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ISSN 1610-0611
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Greenpeace faehrt zwoelf Castoren nach Berlin


Greenpeace faehrt zwoelf Castoren nach Berlin
Atommuell-Problem muss in Berlin geloest werden und nicht im Wendland

Mit Schwertransportern haben Greenpeace-
Aktivisten heute zwoelf Castorbehaelter nach Berlin gebracht. Die 40
Umweltschuetzer transportierten die originalgrossen leeren Atommuell-
Behaelter bis vor die Parteizentrale von Buendnis90/Die Gruenen. Ueber
den zwoelf LKW steht auf einem Banner: "Rot-gruene Atompolitik macht
Gorleben zum Endlager. Stoppt Castortransporte ins Wendland!". Mit dem
symbolischen Atommuelltransport nach Berlin macht Greenpeace darauf
aufmerksam, dass die rot-gruene Bundesregierung mit dem zeitgleich
stattfindenden Castortransport aus der franzoesischen Plutoniumfabrik
La Hague in das Zwischenlager nach Gorleben den dortigen Salzstock als
Endlager zementiert.

"Wir bringen das Atommuellproblem dahin, wo es hingehoert: zu den
verantwortlichen Politikern in Berlin", erklaert Sven Teske,
Greenpeace-Energieexperte in Berlin. "Rot-Gruen redet vom Atomausstieg
und gleichzeitig bleiben die Atomkraftwerke am Netz, die
Plutoniumproduktion geht weiter und der Atommuell landet schliesslich
im Zwischenlager Gorleben."

Allein aus den Plutoniumfabriken in Frankreich und Grossbritannien
sollen ab 2003 noch 135 Castorbehaelter mit hochradioaktivem Muell
nach Gorleben transportiert werden. "Wenn erst mal mehr als Hundert
Castorbehaelter im Zwischenlager stehen, wird keine Regierung der Welt
sie dort wieder wegfahren. Dann wird der hochradioaktive Muell nach
dem Motto 'Vergraben und Vergessen' doch noch im unsicheren Salzstock
Gorleben verbuddelt", sagt Teske.

Die Entscheidung, den Salzstock in Gorleben zum Atommuelllager
auszubauen, wurde 1977 vom damaligen niedersaechsischen
Ministerpraesidenten Ernst Albrecht (CDU) nicht aus geologischen,
sondern aus rein politischen Gruenden getroffen. Albrecht sprach sich
fuer den Standort an der Grenze zur DDR entgegen den Empfehlungen der
wissenschaftlichen Findungskommission aus und sagte: "Da werden sich
die Ostzonalen schoen aergern".

Schon die erste Erkundung des Salzstocks von 1979 bis 1981 hatte
ergeben, dass er Kontakt zu Grundwasser fuehrenden Bodenschichten
aufweist und die hochgiftigen radioaktiven Spaltprodukte nicht fuer
Hunderttausende von Jahren vor der Biosphaere abschirmen kann.

Berlin, 13.11.2002 -


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