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Trinkwasser als Ware?
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Trinkwasser als Ware?
NABU lehnt Privatisierung der Hamburger Wasserwerke entschieden ab
Der NABU Hamburg lehnt die vom Senat geplante Privatisierung der Hamburger Wasserwerke (HWW) entschieden ab. Die Trinkwasserversorgung muss nach Ansicht des NABU in staatlicher Hand verbleiben, da Wasser existenziell notwendig für die Grundversorgung der Menschen ist. Außerdem gewährleiste die öffentliche Wasserversorgung den Schutz der Natur in den Wasserfördergebieten. Die Privatisierung ehemals staatlicher Wasserwerke, wie z.B. in England, zeige, dass das Trinkwasser danach erheblich an Qualität eingebüßt hat und teurer geworden ist. Der NABU fordert daher den Hamburger Senat auf, die Hamburger Wasserwerke nicht zu verkaufen.
„Der Hamburger Senat riskiert mit der Privatisierung ganz bewusst englische Verhältnisse in Hamburg“, sagt Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg, „wir rechnen infolge einer Privatisierung der HWW mit schlechter Trinkwasserqualität und höheren Preisen für die Hamburger Verbraucher.“ Der NABU sieht in dem Gedanken, Wasser als marktgängige Ware einzuführen und den Gesetzen des Wettbewerbsmarktes auszusetzen, eine kaum abweisbare Gefahr für die Einhaltung der zurzeit sehr hohen Trinkwasserqualität. Zirpel: „Nur eine öffentliche Wasserversorgung ist bestrebt, die Schadstoffbelastung unseres Trinkwassers weit unterhalb der Grenzwerte zu minimieren. Nur sie ist verbraucherfreundlich.“ Die privaten Wasserversorger würden dagegen eine Schadstoffbelastung bis an die Grenzwerte zulassen, um Kosten zu sparen. „Wir befürchten außerdem, dass auch der Anspruch an einer nachhaltigen Wasserversorgung, von denen auch die kommenden Generationen profitieren, sehr stark leiden wird“, so Zirpel, „denn die privaten Wasserversorger werden nur das Ziel der maximalen Gewinnausschüttung verfolgen und nicht zukunftsträchtig in das Versorgungsnetz investieren.“ Diese Befürchtung sei in England schon heute, 13 Jahre nach der Privatisierung der Wasserversorgung, eingetreten. Der NABU betont, dass die deutschen Wasserversorger vielfach aktive Gewässerschützer sind. Durch Flächenkäufe in Wassergewinnungsgebieten, durch Auflagen für extensive oder sogar ökologische Landwirtschaft auf eigenen Flächen und durch Ausgleichszahlungen an Landwirte, die Gewässerschutz aktiv praktizieren, tragen sie zum Schutz unserer Natur bei. Eine private Wasserversorgung nach rein wirtschaftlichen Kriterien hätte demnach nicht nur für die Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen fatale Folgen. „Wir fordern daher den Senat auf, sofort öffentlich von der Privatisierung der Hamburger Wasserwerke Abstand zu nehmen“, verlangt Zirpel, „diese Schnapsidee gehört endgültig in den Papierkorb.“
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.) Pressesprecher Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.
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