Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
Initiativen:
Publikationen, Plakate, Mitteilungen und Ankündigunen.


Themen:
NABU
Friedensini Wilhelmsburg
Intervention e.V.
Dunkelziffer


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Verfrühter Herbst

Verfrühter Herbst

NABU: Miniermotte lässt Kastanien alt aussehen

Der NABU Hamburg weist darauf hin, dass schon jetzt lange vor Beginn des
Herbstes viele Kastanienbäume bereits braune Blätter haben oder anfangen,
kahl zu werden. Ursache hierfür ist die Miniermotte (lat. Cameraria
ohridella). Bei dieser Art handelt es sich um einen kleinen Schmetterling,
dessen Larven sich in den Blättern der weißen Rosskastanie vom
Pflanzengewebe ernähren. Dabei graben sie Gänge, die sogenannten Minen.
Infolgedessen färben sich die Blätter braun und fallen z. T. vorzeitig ab.
Der NABU gibt Tipps zur Bekämpfung der Motte im Garten.

„Stark befallene Bäume können bereits im Juli/August eine völlig braune
Krone aufweisen“, erklärt Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg.
Die rotblühende Kastanie wird allerdings bisher nur selten betroffen. Die
Gründe dafür sind unbekannt. „Wer einen befallenen Baum in seinem Garten
hat, sollte das befallene Kastanienlaub nicht kompostieren, sondern mit dem
Hausmüll entsorgen“, gibt Zirpel eine tipp zur Bekämpfung, „damit wird
vermieden, dass aus den Puppen, die in der Laubstreu überwintern, im
nächsten Frühjahr neue Motten schlüpfen.“ Eine chemische Bekämpfung der
Miniermotte hält der NABU nicht für sinnvoll, da die betroffenen Bäume in
unmittelbarer Nähe des Menschen z.B. in Gärten, Parks und an Wegrändern
stehen. „Das einzige wirksame Präparat schädigt außerdem weitere
Insektenarten und trifft nicht allein die Miniermotte“, so der
NABU-Geschäftsführer.
Die Miniermotte wurde erstmals 1985 auf dem Balkan entdeckt und breitet
sich seit Mitte der neunziger Jahre in Deutschland aus. Inzwischen hat sie
auch den Norden erreicht. Die ursprüngliche Heimat ist vermutlich Asien
oder Amerika. Zirpel: „Die aktuelle Verbreitung erfolgt in der Regel als
„blinder Passagier“ entlang der Autobahnen, wie Untersuchungen in
Österreich gezeigt haben.“ Natürliche Feinde sind bei uns kaum vorhanden,
so dass die Ausbreitung der Miniermotte sehr schnell erfolgen kann. „Die
Bäume überstehen den Befall in der Regel“, räumt Zirpel etwaige
Befürchtungen aus dem Wege, „Bäume, die zusätzlich eine Vorschädigung, z.
B. durch Streusalz, aufweisen, können allerdings absterben.“ Fachleute
gehen davon aus, dass auf längere Sicht ein neues Gleichgewicht zwischen
der Miniermotte und möglichen natürlichen Gegenspielern entsteht. Ein
Verschwinden der Rosskastanie aus unserem Stadtbild ist nicht zu erwarten.

Wer heimische Tiere im Garten oder auf dem Balkon fördern möchte, findet
hierfür in der NABU-Aktionsmappe „Mein Garten natürlich schön und
tierisch gut“ reichlich Tipps und Anregungen. Sie ist gegen Einsendung von
7,65 Euro in Briefmarken an den NABU Hamburg, Habichtstr. 125, 22307
Hamburg erhältlich.


Dr. Manfred Prügel
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Pressesprecher
Naturschutzbund Deutschland (NABU)


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Ruf doch mal an! | Gärtnern für die Vögel