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Verfrühter Herbst
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Verfrühter Herbst
NABU: Miniermotte lässt Kastanien alt aussehen
Der NABU Hamburg weist darauf hin, dass schon jetzt lange vor Beginn des Herbstes viele Kastanienbäume bereits braune Blätter haben oder anfangen, kahl zu werden. Ursache hierfür ist die Miniermotte (lat. Cameraria ohridella). Bei dieser Art handelt es sich um einen kleinen Schmetterling, dessen Larven sich in den Blättern der weißen Rosskastanie vom Pflanzengewebe ernähren. Dabei graben sie Gänge, die sogenannten Minen. Infolgedessen färben sich die Blätter braun und fallen z. T. vorzeitig ab. Der NABU gibt Tipps zur Bekämpfung der Motte im Garten.
„Stark befallene Bäume können bereits im Juli/August eine völlig braune Krone aufweisen“, erklärt Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg. Die rotblühende Kastanie wird allerdings bisher nur selten betroffen. Die Gründe dafür sind unbekannt. „Wer einen befallenen Baum in seinem Garten hat, sollte das befallene Kastanienlaub nicht kompostieren, sondern mit dem Hausmüll entsorgen“, gibt Zirpel eine tipp zur Bekämpfung, „damit wird vermieden, dass aus den Puppen, die in der Laubstreu überwintern, im nächsten Frühjahr neue Motten schlüpfen.“ Eine chemische Bekämpfung der Miniermotte hält der NABU nicht für sinnvoll, da die betroffenen Bäume in unmittelbarer Nähe des Menschen z.B. in Gärten, Parks und an Wegrändern stehen. „Das einzige wirksame Präparat schädigt außerdem weitere Insektenarten und trifft nicht allein die Miniermotte“, so der NABU-Geschäftsführer. Die Miniermotte wurde erstmals 1985 auf dem Balkan entdeckt und breitet sich seit Mitte der neunziger Jahre in Deutschland aus. Inzwischen hat sie auch den Norden erreicht. Die ursprüngliche Heimat ist vermutlich Asien oder Amerika. Zirpel: „Die aktuelle Verbreitung erfolgt in der Regel als „blinder Passagier“ entlang der Autobahnen, wie Untersuchungen in Österreich gezeigt haben.“ Natürliche Feinde sind bei uns kaum vorhanden, so dass die Ausbreitung der Miniermotte sehr schnell erfolgen kann. „Die Bäume überstehen den Befall in der Regel“, räumt Zirpel etwaige Befürchtungen aus dem Wege, „Bäume, die zusätzlich eine Vorschädigung, z. B. durch Streusalz, aufweisen, können allerdings absterben.“ Fachleute gehen davon aus, dass auf längere Sicht ein neues Gleichgewicht zwischen der Miniermotte und möglichen natürlichen Gegenspielern entsteht. Ein Verschwinden der Rosskastanie aus unserem Stadtbild ist nicht zu erwarten.
Wer heimische Tiere im Garten oder auf dem Balkon fördern möchte, findet hierfür in der NABU-Aktionsmappe „Mein Garten natürlich schön und tierisch gut“ reichlich Tipps und Anregungen. Sie ist gegen Einsendung von 7,65 Euro in Briefmarken an den NABU Hamburg, Habichtstr. 125, 22307 Hamburg erhältlich.
Dr. Manfred Prügel Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.) Pressesprecher Naturschutzbund Deutschland (NABU)
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