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Vorhaben ohne Tiefgang!
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Vorhaben ohne Tiefgang!
NABU kritisiert heftig geplante Elbvertiefung
Anlässlich des stattgefundenen Pressegesprächs zu den ersten Zwischenergebnissen der für die 1999 fertiggestellte Elbvertiefung vereinbarten Beweissicherung mit Senator Gunnar Uldall kritisiert der NABU Hamburg heftig das Vorhaben des Hamburger Senats, die Elbe ein weiteres Mal zu vertiefen. Der NABU lehnt eine weitere Elbvertiefung aus ökologischen Gründen und aus Gründen des Hochwasserschutzes strikt ab. Die Elbeflut habe gezeigt, dass ein weiterer Ausbau der Elbe zur Schifffahrtsstraße verheerende Folgen haben kann. Der NABU fordert den Senat auf, von dem Vorhaben der Elbvertiefung abzurücken und gemeinsam mit den anderen norddeutschen Küstenländern endlich eine ökologisch verträgliche Hafenpolitik zu betreiben.
„Unserer Ansicht nach lassen sich die Auswirkungen der Elbvertiefung von 1999 zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht beurteilen“, betont Rolf Bonkwald, Vorsitzender des NABU Hamburg. Erst in einigen Jahren würden wirklich verlässliche Daten über die ökologischen Auswirkungen und die Deichsicherheit vorliegen. „Der Senat will sich mit den jetzt vorgelegten Zwischenergebnissen nur einen Freifahrtschein für die nächste Elbvertiefung verschaffen“, so der NABU-Chef, „wir hoffen, dass der Bundesverkehrsminister dem ein Riegel vorschieben wird.“ Angesichts der Elbeflut sei es geradezu eine Verhöhnung der Opfer, wenn der Hamburger Senat über eine weitere Elbvertiefung auch nur nachdenke. Die Elbeflut hat nach Ansicht des NABU gezeigt, dass die Flüsse nicht weiter zu Schifffahrtsstraßen ausgebaut werden dürfen und dass Wasserrückzugsräume geschaffen werden müssen. Ungeachtet der vorliegenden Zwischenergebnisse rechnet der NABU infolge der abgeschlossenen und erst recht nach einer weiteren Elbvertiefung mit fatalen Folgen für die Tiere und Pflanzen in und an der Elbe. Der Lebensraum besonders sensibler Flachwasserbereiche würde nachhaltig geschädigt. Es drohen nach Ansicht des NABU infolge von Sauerstoffarmut verstärkt das Auftreten von Fischsterben. „Abgesehen davon wurden bis heute noch nicht einmal die Ausgleichsmaßnahmen der letzten Elbvertiefung realisiert“, ist Bonkwald empört, „die Wirtschaft geht in Hamburg mal wieder eindeutig zu Lasten von Tieren und Pflanzen.“ Der NABU fordert daher die norddeutschen Küstenländer und insbesondere die Hansestadt Hamburg auf, ihre umweltschädliche Konkurrenz in der Hafenpolitik umgehend aufzugeben und endlich gemeinsam an einer ökologisch verträglichen Hafenpolitik zu arbeiten. Bonkwald: „Die Verfolgung der bisherigen Hafenpolitik durch den Hamburger Senat kommt einer Kleinstaaterei gleich. Sie zeigt, dass einige Provinzfürsten nicht über ihren Tellerrand hinausschauen können.“
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.) Pressesprecher Naturschutzbund Deutschland (NABU) 07.10.02
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