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ISSN 1610-0611
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RobinWood-Aktion gegen CASTOR-Transport verhindert

ROBIN WOOD-Aktion gegen CASTOR-Transport verhindert

Durch den massiven Polizeieinsatz im Wendland ist eine Aktion von ROBIN WOOD
gegen den Atommülltransport nach Gorleben verhindert worden. Eine Gruppe von
ROBIN WOOD-AktivistInnen hatte heute Mittag versucht, auf der CASTOR-Strecke
zwischen Lüneburg und Dannenberg in Höhe der Ortschaft Rohstorf an die
Gleise zu gelangen, wurde jedoch von Beamten des Bundesgrenzschutzes
aufgehalten. Viele andere Protestaktionen waren hingegen erfolgreich. Der
Zug wurde mehrfach zu längeren Aufenthalten gezwungen, so dass die Polizei
nicht weiter glaubhaft von einem störungsfreien Ablauf sprechen kann.

"Viele lokale Gruppen entlang der Transportstrecke haben vor Ort gegen den
Atommüllzug demonstriert. Damit ist das Konzept der Anti-AKW-Bewegung
aufgegangen, die Öffentlichkeit wach zu rütteln und zu zeigen: Der
Widerstand lebt. Er ist vielfältig, überregional und wohl begründet. Und er
richtet sich gegen eine verantwortungslose Atompolitik, die zulässt, dass
immer mehr Atommüll produziert wird, ohne dass es dafür ein sicheres
Endlager gibt", erklärte Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Der Atommüllberg wächst und wächst. Bis zum Jahr 2040 wird die Atomindustrie
den hoch radioaktiven Müll fast verdreifachen. Waren es Ende 2000 noch 8.400
Tonnen, werden es im Jahr 2040 bereits 24.000 Tonnen strahlender Abfall
sein. Allein der Zug, der zurzeit Richtung Gorleben rollt, enthält mehr als
das Zweifache des radioaktiven Inventars, das bei der
Tschernobyl-Katastrophe Land und Leute verseuchte.

Gorleben ist als Endlager ungeeignet. Seit dem 1. Oktober 2000 ruhen die
Bauarbeiten im Bergwerk Gorleben, weil auch die rot-grüne Bundesregierung an
der Eignung des Standortes Gorleben zweifelte. Das Bundesumweltministerium
initiierte daher eine neue, angeblich ergebnisoffene Suche nach einem
Endlager.
Doch mit jedem CASTOR, der in Gorleben eingelagert wird, wird diese Suche ad



absurdum geführt und Gorleben auf kaltem Weg zum Endlager gemacht. Wie eine
wissenschaftlich seriöse Suche nach einem Endlager finanziert werden soll,
ist völlig offen. Die Bundesregierung will sich laut Koalitionsvertrag
darüber mit den Energiekonzernen "verständigen". Doch die haben längst klar
gemacht, dass sie für eine weitere Suche kein Geld mehr ausgeben wollen und
der Müll nach Gorleben soll.

ROBIN WOOD fordert, dass Gorleben als Endlagerstandort endgültig aufgegeben
wird und sämtliche Atomkraftwerke in Deutschland sofort abgeschaltet werden.

Informationen zum CASTOR-Transport auch unter:
http://www.robinwood.de/CASTOR


Dannenberg und Hamburg, den 13. November 2002


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