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600.000 Euro für zivile Projekte in Afghanistan
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Positive Bilanz nach einem Jahr Arbeit: 600.000 Euro für zivile Projekte in Afghanistan Deutsche Friedensorganisationen bauen Klinik in Afhanistan „Zivile Allianz gegen Terror“ mit großer Resonanz
Münster/Kabul. 600.000 Euro Spenden für die afghanische Frauenorganisation RAWA – das ist die Bilanz der „Zivilen Allianz gegen den Terror“, die vor einem Jahr von der Friedensinitiative Nottuln ins Leben gerufen wurde und bundesweit eine große Resonanz fand. (Siehe Anhang). In Absprache mit RAWA führt das Aktionsbüro Afghanistan der Friedensinitiative Nottuln das zentrale Spendenkonto in Deutschland. Eine Vielzahl von Einzelspenden und Spendenaktionen aus dem Bereich der Frauen- und Friedensbewegung und darüber hinaus ergab zunächst ein Spendenvolumen von mehr als 300 000 Euro. Ein fast gleich hoher Betrag wurde vom Magazin „Stern“ zum Jahreswechsel 2001/2002 ausschließlich für RAWA-Projekte gesammelt. Diese Gelder wurden ebenfalls über das Aktionsbüro Afghanistan an RAWA weitergeleitet. Zwischen dem Aktionsbüro Afghanistan und RAWA wurden Kooperationsvereinbarungen getroffen und es konnten Projekte mit einem Gesamtvolumen von fast 600 000 Euro finanziert werden. ---------------------------------------------------------------------------- Kurzbeschreibung Kosten (Euro) Zeitpunkt Soforthilfe 30 000 Januar 2002 60 Alphabetisierungskurse 95.887 Sommer 2002 Erdbebenhilfe, Nehrin 59.900 Mai 2002 Internat für Mädchen, Farah 65.054 Januar 2003, Inbetriebnahme Klinik, Farah 151.653 Januar 2003, Inbetriebnahme Hilfen für Behinderte 71.954 Herbst 2002 Hilfen für alleinstehende Frauen 22.651 Herbst 2002 Hähnchenfarm, Kabul 52.543 Jahreswechsel 02/03 ---------------------------------------------------------------------------- Die Übersicht (Einzelheiten dazu auf Anfrage) macht
deutlich, dass die Projekte teilweise recht spät begonnen haben. Auch die Friedensinitiative Nottuln hätte sich gewünscht, dass die Projekte schneller anlaufen, aber RAWA musste im vergangenen Jahr auf die sich überschlagenden politischen Ereignisse reagieren und sich auf ständig ändernde Verhältnisse einstellen. So waren die ersten Hilfsprojekte im Januar 2002 für Flüchtlinge in Pakistan geplant worden. Der Rückstrom der Flüchtlinge nach Afghanistan in einem Ausmaß, das auch von RAWA nicht erwartet worden war, erforderte im Laufe des Jahres, die Hilfsprojekte für Afghanistan umzuplanen. Zur Verwendung der derzeit noch nicht in Projekten gebundenen Gelder von ca. 50.000 Euro gibt es Überlegungen bei RAWA, ob das Projekt „Hilfen für alleinstehende Frauen“ erweitert wird oder ob andere Projekte noch dringender benötigt werden. Die Spendenaktion geht weiter: Alfons Kleine Möllhoff, der für die FI Nottuln dieses Aktion koordiniert und das Aktionsbüro Afghanistan leitet dazu: „In einer Situation der anhaltenden Unsicherheit und der akuten Gefahr, dass das Land wieder in Chaos und Bürgerkrieg versinkt, sobald die Weltöffentlichkeit wegschaut, dürfen wir Afghanistan nicht aus dem Blick verlieren und nicht in unseren Unterstützungsbemühungen nachlassen. Die afghanische Bevölkerung braucht unsere Solidarität heute genauso dringend wie vor einem Jahr.“
Mit der Spende für die afghanische Frauenorganisation RAWA hat die „Zivile Allianz gegen Terror“ einen anderen Weg als die vorherrschende Gewalt unterstützt, denn RAWA arbeitet mit friedlichen Mitteln für die Lösung der Probleme des Landes. Die Antwort auf Menschenrechtsverletzungen und Gewalt gegen Frauen sind Schulen, Krankenhäuser und andere gemeinnützigen Projekte, die Waffe heißt Bildung. Mit jeder Spende wird zugleich auch das mutige Eintreten von RAWA für eine offene demokratische Gesellschaft unterstützt, in der nicht fundamentalistisch verstandene Religion und Geschlecht über die Lebenschancen der Menschen entscheiden. Alle Unterstützer und Spender werden gebeten, ihre vollständige Adresse – möglichst mit E-Mail-Anschluss – anzugeben. Informationen über den Verlauf der Spendenaktion und abzugsfähige Spendenbescheide würden unaufgefordert zugeschickt, versichern die Organisationen.
____________________________________________________________________________ Anhang Humanitäre Hilfe und die Unterstützung des zivilen, demokratischen
Engagements in Afghanistan stehen im Mittelpunkt dieser Initiative, die sich ganz bewusst auch als Alternative zum Krieg darstellen will. „Die Stärkung zivilgesellschaftlicher Kräfte ist ein zentraler Baustein für eine gewaltlose Konfliktbewältigung. Sie dient zugleich der langfristigen Schaffung zivilgesellschaftlicher Strukturen, in denen soziale Gerechtigkeit und Demokratie ein stabiler Garant für Frieden und die Ächtung von Krieg und Bürgerkrieg sind,“ heißt es im dem „Aufruf für ziviles und humanitäres Engagement für die Menschen in Afghanistan“. Angeregt wurde der Aufruf von der Friedensinitiative (FI) Nottuln/Münsterland. Er wird von vielen Organisationen und Einzelpersonen unterstützt, u.a. von der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK), von Mitgliedern des Versöhnungsbundes und des Bundes für Soziale Verteidigung (BSV), von zahlreichen lokalen Friedensgruppen und Einzelpersonen, auch aus den Parteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Die „Friedens-Allianz“ unterstützt die afghanischen Frauenorganisation RAWA (Revolutionäre Vereinigung afghanischer Frauen). Diese würden sich – so Klaus Niehüser und Alfons Kleine Möllhoff von der FI Nottuln - in hervorragender Weise für Humanität und den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen in Afghanistan einsetzen. Dafür genieße RAWA seit langem internationale Anerkennung . So erhielt RAWA im Jahr 2000 den vom französischen Ministerpräsidenten Jospin verliehenen Menschenrechtspreis. Neben kurzfristigen humanitären Engagement hätten die engagierten Frauen die Etablierung von Freiheit, Demokratie, Frieden und Menschenrechten in Afghanistan auf ihre Fahnen geschrieben.
Mittlerweile hat die afghanische Frauenorganisation das Spendenkonto der FI Nottuln als das einzige RAWA-Konto in der Bundesrepublik anerkannt. Ein Spendenbeirat wacht über die ordnungsgemäße Übergabe der Spenden und berät gemeinsam mit RAWA darüber, welche Projekte am dringendsten unterstützt werden. Dem Spendenbeirat gehören an: Dr. Karl-Josef Schukalla, Münster, Mitglied im Bundesvorstand der Gesellschaft für bedrohte Völker, Klaus Niehüser, Friedensinitiative Nottuln, Dr. Angelica Schwall-Düren, MdB, Ingrid Stübecke, Pfarrerin, Nottuln.
________________________ Robert Hülsbusch,
Friedensinitiative Nottuln Pressemitteilung 27. 12. 2002
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