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Polizisten misshandelten Castor-Gegner
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ROBIN WOOD-Info:
Polizisten misshandelten Castor-Gegner Urteil im Bavendorf-Prozess wird für morgen erwartet
Polizisten, die während des Castor-Transports durchs Wendland im März 2001 eingesetzt waren, haben offenbar den Demonstranten Tobias während einer Aktion verletzt und misshandelt. Das kam jetzt in dem Strafverfahren gegen Tobias vor dem Amtsgericht Lüneburg zur Sprache, der selbst wegen Nötigung des Lokführers und Störung öffentlicher Betriebe angeklagt ist. Das Urteil in dem Prozess wird für morgen erwartet.
Tobias hatte sich im März 2001 aus Protest gegen den Castor-Transport bei Bavendorf an die Gleise gekettet. Zwei Bereitschaftspolizisten aus Biberach hatten heftig an seinen Armen gezerrt und ihn an den Ohren gezogen, um ihn von den Gleisen zu bekommen, als er längst festgeschlossen war und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Einer sagte aus, er habe seinen Schlagstock unter der Achsel von Tobias angesetzt und versucht, mit dem Stock zu hebeln. Tobias habe vor Schmerz geschrieen. Zeugen, die das Geschehen vor Ort beobachteten, hatten zudem noch einen dritten Polizisten gesehen, der dem wehrlos am Boden liegenden Demonstranten einen heftigen Tritt in die Seite versetzt hatte.
Tobias trug von diesen Misshandlungen Prellungen, großflächige Blutergüsse, Rücken- und Schulterprobleme sowie eine schwere Distorsion der Halswirbelsäule und eine Thoraxprellung davon. Die Beschwerden dauerten etwa drei Monate an.
Sowohl Richter Wettig als auch Staatsanwalt Vogel machten in der Verhandlung deutlich, dass sie nicht bereit sind, das Verfahren gegen Tobias einzustellen. Der Richter stellte in Aussicht, die Misshandlungen bei der Strafzumessung zu berücksichtigen.
Derweil hat Lokführer Conradi den Anklagepunkt der Nötigung am gestrigen Mittwoch selbst völlig entkräftet. Conradi sagte, der Zug habe etwa einen Kilometer vor dem Aktionsort gestanden, als die Meldung kam, dass Personen auf dem Gleis seien. Auf Anweisung des BGS habe er den Zug im Schritttempo bis 30 Meter vor den Ort des Geschehens vorgefahren und dann angehalten. Dort habe er eine große Gruppe von Polizisten und anderen Einsatzkräften auf den Gleisen gesehen. Den Angeketteten habe er nicht sehen können. Das bestätigte auch der BGS-Beamte Hülss, der mit Conradi im Führerstand der Lok gewesen war. Da auch der öffentliche Betrieb der Bahn durch die Aktion nicht gestört worden sei, verfolgt die Verteidigung weiterhin den Freispruch des Angeklagten.
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Wolfram Plener, Rechtsanwalt,
Die Verhandlung beginnt am morgigen Freitag (11.10.02) um 9 Uhr in Saal 8 des Lüneburger Amtsgerichtes. Weitere Informationen im Internet unter
http://www.robinwood.de
Lüneburg und Hamburg, den 10.10.02 Redaktion: Aktuelles
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Castor | Solidarität mit Castor-Gegnerin Marie
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