Senats. Umweltpolitische Defizite des Senats sieht der NABU in dem Senatskonzept „Wachsende Stadt“, bei der Entwicklung des Süderelberaums, in der Verkehrspolitik sowie im Naturschutz. Der NABU fordert, dass bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 in Hamburg die NABU-Umweltleitlinien verbindlich festgeschrieben werden. Lob verdiene nach Ansicht des NABU die Erweiterung des HVV-Bereiches in das Hamburger Umland sowie das Naturschutzprojekt in dem Naturschutzgebiet „Borghorster Elblandschaft“.
„Der Naturschutz hat zur Zeit in Hamburg einen sehr schweren Stand“, stellt Rolf Bonkwald, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg fest. Er kritisiert, dass unter dem Stichwort "Wachsende Stadt" die letzten grünen und freien Flächen einem Hirngespinst dieses Senats geopfert werden. „Dies ist an Naivität und Unkenntnis kaum zu überbieten. Der dadurch bedingte Wohnungs- und Straßenbau vernichtet wertvolle Grünflächen, die für das Überleben von Tieren und Pflanzen und für die Naherholung der Menschen unbedingt erforderlich sind“, ist der NABU-Chef sicher, „wenn der Senat dieses Konzept umsetzt, wird Hamburg seinen Ruf als grüne Stadt verlieren.“ Die fortschreitende Industrialisierung des Süderelberaums und des Alten Landes lehnt der NABU weiterhin ab und fordert, dass endlich eine Gesamtplanung für die Region realisiert mit dem Ziel wird, die einmalige Kultur- und Naturlandschaft südlich der Elbe zu erhalten. Bonkwald: „Wir werfen dem Senat insbesondere bei der Realisierung der EADS-Erweiterung in das Mühlenberger Loch eine Salami-Taktik vor, bei der die Öffentlichkeit bewusst verschaukelt wurde.“ Bei der Landebahnverlängerung sei nach Ansicht des NABU die Bevölkerung hintergangen worden. „Die Zerstörung des internationalen Schutzgebietes sehen wir als zutiefst unmoralisch und rechtlich bedenklich an“, so der NABU-Chef. Außerdem fordert der NABU, dass bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 die NABU-Umweltleitlinien verbindlich festgeschrieben werden. „Nur damit sei gewährleistet, dass Olympische Spiele 2012 in Hamburg für Nachhaltigkeit und Umwelt stehen. Hamburg muss die grünen Spiele in Sydney toppen“, legt Bonkwald die Messlatte hoch an. Mit Stuttgart habe bereits ein Mitbewerber von Hamburg die NABU-Umweltleitlinien mit seinen Bewerbungsunterlagen verabschiedet. Der NABU kritisiert die mangelhafte personelle Ausstattung der Umweltbehörde: „Zurzeit ist die Behörde für Umwelt und Gesundheit praktisch arbeitsunfähig. Hamburg kommt z.B. seinen gesetzlich vorgegebenen Verpflichtungen in den internationalen Hamburger Schutzgebieten nicht nach. Dieser Zustand ist unerträglich.“ Zufrieden ist der NABU mit der Realisierung des EU-Naturschutzprojektes im Naturschutzgebiet „Borghorster Elblandschaft“. Die Bevorzugung des Straßenverkehrs mit der vorrangigen Förderung des Straßenbaus durch den Hamburger Senat muss nach Ansicht des NABU beendet werden. Bonkwald: „Die Verkehrspolitik ist an dem Grundsatz der Nachhaltigkeit sowie an dem Ziel eines verbesserten Klimaschutzes auszurichten.“ Aus dem motorisierten Verkehr erwachsen enorme Belastungen für die Menschen und die Umwelt. Daher lobt der NABU die Ausdehnung des HVV-Bereiches auf das Hamburger Umland.
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.) Pressesprecher Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V. Habichtstr. 125 22307 Hamburg
--------------- 18.12.02
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