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Teufelsnadel oder Augenstecher?
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I N F O R M A T I O N Ü B E R H E I M I S C H E L I B E L L E N Jetzt im Juni jagen die ersten Libellen in wildem Flug über Flüssen und Teichen umher, informiert der NABU Hamburg über diese Flugkünstler unter den Insekten. Libellen sind auf naturnahe Gewässer angewiesen. Hier findet ein wichtiger Teil ihrer Entwicklung statt. Da naturnahe Gewässer immer seltener werden, ist ein Großteil der Libellen gefährdet. Für Menschen sind diese Insekten völlig ungefährlich.
Libellen können jetzt und in den kommenden Sommermonaten gut in ihren Lebensräumen, wie z. B. in Mooren, Sumpfgebieten und Röhrichten, aufgelassenen Sand- und Kiesabbaustellen sowie an naturbelassenen Fließgewässern und Teichen, beobachtet werden. Im Duvenstedter Brook mit seinen zahlreichen Kleingewässern gibt es zum Beispiel noch eine Fülle an Libellenarten. „Aufgrund der Zerstörung und Beeinträchtigung ihrer Lebensräume muss aber ein Großteil der Libellenarten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft werden“ weist Stephan Zirpel, Geschäftsführer beim NABU Hamburg, auf die Bedrohung dieser Insekten hin, „lediglich 30 % der in Hamburg nachgewiesenen 54 Libellenarten gelten als ungefährdet.“ Gut erkennbar sind die Libellen an ihrem Flug, der durch plötzliche Wechsel von reißenden Flügen und abruptem Stehen gekennzeichnet ist. Sogar rückwärts fliegen können diese Kunstflieger. Ihre perfekte Fliegerkunst verdanken sie ihren zwei Flügelpaaren, die sie unabhängig voneinander bewegen können. Die Larven der Libellen leben bis zur Umwandlung zur vollwertigen Libelle oft mehrere Monate oder gar Jahre im Wasser. Dort ernähren sie sich u. a. von Kleinkrebsen, Insekten und Kaulquappen. Bis zu 15 Mal häuten sie sich, bis ihre Entwicklung abgeschlossen ist. Ihre letzte Häutung findet dann an Land statt. "Dies ist eine besonders gefährliche Zeit im Leben einer Libelle", so Zirpel, „bis ihre Flügel ausgehärtet sind, kann man sie besonders gut beobachten, aber auch Fressfeinde wie z. B. Wespen nutzen diese Zeit der Wehrlosigkeit.“ Übrigens sind Libellen für uns Menschen völlig harmlos. "Ganz zu Unrecht haben viele Menschen vor den Libellen eine panische Angst“, erläutert Zirpel, „denn Libellen verfügen weder über einen Stechapparat noch über Giftdrüsen.“ Früher nannten die Menschen sie aufgrund der vermeintlichen Stechtätigkeit sogar "Teufelsnadel" oder "Augenstecher".
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.) (NABU)
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